Goethe auf dem Weg zu Netto

Von Madame Pavot

Es schlug mein Herz geschwind nach Bieren,
Es wurd‘ getrunken, nicht gelacht
Der Lockdown ging uns an die Nieren
Auf leeren Wegen hing die Nacht.
Schon stand der Alkohol im Kühlschrank
Und lugte aus dem Fach hervor
Wo Wut schnell mein Gehirn betäubte
Und Thomas Anders nur mein Ohr.

Ich ging hinaus in leere Gassen
Der Mond, er war so kalt und hell,
Einsame Menschen in den Straßen
Sie schwiegen zu dem Hundsgebell.
Die Nacht schuf tausend neue Regeln,
doch von dem Mute keine Spur.
Ich wollte gerne weiter pegeln
Mit Flachmann in der Scheiß-Natur.

Doch dacht‘ ich, Maskenpflicht im Grünen,
die Maske störte mich beim Bier.
Ich wollt‘ nicht blechen, wollt‘ nicht sühnen,
Ich wollte nur hinaus von hier.
Die lügnerische Frühjahrsbriese
War nur noch bloßer Schein und Trug
Das Konto schwappte in die Miesen,
als wär‘ das alles nicht genug.

Und ach! Auch mit der Morgensonne
Verengt der Lockdown mir das Herz,
in seinen Fängen – keine Wonne,
nur noch der schwere, dumpfe Schmerz.
Torkelte heim- die Penner sangen
Sie sah’n mir nach mit trüben Blick
Und doch, welch Glück, das Bier wird reichen
Oh, lieber Netto, welch ein Glück.

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