Der Frauenheld – Moritat

Von Walther Stonet

Frühmorgens fiel ich aus dem Bette,
Das lag nicht nur am letzten „e“,
Die Decke hing wie eine Klette,
Mein Großer Zeh war nicht OK.

Es muss am Wein gelegen haben:
Denn ich ging ihm bis auf den Grund,
Jedoch fiel ich nicht in den Graben,
Es war das Bett zu später Stund.

Jetzt leide ich an großen Schmerzen,
Nicht nur im Kopf, nein, auch im Zeh,
Und dazu an gebrochnem Herzen:
Und dieses tut besonders weh.

Die Decke wars, die ich umarmte,
Die Liebste war ja nicht mehr da,
Und keine sonst, die sich erbarmte,
Und ich war nicht dem Himmel nah.

Jetzt sitz ich auf des Bettes Kante
Und weine still und bitterlich,
Weil ich mich in den Traum verrannte,
Aus dem ich schied unritterlich.

Die Liebste hat mich schnöd gefeuert,
Weil ich mich oft im Suff vergriff.
Ich war am Ende so bescheuert,
Dass ich nach fremden Frauen pfiff

Und wie ein Clown die Augen rollte,
Als gäbe es dafür viel Geld.
Ich übersah, wie sehr sie schmollte,
Und hielt mich für nen Frauenheld.

Nun muss ich in die Röhre schauen,
Mit leerem Kopf und blauem Zeh.
Drum passt fein auf mit euren Frauen,
Sonst tut euch nachher vieles weh.

© 2021 Walther Stonet
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