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Textmanege
das unabhängige Literaturmagazin.

Mai 2022:

Zersplitternde Zeit

Von Johannes Morschl 1 Ein Sonntagvormittag im April 2022. K. stellte sich vor den großen Spiegel im Flur seiner Wohnung. Er bekam einen Schreck, als er sich im Spiegel nicht sehen konnte. Er rüttelte an dem Spiegel, aber sein Spiegelbild wollte nicht erscheinen. Er drehte den Spiegel um, ob sein Spiegelbild vielleicht hinten herausgefallen wäre,…Mehr

Der Herr Baron

Von Johannes Morschl Onkel Toni, der Mann von Tante Rosa, der jüngeren Schwester meines Vaters, war der einzige in unserer Familie, der eine gewisse Berühmtheit erlangte, – keine große Berühmtheit, aber doch eine kleine Berühmtheit, die auf seiner Beziehung zum Theater und seinen Verdiensten dafür beruhte. Es geht dabei um ein ganz bestimmtes Theater in…Mehr

Ein schmaler Grat zwischen Himmel und Hölle

Von Franziska Rohrmoser Flüchtig huschte ich über den Gehweg, die schwarze Sporttasche über meine rechte Schulter gelegt. Bei jedem Schritt schlug sie mir heftig in die Kniekehlen, doch das ignorierte ich. „Vielleicht nicht die beste Tasche für so eine Aktion“, motzte die Stimme in meinem Kopf kritisch. Ich ignorierte auch das und lief zielstrebig weiter.…Mehr

STROHHALM

Von Eva Radon Wo gibts heute noch einen strohhalm?wo gibt es in dieser welt etwas zum anhalten?? Es war einmal eine fee, die von einem anderen guten gestirn auf diese, unsere weltkam.In ihrem rucksack zwischen ihren flügel hatte sie 1000te strohhalme dabei.Sie sollte überall dort hin – das war ihre mission – wo menschen in…Mehr

Störrisch

Von Regine Wendt es geht nicht es————- ist klein, nicht Mann nicht Frau, manchmal Kind, aber doch gestaltlos. Nebulös wichtig, wo es sich aufhält, hinterhältig, wie eine schmeichelnde Katze, die dir plötzlich ihre Krallen zeigt. Es ist oben und unten, Leben und Tod, aber immer in Begleitung, Maria oder Hure, es passt sich an. Es…Mehr

Poem nach einem Photo von Bettina Hex Engine

Von Regine Wendt Die Frau im rotem Sessel Samtrot der Sessel Süß und rot der Wein Frauenduft betört Rote Lippen Wie weiche Mohnblüten Signale sendend rot rotierend Auf dem Boden Entkleidungsstücke Verstreut Festweich locken Schenkel Körpersprache wenig bedeckt Sendet greifend Direkte Signale, stummrufend Augendunkel, aus Tiefen lockend Erwartend, versprechend Durst und Hunger Verheißungsvoll stillend Fließe…Mehr

Tanz mit mir

Von Regine Wendt Deine Augen lachen mich an sprechen ich halt dich fest Deine Hände auf meiner Schulter gleiten hinab umfassen mich Love me tender Zärtliche Musik lässt und Eins werden Körper an Körper geschmiegt als wären wir immer ein Ganzes gewesen Fleisch in Töne getaucht Vertrauen gegen Vertrauen Gesprochene Worte in die Sicherheit Ummantelt…Mehr

Nach Dortwohin

Von Monika Jarju Mit einem Freund spazierte ich am Stadtstrand entlang. Während ich voranging, fotografierte er mich. Bald verlor ich ihn aus den Augen, kehrte in ein belebtes Strandcafé ein, trank einen Cappuccino und wartete auf ihn. Als er nicht kam, beschloss ich zum Aussichtsturm am Flugplatz weiter zu gehen. So lange ich auch ging,…Mehr

Rock & Rosie

Von Monika Jarju Als diese frische Frau aus der Tram steigt, zieht sie alle Blicke auf sich. Das dunkle weiche Haar trägt sie hochgesteckt, ihre hohe grazile Gestalt wächst wie ein Stiel aus einem bauschigen Rock. Buschwindröschen, denke ich. Über einer purpurnen Bluse, halb Rüsche, halb Rose, flammt das Muster ihres Beutels auf, ein grüner…Mehr

