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Textmanege
das unabhängige Literaturmagazin.

Februar 2021:

Normalzustand

von Michail Oblomow Worte füllen den Raum Viel geredet, nichts gesagt Dein Leben: ein Albtraum Politikerentschluss vertagt Unser Leid ist ewig Auf die Fresse bekommen wir redlich Desinteresse und Ignoranz Der Normalzustand im Land Ich hab geträumt, das Licht sei aus Endlich Pause von der Hektik Mal verschnaufen, mal eine RauchenVerzicht auf digitale Technik Reizüberflutete…Mehr

Schlotterer

Von Johannes Morschl „Mir macht das Schreiben Angst, es läuft mir immer aus dem Ruder, es kommen da Sachen heraus, die ich nie und nimmer schreiben wollte“, sagte sich der in die Jahre gekommene Schriftsteller Max Schlotterer, während er auf den Bildschirm seines Laptops starrte und las, was ihm da wieder aus dem Ruder gelaufen…Mehr

Wände hoch

Von Ellen Marion Maybell Halt!Wände hoch.Warum.Kuck nich so dumm.Sieh nur.Überall Wände.Wenn desauggenapftdich hochgezapft,biste deckungsgleich,statt segensreich,schon wieder am Ende. Direkt erschreckt,was alles so unter ner Decke steckt.Nämlich:die, die dich hülst,auch wenn deWANDLANGeinfach nurmal sounter ne warme Decke willst.Zu dämlich.Das ist nämlichder Haken an der Ecke.Die Decke. Knallst uffen Bodender Tatsachen.Bleib lieber unten.Pantoffeln roden.Da gibt’s zwar auch…Mehr

Himmelsbogen

Von Ellen Marion Maybell Da spann doch einerden Himmelsbogenüber’s Regenzelt.Und spinnte,wie ungezogen,weiter seinen Schleudertraumvon nem Batzen-PackMatratzen-Geld.Was raus kam,war nur’n Fetzen Wolle.Nun sah ermit Entsetzennicht nur blöde – aus –der Wäsche.Denn so was kommt,es ist so öde,bei Riesen-Giernach KOLLE – raus.Wie bei den DAMEN –Frösche. Wie kann man so versponnen sein.Das ZEUCH flutscht raus.Rutscht selten rein.Aus…Mehr

Eine Möglichkeit, den Wert eines Menschen zu bestimmen

Von Stefan Walter Leg als Basis seine Bildung zugrunde.Addiere Kraft und Ausdauer, multipliziert mit 1,5.Zähle weiter die geistige Leistungsfähigkeit im Quadrat hinzu.Subtrahiere seine Krankheiten; bewerte chronische Krankheiten doppelt, unheilbare dreifach.Ziehe dann ab seine Armut, geringe Herkunft, Religion und abweichende Meinungen.Vergib Sympathiepunkte bis zur Höhe des Zwischenergebnisses.Verwirf die Berechnung.Setze den Wert auf unendlich. © 2021 Stefan…Mehr

Tote Fische

Von Anna Schöne „Fass das nicht an!“ haben sie gesagt, als ich mich gebückt hatte. Unsere Augen – meine neugierig, seine panisch – waren beinahe auf einer Höhe gewesen, mein Kopf hatte das Straßenpflaster berührt. „Vielleicht ist es ansteckend!“, haben sie gesagt. Und dann habe ich es tatsächlich liegen lassen.Das arme kleine Vogelküken. Die kleinen…Mehr

Die Menschheit schreitet voran

Von Michael Wiedorn Worauf warten wir denn? Unser Leben ist ein ewiger, sonniger Sommernachmittag – seit immer für immer. Die anderen Jahreszeiten sind abgeschafft. Ich war eines Tages einfach da – hier auf der Welt. Bei meinem Erscheinen auf der Erde – es war keine Geburt – hatte ich die selbe Größe und das selbe…Mehr

