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das unabhängige Literaturmagazin.

Juli 2022:

Lotterschreck

Von Johannes Morschl An einem Freitagmorgen im Juli stand der Berliner Schriftsteller Fritz Lotterschreck, ein auffallend langer dünner älterer Mann, nackt vor dem Spiegel in seinem Badezimmer. Er fragte sich: „Kann es tatsächlich sein, dass ich existiere, oder bilde ich mir das nur ein?“ Die Antwort folgte prompt: „So ein Quatsch! Du solltest mal wieder…Mehr

Haderer 3

Von Johannes Morschl Berlin, Mittwoch 15.07. 2020, nach 22 Uhr. Haderer sitzt an seinem Laptop, raucht eine selbstgedrehte Zigarette und trinkt ein Gläschen Wodka. Er spricht in das Zimmer, in dem sich außer ihm niemand befindet: „Verkehrtes, nein, verehrtes nicht vorhandenes Publikum! Ich habe mein Leben lang damit gehadert, in dieses Tollhaus, das sich Menschenwelt…Mehr

Der Mensch in den unendlichen Weiten des Weltalls – Anmerkungen zu Blaise Pascal

Von Johannes Morschl „Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume erschreckt mich.“ (1) Die Pensées (Gedanken), jene Sammlung von fragmentarischen Aufzeichnungen des französischen Physikers, Mathematikers, Erfinders, Philosophen und Laientheologen Blaise Pascal (1623 – 1662), berühren uns noch heute durch ihre die Existenz des Menschen in der Welt erhellenden Aussagen. Darunter befinden sich Abschnitte über die Natur…Mehr

Ich bin ein Fritz

Von Claudia Dvoracek-Iby Es war eine gewöhnliche Samstagnacht. Niemand von uns wusste in dieser Nacht, dass es die letzte gewöhnliche Samstagnacht war. Für unbestimmte Zeit. Und darum, sagt Inka, verklären wir sie im Nachhinein.Inka hat damals ausgesehen wie immer, wenn wir ausgehen. Nämlich: Ungewöhnlich. Sie hat einen Hang zum Auffallen. Manchmal, zum Beispiel, hat sie…Mehr

Der Gefühlswalzer

Von Lena Kelm Mein Blick fällt auf die Uhr, es ist zehn. Zeit, das Radio einzuschalten. Sonnabends um diese Zeit sendet Deutschlandfunk „Klassik-Pop et cetera.“ Bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten, Schriftsteller, Schauspieler, Musiker, Maler moderieren die Sendung, stellen dem Hörer ihre Lieblingsmusikstücke vor. Ich mache dabei erstaunliche Entdeckungen.Der Moderator sagt eben einen Walzer von Schostakowitsch…Mehr

Tücke der Materie

Von Monika Jarju Jedes Mal, wenn ein Zug einfuhr, war der Mann, mit dem ich unterwegs war, so beschäftigt, dass wir den Zug verpassten. Irgendwann riss mir der Geduldsfaden. Ich wollte gerade alleine einsteigen, als mir einfiel, dass ich ein Ticket lösen muss. Der Fahrkartenautomat hatte eine Macke, immer wieder fielen die Münzen heraus, hinter…Mehr

Monokultur

Von Monika Jarju Endlich ist es soweit, das deutsche Kulturinstitut in Westafrika widmet Gebrauchsgegenständen aus Deutschland die erste Retrospektive. Als ich sehe, dass etliche Afrikaner in das Gebäude hineingehen, verspüre auch ich den Wunsch, die Ausstellung anzuschauen. Drinnen begegnen mir einige afrikanische Kollegen, gemeinsam gehen wir durch die Räume. Heiter gestimmt schlendere ich vor den…Mehr

