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Textmanege
das unabhängige Literaturmagazin.

September 2021:

Abgesang

Von Johannes Morschl Ist höchste Zeit, die Bühne zu verlassen. Bin der immer gleichen Schmierenkomödie müde geworden. Habe viel zu lange den Hanswurst gegeben, den schizoiden Trunkenbold, den Hungerkünstler, das verkannte Genie. Bin heruntergekommen, bin am Ende, habe Bombentrichter in der Seele. Habe aber immer Shakespeare verehrt. Der Mensch ist im Grunde genommen noch ein…Mehr

Kurz vor dem Abflug

Von Johannes Morschl An einem Sonntagnachmittag im August stand der alte Dichter Fredi Freitag auf dem flachen Dach des vierstöckigen Hauses in Berlin-Reinickendorf, wo er in einer heruntergekommenen kleinen Wohnung im 1. OG mehr hauste als wohnte. In seinem grauen zerfurchten Gesicht flackerte ein irrer Blick. Er breitete seine langen Arme wie Flügel aus und…Mehr

Feuersbrunst daheim kein Widerhall

Von Sofie Morin Anheimelnd wäre es, könnte sie sich darauf verlassen, dass die Wäsche noch feucht aufgehängt würde, daheim. Daran denkt sie, in der Straßenbahn, auf dem Nachhauseweg vom Nachtdienst, den sie immer noch so relevant wie geregelt systemisch versieht. In dieser Straßenbahn, die immer noch in ihren gewohnten Bahnen fährt, mehr als alles andere,…Mehr

Erzähle 2

Von Thomas Franke du könntest mir etwas erzählenvon himmel und höllevon wasser und sandvon schmerzen und lustvon lachen und weinenvon deinem lebenund wie es ist mit dir deine träume deine asche einst in den lüften der erde dem wasserhast du dieses leben getauscht mit der einsamkeit ich wünschte ich wäre bei dir ich werde dir…Mehr

Vor dem Supermarkt

Von Renate Schiansky Noch vor dem Morgengrauen steht er auf, schiebt behutsam die Decke zusammen, ganz leise, um die andern nicht zu wecken. Man schläft ohnehin nicht wirklich gut, jetzt, wo der Winter schon seine kalten Fühler ausstreckt. Obdachlosigkeit ist im Sommer viel leichter zu ertragen.Er zippt seine Jacke zu, schultert die blaue Segeltuchtasche und…Mehr

Sommerreprise

Von Eva Radon Welch ein Glück.4 Wochen in der „Sommerresidenz“ im Gartenhaus an der Alten Donau.Weg aus der Stadt.Der Garten berauscht mit seinem Grün, der Wiese, den bunten Blumen, den Kräutern, dem üppigem Feigenbaum, überfüllt mit grünen Feigen, die nicht wachsen wollen.Die Laube mit den Trauben, dem Apfelbaum, dessen Früchte im Gras liegen.Es sind derer…Mehr

Gezeiten

Von Regine Wendt Das Herz tickt anders. Zerbeißt die Zeit. Eben noch auf der Milchstrasse voll Wunder in das Paradies gelegt, schleudern unbedachte Worte in die Nachtlinie U7 hinein. Fremd in der Zeit schwimmen Tränen in Vergangenes, Meeresgrund für den rasenden verwirrten Herztakt. Der Kopf gibt herrschende Signale, dringt auf Respekt für das Jetzt, doch…Mehr

Phantomschmerz

Von Regine Wendt Er ist nah, ganz nah. Er spricht mit mir, oder spricht er über mich mit sich. Er spiegelt sich in mir. Sieht er sich, hört er sich, Ich schaue ihn an. Ich nehme wahr, ich taste mich heran, betaste. Ganz nah, aber was ist es, was sich so nah anfühlt, vertraut und…Mehr

