Weihnachten steht vor der Türe

Von Michael Wiedorn

Blut strömt aus den Lungen in die U-Bahn, fahrend zum Hunde des Herrn.
Weihnachten steht vor der Türe.
Singend das Blut aus den Lungen in die Pfoten.
Die Hunde laufen im Walde, bellend vor Erregung in der Erwartung der Bahn.
Singend regt sich der Jäger im Walde, sich streckend auf dem Hochsitz.
Er fährt im Dunklen.
Das Wasser läuft die Wände herab im Dunklen.
Weihnachten steht vor der Türe.
Sinket der Bart im Gesicht, sinkend in der Hitze.
Der Jäger schläft auf dem Sitze.
Die U-Bahn fährt im Walde.
Das Wasser rinnt von dem Sitze. Blut rinnt ins Wasser.
Die Lunge entlädt sich sitzend im Bade.
Die Hunde sammeln sich zum Empfange des Herrn – schlafend zwischen Eichen und Fichten.
Jaulend vor Klauen.
Singend und sickernd erhebt sich der Herr vom Sitze.
Weihnachten steht vor der Türe.
Schwindend auf dem Boden der Bahn im Wasser.
Trauer tötet die Hunde zwischen den Bäumen.
Schwarz löst sich der Waldboden in Leere auf – tiefe Leere.

22.5.2012

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