Ferne

Von Hannah Knaack-Völker

Ferne. Berge. Wälder. Wolken. Regen. Wind. Keine Lichter. Nur Ferne. Was macht ein solcher Ausblick mit einem? Um in die Zukunft zu gucken, ist es wichtig, in die Ferne zu gucken? Muss ich etwas wie Weite mit meinen Augen sehen, um den Horizont in meinem Leben zu sehen? Was passiert, wenn man nie den Horizont sieht? Wird man dann blind? Ist Kurzsichtigkeit etwas, das uns ereilt, weil wir uns alles verbaut haben? Muss man nicht einen weiten Blick haben, um sich das Leben so ausführlich wie möglich vorstellen zu können? Was passiert mit der Vorstellungskraft, wenn ein Mensch nur Straßenschluchten entlangsehen kann? Gibt es dann in dem, was man selbst sich aussucht, auch nur Straßenschluchten? Was passiert, wenn man gegen Wände schaut? Werden dann nicht jedes Mal Barrieren wahrgenommen, bis man freiwillig nicht mehr gegen die Barriere denkt? Werden unsere Gedanken viereckig, wenn wir uns in viereckigen Räumen befinden?

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© 2023 Hannah Knaack-Völker
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