Ljuba

Von Madame Pavot Vor mir steht die Tasse mit  dem Goldrand und zwei kleinen roten Blümchen, die unrealistisch ineinander gleiten. Ich drehe sie, finde sie kitschig, nicht zeitgemäß, eine Omatasse, aber auch Erinnerung an dich. An die Bilder, auf welchen die Brücken St. Petersburgs sich im Sonnenuntergang schlossen, wie Portale zu einer anderen Welt, an…Mehr

Alles in Ordnung

Von Marion Kannen Alles in Ordnung dein Koffer im Flur dein Mantel am Haken deine Arme um mich herum * © 2021 Marion KannenAlle Rechte vorbehaltenMehr

Wir sind leider keine Tiere

Von Lena Kelm Meine Tochter und ich überqueren die Straße.Auf dem Radweg kommt uns eine Fahrerin entgegen,vielleicht eine Sozialarbeiterin, Mitte Vierzig, in Jeans,Bluse und Birkenstock-Sandalen, ohne Schmuck.Ihr langes Haar flattert im Wind.Gleich wird sie halten, denke ich. Die Ampel ist grün.Oh, je, sie stoppt nicht!„Mama, zurück!“, ruft meine Tochter und reißt micham Arm, gerade noch…Mehr

Kinderfreuden

Von Lena Kelm Der Sommer der kasachischen Steppe war meist drei bis vier Monate heiß. Die Sonne heiß wie ein Grill, grünes Gras eine Rarität, die es nur kurze Zeit gab. Aber selbst die trockene Erde war uns Kindern weicher als die befahrene, steinige Straße im Ort. Die kasachischen Kinder waren es gewohnt, barfuß zu…Mehr

Das haben wir euch zu verdanken

Von Lena Kelm Ein Sonntag im Café Einstein mit meiner Tochter, ihrer Freundin und meiner besten Freundin. Wir sitzen bei Kaffee und Kuchen. Lange haben wir uns nicht gesehen bei dem rasanten Tempo des Berliner Hauptstadtlebens.Als meine Tochter den 8. März, den Internationalen Frauentag, erwähnt, an dem wir uns hier getroffen haben, greift meine Freundin…Mehr

Wahlergebnis

Von Monika Jarju Vom Bett aus schalte ich mit der Fernbedienung den Flachbildschirm auf der Hauswand gegenüber in der Hermannstraße an. Ich will unbedingt das Wahlergebnis erfahren. Schließlich will ich mich nicht hinstellen und behaupten, ich hätte nichts gewusst. Danach gehe ich besorgt hinunter in den arabischen Shop. Die Inhaberin weiß schon, was ich kaufen…Mehr

Abgehoben

Von Monika Jarju Anscheinend hatte sich mein Freund nichts dabei gedacht, als er für mich die Wohnung in der 196. Etage mietete. Er brachte mich dabei in eine fürchterliche Lage.Die Rolltreppe aufwärts erscheint mir zu mühsam, stattdessen nehme ich den Lift. Minutenschnell saust er hinauf. Trotzdem muss ich leider sagen: Diese Höhe erscheint mir gewagt!Durch…Mehr

Eine Einsicht auf Aussicht

Von Monika Jarju Dicht über dem Boden der Bahnhofshalle schwirren Flughunde, groß wie Dackel, ihre grüngoldschwarz schimmernden Flügel streifen sacht meine Beine beim Durchschreiten. Auf dem Bahnhofsvorplatz falte ich den Stadtplan auf und suche die Große Hofmeisterstraße, deren Name eher auf Regensburg oder Leipzig als auf Berlin verweist. Rasch entdecke ich sie im Gewirr angrenzender…Mehr

Eine neue Zeit bricht an

Von Michael Wiedorn Es ist ein stickig heißer Tag im Mai. Das Straßenpflaster dampft fast. Es ist ungewöhnlich heiß für einen Frühlingstag. Die Sonne brennt. Im Sommer wird das Gras hässlich gelb und so trocken sein, dass es schon bei einem leichtfertig hingeworfenem Zigarettenstummel lichterloh zu brennen anfangen wird. Die Welt wird immer wärmer, die…Mehr

