Bedeutungsschwanger

Von Ellen Marion Maybell

Bedeutungsschwanger,
toll, gutes Bild.
Wär ich gern mit vollgefüllt.
Gerne auch bedeutungsvoll.
Weiß nur nicht,
wie das gehen soll.
Einfach so von Flöten
in der Nacht,
die mich zum Vollgefüllt gebracht.
Die ran mich pfiffen, ganz bestimmt.
Ach wie schön, ich wär berühmt.
Weil schließlich da ne Lücke klafft
für Bedeutungsschwangerschaft.

Nun gut.
Ich geb schon Acht,
das mir ne Pfeife das so macht.
Dass eine Flöte mich erfülle
und schriebe auf – ganz laut und stille
alles von Bedeutung,
na, das wäre doch ne Deutung.
Und ich setzt noch einen drauf.
Vielleicht hörts mit dem Leer-Kopf auf.
Da müsst doch was entspringen.
Ich könnt ja auch son Zeugs ersingen.
Oh, mein armer Wörterschatz
reicht nicht zum Reichsein, nur zum Schmatz,
um nichts Bedeutsam’s zu gewinnen.
Ich weiß, ich weiß, fang an zu spinnen.

Denn die Flöten
geh‘n schnell flöten,
ganz genauso wie die Kröten,
feste nageln schon, nie fest löten.
Wie die durch die Finger rutschen.
Diese Schwinger, wie sie flutschen.
Träumst nur von bedeutungsschwanger.
Nix von Dauer, nix von langer.
Ach Seufzer, ach bedeutungsvoll.
Wie Hall of Fame nur gehen soll.
Oh wie ist die NOTE groß.
Nie Nummer EINS.
Bedeutungslos.

© 2021 Ellen Marion Maybell
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