Gartenblues

Von Monika Jarju Als ich den Terrassenweg hochsteige und mich umblicke, um den zurückgelegten Weg zu betrachten, sehe ich die Wellen auf dem See glitzern. Von einer alten Villa in dieser grünen Landschaft erklingen swingende Melodien. Ich bleibe einen Moment stehen und lausche den geschmeidigen Tonfolgen und quietschenden Dissonanzen, die immer wieder unterbrochen werden von…Mehr

Was Hänschen nicht lernt

Von Lena Kelm Am Hermannplatz steigt eine adrette ältere Dame in das U-Bahnabteil ein, in den Augen der Jugend wirkt sie eher altmodisch gekleidet. Sie trägt eine schlichte Brille zum langen beigen Wollmantel, Hut und Handschuhe, farblich abgestimmt der beige-rot-weiß kleinkarierte Schal, ein geschickter Kontrast zum gepflegten schulterlangen Silberhaar. Die Tasche – obligatorisches Accessoire einer…Mehr

Antonias“ stürmische Botschaft

Von Lena Kelm Auf meinem Balkon tobt „Antonia“. Tannenzweige und Nadeln fliegen durch die Luft. Ich beobachte den dritten Sturm in dieser Woche vom Sofa aus, im warmen Raum. Und freue mich, nein, nicht über den Sturm, der viel Schaden anrichtet und sogar Menschenleben kostet. Ich muss heute nicht zur Arbeit! Mein Kollege Ralf bat…Mehr

Gestern bei Da Gianni

Von Sandra Engelbrecht Ein lauer Mai-Abend. Gestern. Wir sassen in der Pizzeria. Wie jeden Donnerstag um 20:00 Uhr, bei Da Gianni. Bereits seit zehn Jahren jeden Donnerstag. Derselbe Tisch. Dieselben verschrumpelten süsslich schmeckenden Oliven. Dieselbe rotweiss karierte Tischdecke mit denselben Tischtuchklammern aus zerkratztem Kunststoff. Der Chianti in der Korbflasche war bereits entkorkt und die Weingläser…Mehr

Minutengeschichte I

Von Hans Peter Flückiger Im Westen nichts Neues. Zwei Kinder fahren den Rhein hinab. Die Flucht ohne Ende. * © 2022 Hans Peter Flückiger Alle Rechte vorbehalten Die Geschichte zur Geschichte: Diese Minutengeschichte entstand im Kunstmuseum Solothurn (Schweiz) im Rahmen des Projekts Kunst und Schreiben zur Ausstellung Tiefenschärfe – Zwischen Lust, List und Schrecken (Dauer…Mehr

Minutengeschichte II

Von Hans Peter Flückiger Lerne zu lachen ohne zu weinen. Liebe. Auch meine Mutter freute sich nicht. * © 2022 Hans Peter Flückiger Alle Rechte vorbehalten Die Geschichte zur Geschichte: Diese Minutengeschichte entstand im Kunstmuseum Solothurn (Schweiz) im Rahmen des Projekts Kunst und Schreiben zur Ausstellung Tiefenschärfe – Zwischen Lust, List und Schrecken (Dauer 29.01.22…Mehr

Minutengeschichte III

Von Hans Peter Flückiger Schreie auf dem Boulevard. Stoffel fliegt übers Meer. Der Flüchtling. Afrikanische Legenden. Schwarz auf weiss. * © 2022 Hans Peter Flückiger Alle Rechte vorbehalten Die Geschichte zur Geschichte: Diese Minutengeschichte entstand im Kunstmuseum Solothurn (Schweiz) im Rahmen des Projekts Kunst und Schreiben zur Ausstellung Tiefenschärfe – Zwischen Lust, List und Schrecken…Mehr

Minutengeschichte IV

Von Hans Peter Flückiger Tabakstreik – In der *Stumpenfabrik. Tabakarbeiter an einer Demonstration. Zigarrenmacherin schildert Probleme der Frauenarbeit.# * © 2022 Hans Peter Flückiger Alle Rechte vorbehalten Die Geschichte zur Geschichte: Die Geschichte entstand im Kunstmuseum Solothurn (Schweiz) im Rahmen des Projekts Kunst und Schreiben zur Ausstellung Tiefenschärfe – Zwischen Lust, List und Schrecken (Dauer…Mehr