Die Vereisung

Von Michael Wiedorn Ein Hochhaus steht an der Autobahn. Der Eiswind lässt den Schädel gefrieren. München ist kalt. Das riesige Gebäude ist ein überdimensionaler Stahldübel – eingerammt in die Erde. Fünf zusammengerammte Türme. An der Fassade gibt es keine Ecken. Die Türme sind rund. Gleichmäßige Fensterscheiben – eingefasst in bleifarbenen Metallflächen. Das Haus ist aus…Mehr

Im Auftrag

Von Michael Wiedorn Ich stehe in der Wartehalle eines Flughafens. Eine hohe Halle erhebt sich mit mehreren Stockwerken, mit Geschäften und Rolltreppen. Die neue Erdkugel ist künstlich aus Stahl und Glas erbaut worden. Ich komme aus einer fernen Stadt und reise in eine andere ferne Stadt – wahrscheinlich Moskau. Seit Jahren fliege ich rastlos von…Mehr

Die Revolution wird siegen

Von Michael Wiedorn Der Orkan drückt. Er drückt. Jaulen und Heulen pressen gegen die Glasscheibe des Hochhauses. Der Turm von Babel griff hoch in die Wolken. Eine ständig wachsende, unsichtbare Kraft kämpft gegen das noch standhaltende Glas. Ich sitze bequem und sicher auf einem Sessel im obersten Stockwerk eines Wolkenkratzers bei einem Bierchen. Hier fühle…Mehr

Der Tauche-Nix

Von Ellen Marion Maybell Der Tauche-Nix.Der taucht halt nix.Der taucht nicht ein.Der taucht nicht ab.Da macht er’n Bogen drum,nicht grade knapp.Nur taucht er leider eins nicht: unter.Der taucht nur auf.Überall und mitten unsund mitten unt‘ uns drunter. Der taucht auch nicht nach Perlen.Ist keiner von den Ein-Tauch-Kerlen.Taucht nicht nach Riffund altem Schiff.Was will das Wrackso…Mehr

Igel zum Hasen

Von Marion Ellen Maybell Der Igel sprach zum Hasen,willst du mir nicht mal einen blasen. So mit Pauken und Trompeten.Du kannst mir gern auch einen flöten. Oh nein, hab Ahnung nicht von Blasen, Tuten,auch wenn du solltest dies vermuten. Ich hätt’s dir gar zu gern gegönnt,doch besitz ich nicht solch Instrument. Darauf der Igel: Nimm…Mehr

Der Asket

Von Marion Ellen Maybell Wenn der Asketmit der KATEvor seiner Kate,am Katte-Gat steht,ist eigentlich alles,schon alles zu spät.Weil nach Haus mit ihr gehnleider nicht geht.Auch wenn die Kate mit Engelszung weht,ist leider schon alles, alles zu spät.Wat nich geht, dat nich geht.Schließlich ist er Asket. Er muss sich’s verkneifen.Lass Käte ruhig keifen.Er darf sie nicht…Mehr

& das nennt sich wohl (ein klein wenig) kaputt

Von blume rein raus wem gehoeren die dreckigen klamottenin der aufbewahrungsstaette nannte deine haltungsich meist schamkaschieren & drauszen tingelst dunun von joboffer zu joboffer & vergisst dabei flugswo du momentan angestellt bist doch voellig egalwas du tust das schlechte gewissen richtet sich einin dir & laesst jeden noch so schoenen augenblickoede & schal werden &…Mehr

hundi hundi wau wau

Von blume […] wer hat ’nen richtig langen schwanz?wer hilft gern ’nem blinden mann?wer ist vor glueck total in trance? der hundi […]– hundi; alexander marcus o wer nur verlieh dir das nutzrecht & die gnadenlosigkeites bar jedweder skrupel durchzusetzen auf den armseligenruecken versklavter kreaturen o nein viel schlimmer nochersatzteillager & fleischplantagen ja welch geringer…Mehr

Szenen einer Ehe – eher eine Szene!