Feuer & Flamme

Von Monika Jarju An einem See entdecken meine Kollegen und ich ein verlassenes Schreibwarengeschäft. Unser Kollege ist nicht zu bremsen, sogleich krempelt er die Ärmel hoch und fängt an zu arbeiten, ohne Vertrag. Während meine Kollegin und ich uns zögernd umschauen, schuftet er, bis der Papierkorb qualmt. Im Nebenraum tritt uns die Geschäftsführerin entgegen und…Mehr

unterwelt

Von Marion Kannen schimmer unteralltags bricht an stellengoldenquillt verbreitet innig an kaltflächeschwimmt, schwirrt&brodelt allyouneedisda:indiemilch säure&allesstocktbleiverklumptief ziehtsich er/satzkontrollmachtverfügewähr willigkeits&materialbetäubungskanonadenunzureichende ersatzbestätigungsautomatenentlassen dauermangelware schlechtimitatezeugervon dauerdürfnis&grundzurdeckungwosich katzindenschwanzgefahrdauermachtmuss&verteidigwaffegewaltkatzspiralisiert sich lebendbedroht großwieklein, denkstdudennwenn jetzt alle katzstreich lösteinproblem träumweiterlassgut sein (haltdie klappe&schlafendlich ein) * © 2022 Marion KannenAlle Rechte vorbehaltenMehr

Seltsame Begegnung

Von Regine Wendt Felder und Wald, ich schaue durch das Fenster des Regionalzuges, der mich nach der kleinen Stadt Betzow bringen soll. Historischer Stadtkern mit guterhaltender Stadtmauer, das hatte mich gereizt. Mein Minirock rutscht ständig hoch und die roten Stiefel zu den pinkfarbenen Strümpfen gefallen mir plötzlich auch nicht mehr. Aber, was soll es, ich…Mehr

Schiffbrüchig

Von Regine Wendt Erzähl mir noch eine Geschichte. Er liegt neben mir mit bittenden Augen. Jan , ich blinzel ihn an, andere Männer geben sich zufrieden, manche schlafen sogar hinterher ein, aber du? Ich bin halt anders, sagt er und zieht die Decke über uns. Also gut, insgeheim freudig.Schiffbrüchig.Geraldine, allein auf dem großen Schiff, ihre…Mehr

Der scharfe Blick

Von Regine Wendt ZugwindGeweht ins UnbetasteteÜberraschend berührt durch Worte und FarbenEingefangen in magischer BerührungverzaubertVermeintlich gesichert in der schmiegsamen ArenaAngstfreies Wohlfühlen ohne BedenkenSchlaftrunken glückselig ins Kampfspiel gestolpertIch brauch dichIch brauch dich nichtGedankenkarussell spielt Hass oder LiebeOder rührt doch nur MarmeladeNächtliche Hunde pissen anBlecken ihr Gebiss und beißen scharf zuDarunter das nackte KindIn EmbryohaltungVerletzt, verunsichert, schmetterlingszartEin aus…Mehr

Der Einzige

Von Michael Wiedorn Es war ein Bruch mit meiner Kindheit. Ich rückte Ende August in das Internat ein. Einrücken ist der richtige Ausdruck. Ein Rekrut, der in die Armee einrückt, ein Sträfling, der seine Haftstrafe antritt. Der Eintritt ins Kollektiv. Fremde, mir feindlich eingestellte Jungs. Der kalte Blick starker Junglöwen wird mich mustern und mich…Mehr

Man darf Wein trinken – aber bitte mit Maßen!

Von Michael Wiedorn Herr Doktor K. sitzt mit seinen Gästen bei einem Gläschen Weißwein. Er nippt in kleinen, ganz kleinen Schlückchen an seinem Glas und stellt es mit fast zeremonieller Geste wieder auf den Tisch. Er und sein Besuch haben schon längst ihr Glas ausgetrunken. Vorerst bleiben die Gläser leer. Der Kopf muß klar und…Mehr