Balbo im Kunstmuseum Solothurn

Von Hans Peter Flückiger Wie sehne ich mir das Ende dieser Ausstellung herbei. Gut, im Depositum der Thurgauischen Kunstgesellschaft vor mich hinzudämmern ist auch nicht immer ein Vergnügen. Aber was ich als Leihgabe hier im Kunstmuseum Solothurn erlebe, ist definitiv zu viel des Guten. Schon vor dem Mittag fängt der Rummel an. Zu der Zeit…Mehr

Zeitzeuge

Von Henning Brüns Die verzweifelten Sätze,die ihm auf den Lippen schäumten,er selbst konnte sie nicht bedeuten. Wieder und wieder dachte er,wie wohltuend es wäre,zerschnitten auf dem Bett zu liegenund auf ewig zu bluten. Aber die Worte sprudelten,als wäre sein Gedächtnis ein Wasserfall,der ausgeliefert einem Schicksalgravitätisch in die Apokalypse folgte. Dort wo ausgeschlagene Zähne knirschten,und das…Mehr

Gut und schlecht

Von Heidi Ehrnböck du verteilst den richtigen Lohnich krieg ’ne neue Depressionsitzt da ganz schlank auf der Bankdas macht mich irgendwann krank du gehst zwei-, dreimal joggenmir fehlen immer noch Sockenmachst dein Picknick auf der Wieseich glaub‘ davon kommt meine Krise du hast ’nen Urlaub mit Sandstrandich mach für den Bank-er ’nen Handstandfahre nur vorbei…Mehr

erstes grün

Von Marek Födisch erstes grün: die kastanien vorm balkonwissen nichts von den trümmern mariupolsatme im wissen, dass hölle hier nur ein wort ist bisher Kateryna, Bohdan, Oleksandra oder Yegorkennte ich euch, würde jede zeile vor scham ins weiß verschwinden das erste grün der kastanien bleibt (muss bleiben)allegorisches hoffen * © 2022 Marek FödischAlle Rechte vorbehalten.Mehr

Das Flimmern

Von Marek Födisch Eine merkwürdige, gänzlich unbekannte Stimmung blieb zurück, die vielleicht von einer seltsamen Begegnung herrührte, doch ohne diese irgendwohin verorten zu können. Auch ein Wonach war nicht auffindbar, an diesem frühen Abend. Als W. darüber nachsann, geschah lange nichts. Dann, nach einer nicht messbaren Spanne, befand er sich inmitten von sprechenden, pulsierenden Räumen,…Mehr

januar blues

Von Marek Födisch sonne setzt sichgolden auf birkenkronenim parkstottert willie dixon´s „nervous“von irgendwoher unschlüssigauch die knospen im schneefreien januar * © 2022 Marek FödischAlle Rechte vorbehaltenMehr

Wart auf mich

Von Renate Schiansky Wart auf mich, sagt die Mutter, und das Kind kauert sich unter der Kellertreppe auf einen umgedrehten Pappkarton. Der Karton trägt es leicht, denn das Kind wiegt nicht viel. Es ist, wie so viele in diesen Tagen, viel zu klein und zu leicht für sein Alter. Das dünne blau geblümte Sommerkleid schlottert…Mehr

Manuela

Von Claudia Dvoracek-Iby „Hast du gestern „Tarzan in Gefahr“ gesehen?“, fragt Manuela.Wir spazieren durch den lichten, kleinen Eichenwald am Rande unseres Dorfes. Manuela geht zwei Meter vor mir. Ihr langes Haar fällt in hellen Strähnen über ihren Rücken. Mit ihrer rechten Hand schwingt sie energisch einen Stock und schlägt ihn hin und wieder gegen Sträucher…Mehr

Blinde

Von Markus Katzenmeier Allmählich verschüttet ineinem Meer aus Unvernunft und Naturder immer gleichen Wogen Eingedrungen noch indie kleinsten Poren,bis naive Reste verfaulter KindheitAugen bekamen Augen, die nie mehr verloren zu sehen Aufgeweicht das hoffend Fröhlicheim Erkennen des Realen,in Ewigkeit Realen Und ihr schwelgt nach wie vor in Utopien * © 2022 Markus KatzenmeierAlle Rechte vorbehaltenMehr