Von Michael Kothe »Ich liebe dich nicht mehr.«»Warum sollte es dir besser gehen als mir?« entgegnete ich. Ich legte eine Menge Emotion in meine Stimme. Auf dieses Gespräch mit ihr hatte ich mich vorbereitet, ich wusste, dass es kommen würde. Kommen musste.»Du hast mich nie ernst genommen, hast meine Bedürfnisse ignoriert! Für dich war ich…Mehr

»Siebenreich – Die letzten Scherben« Kapitel 3. Nach Königstein

Von Michael Kothe 1. Die Temperatur war herbstlich lau. Schwacher Wind trug von irgendwoher den Duft nach Heu. Sie folgten dem Weg nach Nordosten. Es war ein besserer Trampelpfad, ausgetreten von Bauern und Händlern zog sich eine Spur verdichteter Erde durch bräunlich-grünes Steppengras. Wenige Schritte vor dem Tor hatte er sich dreigeteilt, die beiden anderen…Mehr

Der Hof

Von Daniel Redel Es geschah vor langer Zeit in einem kleinen Dorf, fernab allen Trubels der großen Städte.Es war ein wirklich winziges Dorf, kaum dreißig Menschen lebten dort. Neunundzwanzig, um genau zu sein, denn die Dorfälteste hatte vor wenigen Tagen einen Herzinfarkt, nachdem sie erfuhr, dass ihre einzige Tochter nun doch nicht ihre Änderungsschneiderei für…Mehr

Weiden. Leiden.

Von Walther Stonet Der Wolken graue Schicht verdeckt das BlauDes Himmelsmeers, in dem die Erde schwimmt.Woher sie kommt, weiß man nicht ganz genau.Wohin sie geht, das weiß man ganz bestimmt. Ich öffne meine Augen weit. Ich schaue.Das weite Grün wellt sich vor mir dahin.Ich weiß noch nicht, ob ich den Blicken traue.Die Frage nach dem…Mehr

Hoffnung. Schenken.

Von Walther Stonet Es wohnen jetzt im Ort nicht Menschen, nur noch Opfer.Sie sind traumatisiert. Sie haben Tod gesehen.Da gab es einen, hielts für einen Schenkelklopfer.Sie mussten bleiben. Dieser eine konnte gehen. Jetzt ist nichts mehr, wie es im schönen Gestern war,Nein, schlimmer, niemand kann ein Morgen heut erkennen.Die Flut kam aus dem Nichts. Doch…Mehr

Gewöhnung.

Von Walther Stonet Die Brücke biegt sich übers Nichts,Aus Dunkel ists, und tief, so tief,Es frisst das Strahlen allen Lichts,Und leuchtete es intensiv. Man will, dass ich die Brücke quere.Man will so viel, doch ich will nicht.Ich mag sie nicht, die dunkle Leere.Sie zieht an mir. Sie hat Gewicht. Ich heiß die Brücke: Lass das…Mehr

Phasen. Weise.

Von Walther Stonet Die Frage, die ich mir heut stelle,Ist: Fahre ich jetzt blitzeschnelle,Die Polizei hebt ihre KelleUnd denkt, ich säße an der Quelle, Da, wo es viel Moneten gibt?Ja, wer sein Auto liebt, der schiebtDen großen Bauch, das ist beliebt,Derweil der Lappen ist versiebt, Alleine über Feld und Wiese.Dort auf der Weide grast die…Mehr

Folgen. Los.

Von Walther Stonet Die Dummheit ist, man traut sich’s kaum zu sagen,Ein Zustand, der den Eigner nicht mal schmerzt.Ein Kluger hat einmal zurecht gescherzt,Dass Dumme selten über Zweifel klagen, Die Dummheit teilen sie vielmehr beherztMit denen, die die ebensolchen plagen,An denen obendrein die Skrupel nagen:Ach, hätte man sie anfangs ausgemerzt, Am Tag, als jener Schöpfer…Mehr

Alternative. Fakten.

