Huhn oder Ei

Von Ellen Marion Maybell

War ich nun zuerst da
oder das Ei.
Fragte sich das Huhn.
Ist mir ei-gentlich
ei-nerl-ei.
Ich drück’s mal so aus.
Ich drück’s raus.
Und dann ist es da.
Der Rest,
der geht mir
am Arsch vorb-ei.“
Schließlich
bin ich schließ-muskel-technisch
nur doof.
Kein Philosoph.

Und ob meine Eier
ungelegt oder unausgegoren sind.
Das bewegt mich kaum.
Steht doch diese Frage
schon seit Ewigkeiten
da irgendwo im
Hühner-Stillungs-Wohnungs-Raum.
Ich schieße meine Eier
ei-nfach in den Wind.
Nur manchmal piept’s bei mir.
Da entschlüpfte mir
als Überraschungs-Ei
wieder so’n blödes Hühnerkind.

Sie sehn, ich hab genug zu brüten.
Da wir dummen Hühner nicht verhüten.
Nur den Gockel,
den muss man dafür ganz schön bitten.
Um nicht zu sagen: fleh’n.
Denn Hühner, sagt er, könnt er nicht mehr seh’n.
Und wenn, dann nur verehelicht.
So‘n loser Vogel – wär‘ er nicht.

Folglich blöd – ein schwer gerupftes Huhn.
Mit Souveränität hat das nun wirklich nichts zu tun.

Da eier ich lieber’n bisschen rum.
Für Höheres ist unsereins auch viel zu dumm.
Und zwischendrin n bisschen picken.
Mit Paula. Nicht mit Friedrich.
Wie bereits erwähnt.
Der macht sich nichts aus CHICKEN.

So muss ich mich nicht LEGEN.
Nur beim LEGEN etwas BÜCKEN.

Na bitte, sowas nenn ich souverän.
Weil beide, falscher Has‘ und Hahn.
ei-n-fach nix vom Ei verstehn.
Das leg nur ich.
Und das ist schön.

© Ellen Marion Maybell
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