20. März 2020

Von Anna W. von Huber wie schön das wärwärst du jetzt hierbei mir ein Stück weit Gemeinsamdie strahlen der sonnehier zu genießen im sonstigen rennennach nichts was man noch weißbleibt hier alles still das drehende rades ruht Das Außen unbegründbar lebt sich´s nun schöner alsdie zeit zuvorlebt sich´s nun leichtervielleicht wagt werden blick nach vorn?…Mehr

Zeig mir doch ein Lachen

Von Anna W. von Huber Wie schön das ist,wenn dein Mund sich erhebt.Wie schön das ist,wenn deine Augen sich verkleinern. Ich habe entschlossen,es zu versuchen.Diesen AusdruckUnendlich zu wiederholen. Dazu muss ich wohl,üben und üben,um dir zu zeigen,wie schön das doch ist. Wenn ich dichDabei seheZeigst du die WahrheitDeines innersten Seins Und du zeigst mir,dass es…Mehr

verreiste identität

Von Alexander Reisenbichler eine geschichte aus nepal als die tiger noch pfeife rauchten dichter auswurf selberlebensreisebeschreibung der herr des anfangs. ganesh. ein gehdicht sei ihm gewidmet. ganapati. vinayaka. in nepal wird er zu neujahr in einer saenfte getragen und huehnerblut wird auf ihn gespritzt. erdbeerrote muender auf weissen kurtas. nepal, das einstige einzige hinduistische koenigreich…Mehr

Alles Tiger

Von Ellen Marion Maybell Was für ein Gewalt-TIGER…Bär-TIGERMut-TIGERBLUT-TIGERBär,der den TIGER umkreist.Doch der ist ein Rünst-TIGER,äußerst inbrüns-TIGERlüst-TIGERWUT-TIGER,der den Bärenin lust-TIGERglutheißer,günst-TIGER,list-TIGER,Hinterhält-TIGERlocker als BEUTCHENam Stückchenzärtlichund liebendin ganz, ganz kleine Stückchen zerreißt. Hoch heft-TIGER geht’s ja wohl nicht.Ein DEFT-TIGERungemein läst-TIGERAber ein Roman-TIGER.Er ist ein Gedicht. * © 2022 Ellen Marion MaybellAlle Rechte vorbehaltenMehr

Bisschen Blödsinn und dummes Zeug

Von Ellen Marion Maybell Bisschen Blödsinn und dummes Zeug.Ich sachet euch…………………………Das macht Sinn.Wo käm‘ wir sonst hin.Blödsinn hält frisch.Bloß nich vom Tisch.Besonders der höher,warumme denn nisch,sagte der Niederrehein-Seher,der Hans-Dieter Hüsch. Es gibt solche und solche.Die einen ham Vita.Die andern ham DOLCE.Dat sticht sich so süßvoll auf die NÜSS.Ach, diese Molcheund die ganz fiesen Strolche.Haun schon…Mehr

Die Maulwürfel sind gefallen

Von Ellen Marion Maybell Die Maulwürfel sind gefallen.Über ihre eigenen Hügel.Einer konnte grad noch lallen:Wir kamen einfach nicht übern Berg,über unser überdimensionalesselbst geschaufeltes Schaufelbaggerwerk.Unterirdisch – könnte man sagen. Man könnte auch fragen:Warum nahmt ihr nicht Flügel.Dann wärs nicht geschehn.Bitte, welche Flügel.Die ham wir gar nicht gesehn.Wissen auch nicht, wo die sind.Wir sind doch stockblind.Wer weiß…Mehr

Apfelstecher

Von Michael Kothe Das zweite Opfer innerhalb einer Woche! Christine schaute vom Schleißheimer Anzeiger auf, einem kostenlosen Regionalblättchen des Münchner Nordens, das sich durch Werbung und Kleinanzeigen finanzierte. Ihre Mundwinkel zuckten, als sie hochrechnete, wann bei dieser Rate die Bevölkerung von Unterschleißheim ausgelöscht sei. Bei 31.000 würde das ganz schön lange dauern! Etwas erschrocken über…Mehr

