Der Stotterer

Von Ellen Marion Maybell

Oh du, mein liebes Mütterlein,
du hälst mich lieb, du hälst mich rein.
Du legst mich zartig in dein Bette.
Wenn artig Muttchen dich nicht hätte.

Hältst böse Nuttchen mir vom Leib
und Drecks-Gemöse, das mir treib
meinen Saft aus dem Tentikel.
Nein, nur du hast mich am Wickel.

Putzt mir fein’s mein klein’s Gemächte,
weil du nur weißt, wie ich’s möchte.
Hebst es sacht von hinten auf,
bis dass der Schacht im Schmacht mir schnauf.

Oh Mutterlieb‘, Dieb höh’rer Mächte,
trieb mir den Trieb ins Drüs-Geschwächte,
das mich so höhlet, müde macht.
Oh sieh nur, wie der Prüde lacht.

Der findet meine Macke flach.
Doch mich macht deine Backe wach.
Ich seh in Fleischeslust dich wabbern.
Dein Atem röchelt, ich könnt‘ sabbern.

Dir in dein Gemetzel rein,
du Schnetzel-Krampf, du Mutter-Schwein.
Als Unter-Knecht in Muttertreue.
Du Ferkel aller Mutter-Säue.

Brauch weder wilden Mann noch Frau.
Ich hab ja dich, du Muttersau.
Du kitzelst mich, nicht nur am Ohr,
dafür verleg ich gern dir’n ROHR…….

Verleger – habe ich ja nicht,
dafür dich MUM, die quatscht und spricht……
viel übern Scheiß, den ich so schreib….
und ich, ich hock und SITZ und bleib
in dümmlich-dünner Soße hocken…
in Muttis Schoße – ach, wie trocken.

Lieg verwegen ich ihr bei
und VERLEG die Schreiberei…
Würg‘ eh nur dummes Zeugs heraus,
doch sie fängt’s auf und hält es aus.

Im Liegen……sie will Latte sehn,
die soll partout nicht untergehn.

Sie greift ja ständig nach der Latte,
in ihr gereift, die sie nie hatte..
nur einmal, nur, um mich zu machen,
um ihr jetzt den Bajazzo lachen.

Sag‘n Sie nicht, gar nicht so übel………
doch ich grübel, grübel, grübel……….

Will mich drehn, sie will mich wenden,
grabbeln, fingern mit den Händen,
der LATTEN-ROST, der soll nie enden.

Doch Sicht auf Schönheit wird beschattet
von dieser Aura, die mich mattet,
die mich auf die Matte knallt.
Die Alte macht vor gar nichts Halt….

Krächzt Kinderliedes-Rumgedudel
und reibt beständig mir die Nudel.
Schlaf, mein Knäblein, schlaf, s wird Nacht
an meiner Seite, bis es kracht….

Sie gebar mich nur für sich.
Die andern sind nicht gut – für dich.
Dein Herz – mein Blut – ist nur für mich.
Veilchenduft – wie fürchterlich.
Willst schauen, deinen Werdegang
im Moose, finster, stickig, lang…..

Ich küss ihr den verwelkten Hintern…
Wie sollt ich ohne überwintern…
ohne diese Busen-Massen,
die mich erschlagen, kann’s nicht lassen….
mir stinkt’s im Schrank und’s fehlen Tassen…..

Muss mich in Sünden tief ergründen.
Konnt nie ein Rammel-Beispiel finden.
Denn sie ließ mich auch kein’s suchen.
Fress nur vermufften Mutter-Kuchen.

Gibt mich nicht frei und gibt nicht nach.
Ich Ahnungsloser. Bin zu schwach.
Und so nervös……inzestuös.
Oh Venus-Hügel, bist du bös……..

Bin nur ihr Lotter-Stotter-Knabe
als Beigeschmack der Morgen-Gabe.
Hätt ich’s vorher schon gewusst,
hätt ich vielleicht mehr Selbst-Bewusst….

Und beginne schon zu stottern,
dank fehl-bewölktem Griff von Mottern.

© Ellen Marion Maybell
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