barock oder wir bauen gar nichts

Von Alexander Reisenbichler

verbindungen zwischen den woertern oder wortteilen laufen als parallelltext zu dem anderen text, der sich durch die woerter, waeren sie zusammengesetzt, ergibt. die bedeutungen laufen in und aus einander, parallell, manchmal sich ergaenzend, manchmal ohne erkennbaren zusammenhang, manchmal als kritik und metatext des zweiten den ersten eliminier end mit neuen anfaengen. im ersten gehdicht geht es um die betrachtung einer tochter, sie als biologisches wesen und sich entwickelnde persoenlichkeit zu sehen. der sub text nimmt einige woerter auseinander und setzt sie mit anderen wortfetzen in beziehung, wie trachter von trachtenjancker und dirndl und genen (gen im text) und biologie und biologismen als kritik an dem biologischen konzept von frau und tochter. doch diese woerter haben nach ihrer zerstueckelung doch wieder einen sinn und auch bezug zum urspruenglichen text und schaffen sozusagen eine bruecke, eine bedeutungsbruecke. der titel, von wilhelm busch entliehen, erhellt diesen zusammenhang noch einmal. dieses gehdicht versteht sich dadurch als etwas gemaltes, da die einzelnen teile wie auch die woerter ein bild malen, mit ueberschneidungen. ein bild aus worten

dichter sind nackte maler, der bleistift haengt zwanghaft exhibitionistisch zwischen den fingern

  1. ritzeratze voller tuecke in die bruecke eine luecke

ein bild von ein er sie per son tochter an fert i gen
biolog ist men und frauen der be trachter
ohne dirndl ueber sieht frucht kerne un ge schluepfter larven
liess lessing laokoons schrei vor munch verstummen
aufsteigen ohne cellos zu streichen

  1. rickeracke! rickeracke! geht die muehle mit geknacke

wie zaehne ragen lese zeichen einer unheil vollen zeit leere auf uns aus einem band von novalis
tiger hai fisch wahl moeglichkeit ohne demo tape kratisches mit ohne hirn sprache nach herder herden denken und dessen ursprung
laeuft dem recht hinter her das uns zu steht aber nicht steht, sagen sie, wir, die an einer kreu zunge die in den spalten eines klaviers unsere walfische verspielen

  1. of all the pleasures in the world travel is the sweetest and most delightfull (thomas coryat)

spiegel bilder trinken trinker sich nicht gerade heraus aus brunnen
in seine fuss stapfen fallend auch ohne paris mit oder ohne obst
ge danken lese reise verbitte ich mir mit einem suessen laecheln
lieber ver reise ohne sonne ver eist
laufe ich mich in gegen aus waerti gen bio logisch en de der weisheit
ver gangen schon wieder der zukunft aus ge liefert
vor aus schau un gen iert schon gar nicht
wetter vor her sagen aus mythen:
regen bogen nicht gerade aber doch jetzt verdecken waerm ende schauer gehoer loser tauben fix vertaeut in abge deckt weiss en daechern
auf embryos reisen auf strassen nach asien

bey laeufig bey fallen traechtige gehdichte praechtig einfallen in fremde laender ei en in oval tangentialen kurven aus dem konzept geschleudert im waschmaschinen zeitalter tiefkuehl modus stagniert der fuss auf dem trampel pfad tier kamel iter weg orden order beides weg und doch kein pfad

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