Die Gondelfahrt

Von Michael Wiedorn Nachts stürzen Regenschauer wie panisch flüchtende Geier aus den Höhen des Himmels zu Boden. Die gespenstisch weiße Mondscheibe leuchtet zudringlich in die stillen Zimmer eines verwahrlosten Hauses. Der Mond bestrahlt einen auf Gesicht und Bauch liegenden Männerkörper. Nackt bis auf die Unterhose.Er ist nicht mehr ganz jung. Der Bauch ist aufgebläht. Schläft…Mehr

Nachts klingelt das Telefon

Von Michael Wiedorn Ein Klingeln. Was klingelt? Eine weite Landschaft. Blaue Berge am Horizont. Felder und Äcker – grüne, rote, braune Flächen. Ich bin wach. Das Telefon läutet. Es läutet und ich starre es schlaftrunken an. Zu einer starren Leiche versteinert. Jemand will mich bedrohen. Die Vorhänge vor den weit geöffneten Fenstern bauschen sich im…Mehr

Tief hinein

Von Michael Wiedorn Eine offene Stahltüre führt mich ins Dunkel. Sie ist der Eingang in einen Bunker. Dicke Betonwände widerstanden im Zweiten Weltkrieg den Luftangriffen. Aus dem Inneren greift mich der beißende Gestank nach Scheiße und abgestandenem Schweiß an. Würgend taumle ich vorwärts. Ich habe Angst in die Finsternis und den Dreck einzutauchen. Ein bulliger…Mehr

Eisener Steg

Von Niklas Götz Es heißt, Liebe lässt dich strahlen wie HonigkuchenrösserUnd deine Gedanken bauen rosendornige TraumluftschlösserDoch wir, wir sperren uns nicht zusammen einWir wollen nur gemeinsam frei seinWie zwei Flügel einer TaubeSind wir verbunden durch Herz und BlutFreiheit gibt es nur zusammen, verschweißt durch rote GlutLiebe fesselt uns aneinander wie HandschellenUnd so lassen wir sie…Mehr

Beim Leibe nicht

Von Marcus Nickel Knete in Masse habe ichtrotz Beleibtheit nicht,einer Karriere habe ichmich bislang verweigert,den Preis persönlicher Freiheitins Unbezahlbare gesteigert,Schulden auf mich wie meineArroganz huckepack genommenund mein Ego geschultert,irgendwie schaff‘ ich es,nicht auf der Straße zu landen,zugleich nicht in einemkleinen Paradies zu stranden,ich lausche dem Luftzug,der auf Schicksalsschienen über michhinwegrauscht, ein Geräusch,ähnlich dem grummelnden Bauchmit…Mehr

Galater 2,20 , Epheser 5,2

Von Ludmilla Pettke Das Lebenübers Knie gebrochenin zwei Hälften,die eine weggeworfen,die andere vergeudet.Was bleibt? Mit leeren Händensteht man da,angewiesen aufdas Opfer eines andren,das Leben eines andren.Das reicht. * © 2022 Ludmilla PettkeAlle Rechte vorbehaltenMehr

110

Von Walther Stonet Die Leiche sitzt in ihrem Sack am FlussUnd stiert, bis Wellenschlag zu Eis gefriert.Der Raureif hat die Nase ihr verziert.Ihr Vorteil ist, dass sie nicht niesen muss. Die Mörderin schwingt ihren Fön. So schönIst sie, so wohlgestalt in der Person.Sie liebt den Sport. Die Schönheit ist der LohnDer Fron. Er kommt zu…Mehr

Toter Beau. Guter Beau.

Von Walther Stonet Das Gift spritzt durch die Worte in den KopfUnd später durch Hormone in die Venen.Man sollte sich nicht unberührbar wähnen.Dass alle Mörder sind – ein alter Zopf Für die, die täglich neu die Täter suchen!Zu schlau ist sie gewesen, diese Frau:Ihr Gift ist nicht mehr da, sie weiß genau,Wie man es macht,…Mehr

Schritt für Schritt

Von Walther Stonet Der Pickel ruht in seiner Hand. Er schlägtNicht Eis, das nicht. Es ist die Schädeldecke,Er denkt – und ruft nicht -: Idiot verrecke!Es ist nicht Mitternacht, weil‘s zwölf Uhr schlägt, Vielmehr ist’s heller Tag, ein schöner OrtFür einen Mord, so heuchlerisch und böse:Erst killt er ihn. Dann tritt er ins GekröseDem toten…Mehr

Bieder. Meier. Lied.