Von Walther Stonet Die Frage, die ich zwischen Zeilen lese,Die seh nur ich. Denn da steht nichts geschrieben.So ist es oft mit vielerlei Gewese.Am Ende ist davon nichts dageblieben. Was sollen also Interpretationen?Ganz klar, die sollen dir den Blick verbiegen.So können sie sich richtig dazu lohnen,Um Wirklichkeit und Wahrheit zu besiegen. Am Ende sterben sie…Mehr

Am Kiesloch und später

Von Helmut Blepp Dieser Winter damalswir waren dicke Freundezwei Finger erfroren dirbeim Wühlen nach Gussund abends schlug dein Vater zuweil nur drei Kilo in der Karre lagen Ein anderer Winterdu lachtest auf der Straßeich drückte deine halbe Handder Vater ist totdu sagtest es laut Noch heute erinnere ich michdu lachtest auf der Straßewie ein Siegerund…Mehr

Wachsamkeit

Von Helmut Blepp Beachtet die Ränderan sie wird gedrängtsie schließen aussie fassen ein Ob akkurat gezogenvon Säumen gebändigtoder ausgefranstsind sie stets Grenzen trennen eins vom andernlassen Drüberschauen zuaber kein Hingelangenbehaltet sie im Auge * © 2021 Helmut BleppAlle Rechte vorbehaltenMehr

Nächtlicher Zecher

Von Helmut Blepp Größer als sein Schweißfleck im Pflasterdoch kleiner als sein Schattender sich jetzt erhebtüber die Dachgiebel hinausschwankend seinen Weg fortsetztdie Rechte am blutenden Hinterkopfaber unbeirrt im Wissenum sein verwaistes Bett * © 2021 Helmut BleppAlle Rechte vorbehaltenMehr

Zur Unzeit

Von Helmut Blepp Seit der Fuchs die Hähne holtesteht niemand mehr auf in der Frühdas Wetter draußen wechselt unbemerktzum Mittag bleibt nur ein Standbildauf der Straße träge Schattendenen die Leute nachschleichenfragt einer nach der Uhrzeitverberge ich eifersüchtig meine Uhr * © 2021 Helmut BleppAlle Rechte vorbehaltenMehr

Streit

Von Helmut Blepp Ich bin aus der Haut gefahrennun stehe ich schutzlos dawährend deine Worte nach mir hacken Silbe um Silbeschlägt blutige Wundenins bebende Fleisch mirund ichkann nicht einmal schreienhab kein Recht zur Handmich zu wehren * © 2021 Helmut BleppAlle Rechte vorbehaltenMehr

Rendezvous

Von Helmut Blepp Monotones Rattern der S-Bahnmein Gegenüber gibt sich hinschnarcht in leichtem Schlafund blinzelt schwer nach jeder Kurve Mein Hemd ist nassgeschwitztes klebt an mir wie geleimtich fühle mich nicht wohlerwarte ungeduldig die Endstation Eine Frau wird dort wartenmich prustend begrüßenund mir mit kühler HandPerlen von der Stirn wischen * © 2021 Helmut BleppAlle…Mehr

Gedicht

Von Franz Niemand Noch Balzverrenkungentränensackkokettin der Alten-Männer-Loge Ein grauer Ich-Lemmingblindlingssich in den Jungbrunn-Abgrund stürzt Unten ertöntdie Schicksalsgroteskemehrstimmigbitter gelacht * © 2021 Franz NiemandAlle Rechte vorbehaltenMehr

Gedicht

Von Franz Niemand Die angebetetekalte Schulterder blassen Hinterhof-Najadeberieselt von schaurigbrünstigem Geleierdes ewig sterbendenDichterschwans Schon sammeln sichdie dionysischen Luderkreischend zu seinerZerfetzung * © 2021 Franz NiemandAlle Rechte vorbehaltenMehr