Bretter, die die Welt bedeuten

Von Ellen Marion Maybell Ich weiß es auch nicht,was die bedeuten – soll’n,diese Bretter.Dies Geweseund Getöseum das bisschen Geschmetterund laugewärmte Donnergroll’n.Ist doch nur ne Bretter-Bude.Aber das ist das GUDE.Wenn die da nämlichnicht so doll läuten,die Glocken,da hörste’soder eben kaum,was die bedeuten.Vor allem DU.Da stehste,komplett in der Perplexionvon den Socken,und dämlichallein im Verschlag,in Zeit und im…Mehr

Allerlei Öschen

Von Ellen Marion Maybell Wer hat schon das richtige Nöschenund das beste Prognöschenfür den Weg zu den Döschen.Überall Häkchen und überall Öschen.Schwer ist der Weg, der Weg zu den Döschen. Es lauern Gefahren beim Drängeln ins Döschen.Es schlängeln sich neben infektiösen InfektiöschenMonster im Schößchen auf der Lust nach nem Stößchen.Oh, diese verwunschenen, verwunschenen Schlösschen. Liegen…Mehr

Toter Punkt

Von Ellen Marion Maybell Toter Punkt. Von wegen.Ich hab keinen toten Punkt.Der stellt sich manchmal nur leicht tot.Auch wenn so manche Unke unkt.Der braucht den Angriff wie das Brot.Der ist quicklebendig.Sehr behendig.Und sehr wendig.Sehr verwegen,der muss nicht lange überlegen.Der ist schweine-drauf.Drückste drauf, geht der auf.Sprüht nur so vor Energie.Brüllt ATTACKE.Aber wie. Ran an den Feind.Nur…Mehr

Tyrannus Rex

Von Ellen Marion Maybell Schon einst verbot der Pontifex:Tyrannus, du hast keinen Sex. Unbeschwerte Liebesfreudenkonnt ich nie, bis heut nicht leuden. Auch nicht mit dir, SAU-rier, alleine,ich duld nicht solchen Kram der Schweine. Mit wem denn, Ponti, siehst du welche.Es gibt nur mich, noch nicht mal Elche. Keine Sophie, keine Loren.Oh Heiß-Gerät. Ich bin verloren.…Mehr

Communication Breakdown

Von Marek Födisch Nie hörst du richtig zu, sagt sie. Darüber wurde doch gerade gesprochen. Ach ja? Gehört habe ich aber. Nur eben falsch, wie es scheint, denke ich. Als ob es Absicht von mir wäre! Vielleicht kann ich nichts dafür. Vielleicht liegt es an den Frequenzen. Vielleicht können wir uns einfach nicht mehr hören.…Mehr

dein hund

Von Marek Födisch bahnhofsbrücke und regengestern standst du noch dortwollte mich heut zu dir legenbist längst davon auf und fort gleise gefächert und zügestellwerk im kopf ist verwaistvenus sinniert dabei trübenachthimmel: zirpen im geist reue nistet im bierschaumtauche ab bis zum grund:worte aus zornigem abraumwünschte ich bliebe dein hund * © 2022 Marek FödischAlle Rechte…Mehr

John Lennon meinte einst (ein Aufhänger für eine kleine Gedankenfolge)

Von Marek Födisch John Lennon meinte einst: Leben ist das, was passiert, während du andere Pläne im Kopf hast. Ein Ja darauf kann wohl jede und jeder darauf erwidern, was nicht heißen soll, dass Wünsche, Träume und geschmiedete Pläne per se nicht aufgehen können. Dennoch scheint die Schmiede hinter der Stirn unablässig, mit Ausnahme beim…Mehr

Kind und Greis

Von Michael Metzger Das Kind gesellte sich zu dem Alten in die Stube. Im Kamin loderte ein Feuer, das an diesem kalten Wintertag die gemütliche Wohnung mit einer wohligen Wärme erfüllte. Der Alte lächelte das Kind freundlich an. Es fühlte sich willkommen und sicher. „Worüber denkst du nach?“, fragte das Kind den Alten neugierig. „Über…Mehr