Von Walther Stonet Die Winde rauschen raschelnd in den Ästen.Ein Mann lauscht leise letzten RestenVon großen Lebensträumen hinterher.Ein wehes Winken in den hohen Wipfeln,Dann sieht man nichts von ihnen mehr.Die Schlüsselblümchen lieben gelbes Tüpfeln: Sie malen sich in beinah jede Lichtung,Als hätten sie‘s als einzige Verpflichtung.Er schüttelt seinen Kopf und schaut zum Pfad,Der ihn an…Mehr

die pendeltüre

Von Heinz Erich Hengel im quarantänewohnheim (qwh), in dem die positiv getesteten für eine gewisse zeit untergebracht sind, gibt es von der aufenthaltshalle (aeh) in den speisesaal (ss) eine pendeltüre (pt) (schwingtüre). eine zwei(2)flügelige pendeltüre: durch diese kann es möglich sein, dass ein flügel auf die eine und der andere flügel auf die andere seite…Mehr

Omas Tagebücher

Von Carmen Schmidt Als ich 13 Jahre alt war, stand meine zweite Oma plötzlich in der Küche. Bei Nacht und Nebel war sie durch das verminte Niemandsland der ehemaligen DDR gekrochen und über den Grenzzaun geklettert. Sie hielt das Leben in der ehemaligen DDR einfach nicht mehr aus. An diesem Abend hatte ihr Sohn Armin…Mehr

Unendliche Schwärmereien

Von Pawel Markiewicz Unendliche SchwärmereienIm Herz wohnt das goldigste Morgenrot.In der Tiefe ruht ein sanftes Zauberwort.In der Seele – fliegt ein linder Funke.Heimat wäre einfach verzaubert!Ich liebe zu den Sternen zarte Fahrt.Ich werde echt zaubernd nordwärts fliegen,wo das besinnlichste Gedicht entsteht.Ich sehne mich nach träumendem Engel,der einander schenkte – für deinen Flügel.Sehnlichste Fantasie sei entfaltet!Aparte…Mehr

Ein Meer von Blumen

Von Susanne Ulrike Maria Albrecht Unser aller Stolz, ein Park wie kein anderer; Kulturpark „Europas Rosengarten“. Er wurde im Juni 1914 von Prinzessin Hildegard von Bayern eröffnet. Rosenfreunde, allen voran der Landschaftsgärtnermeister Ludwig Stengel aus der Herzogstadt haben die prachtvolle Anlage geschaffen, die mitten in der Stadt liegt. „Europas Rosengarten“ ist eine Parkanlage ganz besonderer…Mehr

Gartenbeobachtung

Von Peter Lexa 22.11.98/10:21 schwarz, mit gespreizten beinenwie djangosteht die amsel im schnee, hinter der katze:„oida, wos wüüst, mei kind daschreckn? die katze hält nicht einmal an„hab schon zwei von euch gefressen heut!“ * © 2022 Peter LexaAlle Rechte vorbehaltenMehr

querulant

Von Peter Lexa querulantwerd i genanntkommdamit durchs ganze landnur durch’schland nich dort glaubensi bin österreicherganz ein weicherschluchtenscheißer irrtum, freunde!ihr habt eurenösi g’habt1000 jahre langgelabtboden gabt ihr ihmu jede menge blutauch das letztevon eur’m mutu jetzt kommt mir nur nichtdamitwie es leid euch tut i bin halb von eurem stammauch wenn ichsnicht wahrhabn willu verdammnutzt nixschlesienda…Mehr

eine stimme

Von Franz Niemand eine stimme,sie schweigt noch, sie singt nochzerrissen, ein sternvom himmel gestürztin die erinnerungen der wellen,seit mordgedenken in sich verloren,die wiederauferstehung abgesagt eine stimme,sie blutet noch, sie blüht nochaus versteinertem… * © 2022 Franz NiemandAlle Rechte vorbehaltenMehr

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