Zwischenklang

Von Nicole Schrepfer

Was ist, das war und wird nie wieder,
ist bloss noch ein Schatten auf Papier.
Ich schlage meine Augen nieder
und fühle verblassen mein „Jetzt“ und „Hier“.

Bereits fallen Blätter von den Bäumen,
erinnern mich, der Herbst ist nah.
Und doch beginne ich zu träumen,
vergessen ist, was unlängst geschah.

Wunder, die noch gestern sichtbar,
verlieren langsam ihren Glanz.
Lautlos die Grenze, vage und unklar,
verschwindet zaghaft, leise, ganz.

Wohin bloss, floh mein Seelenheil,
die Klänge schwach, ich höre sie noch.
Flüchtige Gleichmut, schneidendes Beil,
verzerrt das Bild schlussendlich doch.

In nächtlichem Schwarz davongestohlen,
weggeschlichen, stumm und eilend.
Achtlos vergass ich den Zauber zu holen,
gebrochener Stolz am Wegrand weilend.

Was auch immer kommt, wird mich erheben,
mein Haupt gerichtet, ich lache zurück.
Das Herz so müde, doch trotzt dem Leben,
ich beginne erneut zu träumen vom Glück.

*

© 2022 Nicole Schrepfer
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