Die Reling ist nass vom Regen

Von Mia Weinschenk Die Reling ist nass vom Regen. Ich habe mir ein Stückchen trocken gerieben, auf dem ich mich gerade mit den Armen abstütze. Die Nordsee schlägt meterhoch gegen die Außenwände des Schiffes, versucht es wütend hin und her zu drücken, versucht mit ihm zu spielen. Gischt spritzt. Aber das Schiff ist zu groß…Mehr

Blaue Stunde in Kavala*

Von Hans Peter Flückiger Anfangs Juni ist auch in Nordgriechenland der Vorsommer definitiv da. Es ist keine Seltenheit, dass die vom oft wolkenlosen Himmel scheinende – man ist schon beinahe geneigt zu sagen brennende – Sonne das Thermometer unerbittlich auf die über 30-Grad-Marke steigen lässt. Nach 20 Uhr ist der Sonnenuntergang aber nicht mehr fern.…Mehr

«Komm herüber nach Mazedonien»

Von Hans Peter Flückiger Golden schimmert das grosse Mosaik vor der Kirche Agios Nikolaos in Kavala* in der Morgensonne. Seit dem Jahr 2000 steht es dort und erinnert an den Apostel Paulus, der auf einer seiner Missionsreisen im Jahr 49 nach Christus hier zum ersten Mal europäischen Boden betreten haben soll. Der Heilige Paulus ist…Mehr

Auf der Egnatia Odos A2 Kavala – Thessaloniki

Von Hans Peter Flückiger Der Wecker ist auf sieben Uhr gestellt. Geweckt werde ich eine halbe Stunde vorher. Durch den Regen, der auf das Wellblechdach der Kiafas 14 niederprasselt. Dabei muss ich in einer Stunde los, um gegen zehn Uhr in Thessaloniki auf dem Makedonia Airport Claudias Bruder Res abzuholen. Plus/minus wird der jeden Augenblick…Mehr

Was könnte ich euch geben?

Von Marcus Nickel Ich bin keine Biene,ich bin kein Anführer,ich bin kein Schaf,ich bin kein Aufrührer. Ich bin kein Philosoph,ich bin kein Krieger,ich bin kein Vermittler,ich bin kein Politiker. Wieso kommt ihr zu mir,was könnte ich euch geben,ich bin nicht, was ihr glaubt,was soll ich euch denn geben? Ich bin kein Liedtexter,ich bin kein Satiriker,ich…Mehr

Splitter

Von Niklas Götz Mein SpiegelbildZerfälltVertausendfachtAls KristallhagelZum Seelenkaleidoskop Eine scharfe ScherbeGreife ichMein Blut trübt sieNur noch die SchattenScheinen hindurch Je nur ein BruchstückFassen sieAus FurchtVor dem SchnittDes Farbenspiels am BodenSo bleibt im DunklenWas es verbirgt Ein Teil fehlt Füg es hinzuErgänze esZum GanzenDamit SchimmerndesStrahltWie Diamantstaubim Feuer * © 2022 Niklas GötzAlle Rechte vorbehaltenMehr

Das Licht der Liebe

Von Markus Katzenmeier Ich bin umkränzt von der Liebe einer Frau,einer schönen FrauSie strahlt mich an, auch in Abwesenheit Ihr alle seht das LichtEs spiegelt sich in meinen AugenEs spiegelt sich in euren Augen Bescheiden bleibenVorsichtigDer Wind dreht oft so schnell * © 2022 Markus KatzenmeierAlle Rechte vorbehaltenMehr