Eine verregnete Nacht

Von Michael Wiedorn Ich blicke die Fassade hinauf und weiß, von welchem Fenster er zu mir herabblickt. Er ist zu feige, bei Gewitter runter zu kommen. Es regnet, als sollte in den nächsten Stunden die ganze Welt absaufen. Im Regencape warte ich auf der Straße. Jetzt in der Nacht ist es hier so ruhig und…Mehr

Die Sonne hat die Erde entzündet

Von Michael Wiedorn Er tritt aus dem Personalausgang der Bank, in der er arbeitet. Er blickt in einen Spiegel. Den ganzen Tag schon fühlte er sich matt und eingesperrt in die Totenstarre des Bankalltags. Seine Augenlider sind entzündet. Seine Gesichtshaut scheint ihm blass und schlaff. Er wird auch nicht jünger. Ihn ekelt es vor sich…Mehr

Karo-Neuner

Von Konstantin Kaiser Im halben Traum erscheint mir eine Spielkarte, fragen Sie mich nicht mehr, welche. Eine mit viel Rot, der Karo-Neuner möglicherweise. Die Spielkarte redet und redet, schneidet auf, was sie alles kann, sich unerkannt im „Packerl“ verstecken, wie sie die anderen Karten blockiert und aussticht. Und hört nicht auf, sich wichtig zu machen.…Mehr

Loslassen 4

Von Sofie Morin Das Eisfeld liegt brach wie ungebrochen. Ich habe die Blütenblätter längst aufgesammelt. Denn nichts, was uns angehört, soll hier eingefroren sein. Meine Wehmut findet kein Makel.So kämpfe ich gegen die Wellenkämme des Versagten an. So stemme ich mich gegen eine haltlose Bestimmung.Zuweilen stelle ich mir meine nackten Sohlen auf dieser einzigen Scholle…Mehr

Es tröpfelt

Von Walther Stonet Es tröpfelt der Regen vorm Fenster.Man sieht sich darin nicht genau.Im Spiegel stehn Schattengespenster,Das Innen wie Außen sind – grau. Der Mann fährt sich durch seine Haare.Er kühlt sich am Fenster die Stirn.Das Auge sieht Jahre um JahreUnd wie sich die Stränge verwirrn. Der Glaube verkommt so zur Ware,Mit der man die…Mehr

Bah! Rock!

Von Walther Stonet Gibt es den Gryphius tatsächlich auf Tiktok?Ja, muss der alte Kerl denn wirklich ewig leben?Ich wünschte mir so sehr ein klitzekleines Beben,Denn sonst krieg ich die Krise, geh am Stock Und buche eine Kreuzfahrt, nackt, mit Metal Rock.Ich seh mich über Meere saufend schweben,Denn die Banausen ruinieren mir mein Leben,Um das ich…Mehr

Nähe aus geschlossen ein

Von Walther Stonet Der ab riss zettel nimmt abich nicht – der pandemiker frisstsich einen bauch an: abstands wahrung ein geschlossen Nähe aus geschlossen:man um armt sich selbstfrau auch – oder nicht auchdas ist hier die frage Alle un paare ver einzelntanzen zu vergeblichen liebesträumen rufen den notstand der unteren körper Regionen aus & laufen15…Mehr

Der Anruf

Von Fernand Muller-Hornick Der Versuch eines Beamten des öffentlichen Dienstes, bei einem Anruf die Verbindung entgegen zu nehmen, lief insofern schief, weil der Beamte, durch den plötzlichen Anruf erschreckt, den Hörer zu hastig aufhob, wobei sich das an Hörer und Telefonapparat befestigte, spiralförmige Kabel derart verwickelte, worauf der Beamte sich genötigt sah, zuerst das Kabel,…Mehr