Zwei Gedichte aus tz

Von Peter Lexa fr, 27.11.15, 11:54, tz sauer u trockenvielmehr:sauer weil trocken wie schneeflockendringt vergangenheit einins bewußtsein warte auf tauwetter * so, 6.5.18, 06:58, tz TWITTER auch wennschprechdurchfall gepaart mit dummmheitsollt‘ kein verbot die freie rede hindernbeitritt zu ‘nem schweigeordenkönnt‘ da die lage lindern auch wennbei jedem schritt im netzdie werbung durch das hirn mir…Mehr

In der Nacht

Von Valérie Baum Der Traum tat mir wehIn silbriger NachtDas Trauma nun schweigtHat lange gewacht Die Ernte der MühenDie Lust mir gebracht –Hab mir jetzt verziehenEin Ende der Schlacht Der Tag ist so munterAls wäre er neuDie Sonne geht unterSieht, wie ich mich freu Das Ende der StundenDas Ende der QualGedanken umrundenGefühlt Wasserfall Auf schlüpfrigen…Mehr

Fussspuren

Von Sandra Engelbrecht Fussspuren, verlierend im feuchten Sand,weisen den Weg zu unverhofftem Glimmen.Verwischen die Wellen mit wogender Hand,ich lass mich führen, von flüsternden Stimmen. Weisen den Weg zu unverhofftem Glimmen.Schlafend erträum‘ ich den taufrischen Morgen,ich lass mich führen, von flüsternden Stimmen,weggewischt sind alle Zweifel und Sorgen. Schlafend erträum‘ ich den taufrischen Morgen,rosige Ferne und doch…Mehr

Abraxas

Von Niklas Götz In fahlem Zwielicht war müde ich erwacht,Als ich dich eines kalten Winterabends fandWie Mondlicht schimmert deiner Worte Gewand,Es blühn‘ Gedanken dir wie Lotus bei Nacht. Du zeigtest mir flüsternd dein geheimes KainsmalUnd schreiend solltest du entblößen das meineAndre waren mir ein Rätsel, kalt wie SteineDu allein sprachst aus, was mir die Worte…Mehr

nach dem kolonialismus ist vor dem minderwertigkeitskomplex

Von Alexander Reisenbichler der westliche blick erzeugt koloniale bilder von menschen die in tote kalte winkel manoefriert werden – in ein permanents exil im nirgendwowinkel ihrer heimat wie schmetterlinge hinter guckglaskaesten gepinnt – postkolonialismus ist in europa ein historisches epochengemaelde – in asien ein nackter psychologischer tinnitus der nationale befreite grenzziehungen uebertoent – in suedkorea…Mehr

Herbst

Von Markus Katzenmeier In bunten Farben gefallenEin Mosaik am BodenDer Stamm schaut aufs Gerippe Nicht mehr zurückzuholendie prächtige Fülle Zusammengekehrt ins Nichtsder Vergangenheit Keine Spuren hinterlassen Allmählich verfault das InnereWill sich nach außen nicht zeigen Schwerer die Aufgabe von Jahr zu Jahr Wie viel Frost mag der Winter bringen?Und was kommt danach? * © 2021…Mehr

Der verzauberte Augenblick vom bienenhaften Herbst

Von Pawel Markiewicz Letzter Herbst – der Bienendlich vor dem Epiphanasder Bienenkorb erfüllt?eine Biene lugt nach dem Herbstin dem Bienenstock – Fitticheund zeitlose versonnene Funkenaparte Bienen sind die Heldendie Bienenkönigin bei der Grübeleidas Wunder zarten Summensdie herbstliche Bieneschlafen oder erwachen? – eine Zeitdas Bienhaus als der Tempeldie Herbst-Huldigungdie Biene fliegt sternwärtszur holdseligen Zärtlichkeitdas Wunder des…Mehr

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