Anthropozän

Von Henning Bruens Mutter zetert.Ihre Reue istunsere Pflicht, ihr Alter längstlegendär, ihrUrsprung fremd. Ihr Spiegel wirfteine verbrannteVisage ins Licht der Sterne, umeiniges angst-einflößender als jene kryptischeUngestalt derGorgone Medusa. Im irren Kreiselnlässig ruinierterJahreszeiten bringt das reine Zählenvon Falten undFlecken niemand einen Erlös, wasim Einmaleinsunkluger Zuhälter nicht von ungefährden Untergangihrer Natur besagt. * © 2022 Henning BrünsAlle…Mehr

mobile gehdichte

Von Alexander Reisenbichler mein halbes leben, nein, das ist keine metapher sondern numerisch, lebe ich in asien. kein aussteiger sondern ein einsteiger. hauptsaechlich ohne dinglich werden zu wollen indien und suedkorea. als privilegiertem unlegierten arischen reinbluetlerischen abendlandgewaechs geht es nicht um dazugehoeren das man nicht sieht und riecht und schmeckt. es ist einfach mein biotop.…Mehr

herbst.zeit.lose oder: der virale wahn (ein kurz-drama in 3 akten)

Von Heinz Erich Hengel 1.akt herbst.neurose sorge, weil der sommer vorüber ist.angst, weil der winter bevorsteht.unsicherheit, wie lange der winter dauern wird;und wie das wetter im frühling werden wird.der versuch, etwas zu sagen, was unbedingt gesagt werden muss.(der versuch aber darf kein experiment sein). aus nichts wird nichts:weder der herbst, noch die herbstzeitlose oder gar…Mehr

Scheidung

Von Max Schatz sie sprechen in Gedichten mit Reimen wenn wie aneinander Gepichte zusammen reiten sind als Geehelichte auf Reisen doch schon bald mit Gesichtern wie Reifen speisen schlichte Gerichte mit Reisen bis Gewichte lassen reißen sodass Gerichte die Hände reiben wo schnell gelichtete Stuhl-Reihen die Geschichte endet nicht im Reinen * © 2022 Max…Mehr

5 Sommer-Haiku

Von Walther Stonet  Zwei SchmetterlingeTanzen überm Lavendel –Die Amsel schimpft Eine SchweißperleVerirrt sichDie Hand folgt Das Täubchen ruftEin FlügelschlagenAntwortet Ein Grünspecht –Die Liebste legt den FingerAn die Lippen Badende AmselnSchlafende KatzenEin Dichter der schreibt * © 2022 Walther StonetAlle Rechte vorbehaltenMehr

Gewogen und für zu schwer befunden.

Von Walther Stonet Am Samstagmorgen auf der WaageSteht Angstschweiß auf der Denkerstirn.Man stellt sich der Gewichtszulage:Die Ziffern, die da stehn, verwirrn, Verwirren ist das falsche Wort:Erschrecken! Nein, das kann nicht sein!Doch es steht da, sieh her, ja, dort,Ein zweites Mal macht sie nicht klein, Die Zahl wächst sogar weiter an.Die Luft wird angehalten, eingezogenDer Bauch,…Mehr

Streuner

Von Walther Stonet Er steht im halb dunkel desgroßen raums & es wallen wolkenaus seinen nüsternists ne fluppe hat er nen jointzwischen den fingern Dann saugt er wiedertief holt es ein & die zungespielt lüstern mit denringen die er bläster hustet & beugt sich & Lacht lacht dass es schmerztwas gäb ich er wie er…Mehr

Weiß. Blau.

Von Walther Stonet für Thomas Rackwitz Die Wolke schrieb ins Blau den Sonnenschatten.Der Wind verlegte tänzelnd Blatt um Blatt.Ich schwärmte von der Zeit, die wir nie hatten:Der Kater schlief im Sessel satt und matt. Was rief ich nach dem Glück in Mondscheinnächten!Und wen verschob ich schnell von gut nach schlecht!Als Kind da spielte ich in…Mehr

Traum. Angst. Angst. Traum.

Von Walther Stonet Ich spüre mein Atmen. Ich fühle mein Herz.Es will nach dir schlagen. Es will nicht verstehn.Mir trocknen die Tränen. Doch tief in mir SchmerzUnd höchste Verzweiflung: Erhöre mein Flehn! Vergaß ich die Liebe? Vergaß ich auch dich?Den Kopf in den Händen, den Windzug im Haar:Mich martern Gedanken, ich fühle nur michUnd spüre…Mehr

Schatten. Riss.

