Das Kokslisel

Von Lydia Kraft.

Alles wie immer. Schon lange gehe ich so. Immer allein. An mich reicht keiner heran. Ich mache einfach den Fernseher an und dann gehöre ich dazu. Immer ganz vorn dabei. Gut einen großen Blumentopf kann man damit wohl nicht gewinnen aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben, daß es sich auch für mich einmal lohnt. Mit der Wohnung, Eigentum wäre schön, ist nämlich wichtig um nicht aufzufallen beim was soll man machen, Urlaub natürlich, die Flüge sind immer noch super günstig auch wenn es immer mehr Kriege und Katastrophen gibt, irgendein Hotel bietet schon allinclusive an. Und, naja man kann sich jeden Wunsch im Internet erfüllen. Das könnte jetzt schon sein aber Eve, hm nun ja, man muß es verstehen was sag ich mit Eve und mir macht man schon was mit, nun ja es ist aber auch sehr schön mit ihm allein, man vergißt gerne, daß man nur in der zweiten Liga spielt, zu Hause merkt man es halt nicht so. Ach was sage ich, mit Eve merkt man es auch draußen nicht. Man geht einfach durch, so gut sehe ich nämlich aus. Aber was ist schon, irgend ein Paris sollte mir den Apfel reichen, ein Adonis müsste meiner Aphrodite erscheinen. Ja, und sage ich es nicht. Ich wurde erhört. Eine, nein, die Hoffnung! Da steht er, der Retter vor der Realität. Wer braucht noch Geld? Er wird für alles aufkommen. Das sieht man doch. Dann… Ein vielbeschäftigter Mann. Endlich, er sieht mich. Ach ja, ich bin an der Reihe. Was will ich schon. Kein Lächeln zum Abschied? Wieso nicht? Ach, er ist nicht so leicht zu haben, versteht sich. Wenn ich ihn erst einmal erreicht habe wird sein Lächeln mir für immer holt sein. So, wie andere im Scheinwerferlicht stehen werde ich beim Anblick seiner Zähne ins Schwitzen geraten.
Gut, erst einmal nach Hause kommen. Wen sieht man schon auf der Straße? Einmal durch, durch diese Realität. Das geht mich zum Glück alles nichts mehr an. Es taugt sowieso niemand für meine Träume dabei muß er nur alles können. Vor allem, mir gefallen ja, das ist nicht so einfach. Aber, er, er kann es. Wenn der es nicht kann. Ihr werdet schon sehen, er wird mich noch sehen.
Erst einmal ein bisschen mit Eve, er weiß viel zu berichten. Mal sehen was er über ihn weiß. Ah, ja, nun bin ich wieder ganz. Niemand reicht an mich heran. Außer er natürlich, er wird mich erobern. Na? Eve, was sagst du dazu. Aber ja, ganz genau, ich kann ihn haben. Ach ja, daß ihm das nicht gleich aufgefallen ist. Aber wenn ich das nächste Mal hingehe wird er merken, daß ich für ihn bestimmt bin, Ganz bestimmt. Oh, er will mir was sagen. Was, wie, ich verstehe so schlecht. Ahja, ich bin Gott, Na eigentlich eher eine Göttin aber er wird schon sehen. Hoffentlich hat er Handwerkliches Geschick, mein Wasserhahn tropft. Und dann, dann, ja dann, werden wir ficken. Oh, dieses Einmalige diese Ewigkeit der Qual und der Lust. Man muß aber wann gibt es was dafür. Er wird doch genug haben? Ach was, mit ihm kann ich alle haben. Früher mußte man ja noch Heiraten um die Frau des Doktoren zu sein aber heute muß man ihn einfach nur ficken und dann hat man ihn. Ohja, mit ihm werde ich alles was sag ich, alle haben. Er muß mich nur ansehen dann wird das schon gehen. Bei ihm bin ich sogar Gott. Was brauche ich mehr, ach ja Eve, wie sollte ich sonst Recht haben. Ich muß nur, ja, ich muß nur, nein was, er ist nicht schön? Sicher ist er schön, vielleicht nicht so vom Aussehen her aber ja, es ist ganz klar, er hat Geld. Vielleicht noch ein bisschen mit Eve damit es Gewißheit wird. Es irrt sich doch niemand. Mit Eve bin ich immer gut informiert. Ich weiß einfach alles mit ihm. Immerhin weiß es niemand, das mit mir und Eve, da muß doch alles wie immer sein. Oder nein, er ist ja jetzt da. Oh ja, mit ihm was sage ich mit ihm und Eve kann ich alle haben. Ich muß es mir nur denken. Ja, Gedanken sind nicht irgendwas. Es fängt alles im Kopf an. Das Schlechte und das Gute. Es kommt halt darauf an was man daraus macht. Ach ja was soll ich sagen ich, ich muß ihn nur machen, also denken. ja ich bin schöner, ich bin besser und mit ihm bin ich auch reicher. Ach ist nicht alles Gut? Ich denke, also mache ich. Du bist was du tust. Ja, an unseren Taten werden wir gemessen. Wer man war, weiß man erst bei der Beerdigung. Wer weiß, wer glaubt das noch, ich kann alle haben. Eve, Eve oh nur noch eine Line da, dann muß ich mal wieder los. Vielleicht gibt es ja heute was umsonst. Vom Dealer oder auf der Straße, man soll zwar nicht mit jedem aber an so einem Tag wie heute. Oh, schon wieder Stimmen. Er scheint beliebt zu sein. Ja, er will, ja er will mich, nein ich, ich habe Recht. Sicher kann ich schon alle haben. Oh ja, erzählt mir ruhig, ich habe Recht, ach was, was ihr schon wißt, ihr wollt ihn doch auch nur alle haben. Wen sollte er sonst, ich bin für ihn schon Gott. Wenn das nicht eine Leistung ist und ich bin ganz allein dabei. Ja, er will mir was sagen, was, wie ich bin schon im Himmel, nein, das kann nicht sein. Ich bin noch nicht einmal auf einer Yacht. Ja, ich kann Euch alle haben. Mir kann doch keiner was. Alle sollen sie niederknien. Alle. Was? Wie? Wann ich Gott bin? Eve, hilf mir. Wann habe ich? Nein, so kann das nicht gemeint sein, ich bin wie alle. Das kann nicht sein, Eve, Eve nein, nein ich will es nicht hören. Ich muß nur essen, ich muß nur trinken. Ja kann sein aber ja schlafen will ich doch auch und schwitzen und scheißen. Das alles werde ich tun wenn ich dann nur dein Gott bin.

© 2020 Lydia Kraft
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