Winter

Von Jutta v. Ochsenstein das Nachtweiß deiner Augen eine Handvoll Schneeflocken die ich stahl aus deinem Zeitbeutel jeder Schritt leuchtet und tönt weit in deiner Zustimmung verwerfe ich die Schwere des Kristalls leicht verweht der frühe Schnee sinken Flocken auf Wimpern die Stille flimmert in deinem Wort © 2021 Jutta v. OchsensteinAlle Rechte vorbehaltenMehr

auf den spuren lautreamonts – eine knapp bemessene fiktion und hommage

Von blume schweren schrittes – & die waelder schrie’n lautarm, dass ihm das blut im schaedel kochte, wie der erste, verwegene gedanke eines unheilverkündenden tages, zu seiner ekelsten essenz destilliert, wie der brachgelegene blick eines sterbenden mannes, dessen dasein eine wueste bar jeglicher oase ist, wie das beaengstigende schaben an einer naechtlichen tuer, wenn nicht…Mehr

Stahlspritzer

Von Niklas Götz Ich zog meinen Kopf tief ein, als ich die Türschwelle des unterirdischen Bunkers durchschritt. Ich musste gebückt bleiben, denn die aschgraue Stahlbetondecke war so niedrig wie meine Schultern. Mir war, als könnte ich Gewehrsalven, Bombenexplosionen und Todesschreie hören, ganz leise nur, wie aus weiter Ferne. Bis auf den fahlen Sonnenschein, der durch…Mehr

Bei ihr

Von Lydia Kraft Immer wollen alle was von mir. Die einen Gehorsam, die anderen Geld, manche auch Liebe. Irgendwann ist dann genug. Da ist nichts mehr, aus und vorbei. Auch wenn es Kulturen gibt, die die Zahl Null nicht kennen. Da muß ich hin. Es wird immer etwas da sein. Aber gut… Was soll ich…Mehr

Begleitung

Von Michael Kothe »Wäre ich doch bloß nicht über den Friedhof gegangen!«Unwillkürlich hatte er lauter gesprochen, als er gewollt hatte. In der abendlichen Stille musste es trotz der Luftfeuchtigkeit, die sogar das Geräusch eiliger Schritte aufsaugte, in der ganzen Straße zu hören gewesen sein. Erschrocken drehte er sich um. Scheinbar jeder Passant hatte sich nach…Mehr

Wiedersehen in Coronazeiten

Von Michael Kothe »Hallo, Heiner!« Er winkt.Hä?»Mensch, Heiner, wir haben uns ja eine Ewigkeit nicht gesehen. Wie geht´s dir?« Jetzt steht er vor mir, hat im Laufschritt die leere vierspurige Straße überquert.»Naja, es muss.«»Und ´nen Hund hast du auch?«»Deswegen steh´ ich ja hier draußen. Sonst wär´ ich mit meiner Frau im Supermarkt.«»Mensch, da ham wir ja…Mehr

rückblick

Von Hans-Joachim Kuhn da war dieses weben … gestalt & klangam wimpernrand – im eisernen brustkorb ein schattenaus rotem gefieder dem rankten sich töneums singende haupt … aus trockenen kehlen vom straßenstaubdas elend der worte nur ein erinnernwie fernes leuchten – kindheitsgerüche enthäutete sommerzusammengewürfelt zerstückelte echos – einmalhört ich sie singen ins licht eine hymne…Mehr

ent wortet

Von Hans-Joachim Kuhn lippenstäubend kreiselnde irresenkt sich stummrauschende todesstilleauf dein verglänztes schneegesicht …im augenweiß dein uralter blick kennt das wort nocham rande der sprache unter geröllentatmetes nichts … flügelbeschwingtesblaugefieder – undurchlässiggekneteter lehm … innig erstarrt eines jeglichen spurvergeblich hauchst duden wörterflächen atem ein auf der jagdnach dir selbst © 2021 Hans-Joachim KuhnAlle Rechte vorbehaltenMehr

Pantoffel statt Pandemie / Home sweet home – neue häuslichkeit

Von Eva Radon Ja, die füße in pantoffeln aus pelz, die sie als geburtstagsgeschenk bekam.Die sind warmSie hatte nie welche, ging lieber in socken oder bloßfüßig. Die kartoffeln (eigentlich erdäpfel) waren heurige aber, über die zeit, übers jahr trieben sie aus wie wilder wein. Sie liebte kartoffelspeisen:ob im ofen, gratin, püree, suppe mit kümmel und…Mehr

Aranea Somatica D 20

Von Zartelli Ich bitte das Volk um Entschuldigung: für alles, was ich an ihm verbrochen habe. Das war von mir so nicht gewollt. Die haben mich hypnotisiert. Es muss während eines der Kriegsspiele über mich gekommen sein, eines der Kriegsspiele, die sie als unabdingbar für die Bewältigung der kommenden Ereignisse deklariert hatten. Vermutlich war es…Mehr

Ewigkeit

Von Valérie Baum Sie ruft und schluckt unsere NamenEin Sandkorn sind wir – bleich und kaltWir sterben still so wie der WaldUnd gehen nach dort woher wir kamen Die schwarze Nacht umgibt die TräneDie noch vergossen werden wirdIm Universum Kälte klirrtDa klappern auch die falschen Zähne Es scheint Erfolg ein heilend´ MittelDoch eines Tages bricht…Mehr

Rote Sterne

Von Valérie Baum Der Tag der einsam und im Grau verrinntSchlägt in dem wunden Herzen eine WundeSo wie ein schlurfender Wurm vergeht die StundeWenn Freundes Freunde nicht beisammen sind Das Jahr ist neu, der Tag schon alt mit BartIn allem webt der Sinn der TraurigkeitIn einem Wipfel eine Dohle schreitDie Schneefrau ist von selten edler…Mehr

Heimkehr – Zwei Gedichte

Von Suzana Garic Den Arunachala hinauf die Höhe,wie die Knospenreifer Blütenfällt mein Ich ab.Es ist an der Zeit,nach Hause zu gehen. Die Angst des Nichtfindensbin ich nicht, die Erschöpfung des Suchensbin ich nicht, die Freude des Findensbin ich nicht. Das Ich verliert an Bedeutung,die Geräusche hörendstill ist der Wald. * Nach dem Moment,wenn ich Dich…Mehr

Corona-Zeit

Von Monika Schotsch Schonungslos!So ist dieses Jetzt.Was ist das Bild,wie ist es gesetzt? Gnadenlos!So ist diese Zeit.Was ist der Sinn,was hält sie bereit? Rücksichtslos!So ist diese Tat.Was ist der Grund,woher kommt die Saat? Herzenslos!So ist diese Welt.Was ist der Kitt,der zusammenhält? Liebevoll:So sollen Menschen,ab jetzt leben,mit Konsequenzen! Freudevoll:So soll die Erde,für dich und mich,für alle…Mehr

WinterWeißePracht

Von Monika Schotsch Die Welt erwachtin weißer Pracht,Zeigt sich in ihrer Schönheit. Ein Mäntelein:So rein, so fein,ist ihre Garderobe. Ein Hauch von Weiß,ein Klang von Leis‘ –so will sie uns betören. Sie glänzt und gleißt!Frieden verheißtdie Schönheit und die Wonne. Sie macht uns Mut,bedeckt das Blut,das andre hinterließen! Gebt auf sie Acht,bewahrt die Pracht:’ne andre…Mehr

Zwei Gedichte

Von Peter Lexa di., 6.4.10, 19:45, berlin-wedding via reinickendorf zu ende!versunken im orangedes abendhimmelsüber’n wedding die wändeum dichsind zu dick in mei’m bauch:ein sorgfältiggeknüpfterstrick * ich bin so blau und pleiteein blatt fällt in den seeein kohlenschlepper fährt vorbei komm nicht in meine näh‘ich blute © 2021 Peter LexaAlle Rechte vorbehaltenMehr

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