Von Walther Stonet Dem Weltgericht entflohen wär er gern.Es holte ihn am nächsten Tag schon ein.Er wollte nichts als einfach flüchtig sein –Vergeblich der Versuch, ihn einzusperrn. Das Festgehalten-Werden lag ihm fern.Das Leben war ein großes Buch, er kleinUnd fein, doch selbst in Gruppen oft allein:Er hasste es, das ewigliche Zerrn, Das Reißen an den…Mehr

Acht auf den Hund

Von Walther Stonet Ja, so ein armes Hundeleben –Das sollte man als Mensch erstreben.Man hieße faul, blöd oder dummUnd scherte sich nicht weiter drum.Der Futternapf wär immer voll.Man bellte nur, wenn man’s nicht soll,Und könnte seine Nase steckenIn alle, auch verbotne, Ecken. * © 2022 Walther StonetAlle Rechte vorbehalten  Walther StonetAutor, Publizist, Herausgeberwalther@gedankenlieder.dehttps://www.zugetextet.com/gedankenlieder.dehttps://batgenes.comMehr

traumtrümmer

Von Franz Niemand mondauge und fischflogen schreiend zum jenseitstorwar ein dicker harlekin der lachte krabbelte ein literat im wortsalatwährend flaschen und kleiderständerin modrigen gewässern schliefen las ein alter rauschebart die schriftdie nicht zu entziffern warin der wüste der traumtrümmer * © 2022 Franz NiemandAlle Rechte vorbehaltenMehr

bloß nicht

Von Franz Niemand bloß nichtkonform gelulltim wortgepansche der ego-hülsen bloß nichtbefriedet in niederungenjahrelanger couchpartituren bloß nichteulenvergeudung in dämmerungverödeter hirnrinden unter zipfelmützen * © 2022 Franz NiemandAlle Rechte vorbehaltenMehr

noch in deinem nackten kreis

Von Franz Niemand noch in deinem nackten kreismondherz und sternpupillenjemals gewesen sind ruht dein nachtleibsteinblock in meiner tagfremdungschwerelos illusionsbemoost selbstvergessenan einer weggabelung von irre zu irreflattert mein altes emigrantenhemd * © 2022 Franz NiemandAlle Rechte vorbehaltenMehr

die ahnfrau

Von Franz Niemand misstrauendden masken derzeitgenossenverbirgst du dieverfemte ahnfrauin dir … das weiße ihrer angstim hohlen baum … hinter ihr führt eszum urgrund zurück ein pulsschlag nochvon dortin deinem traumüber alle gemetzelhinweg * © 2022 Franz NiemandAlle Rechte vorbehaltenMehr

BEATE

Von Peter Lexa knackiger hinternstolzer ganggrosse brüste, nicht beunruhigend,eher mädchenhaft als weiblichaugen wie ein uhu,nicht gefährlich, eher klugund ein lachendass das leben selbsterfundenzähne – löwenhaft, was sonstu die mähne passt dazu der vorwurf:„nur die äusserlichkeit beschrieben“der trifft mich nichtich kenn nur daswas ich auch sehen kannnicht einmal das muss echt seinnackt will ich sieu selber…Mehr

WO BLEIBT DER SPASS(ein konzertmitschnitt)

Von Peter Lexa sonntagspäter vormittagdeine stimme des protest’shallt noch nachüber meine frauenfeindlichkeitnicht bös,doch durchaus b‘stämmigauf dein gutes recht pochend,mensch und frau zu sein ausm TVglotzt das dekolleté der sängerinenges, rotes kleidder ganze lymphbereich ist leicht gerötetihr kiefer starr zum kunstgesang,der ganze körper zu ein‘ fragezeichenschwer verrenkt der dirigentein alter ausgetrocknet‘ knackerhingerissen von der eigenen musikIHR…Mehr

Betreff: faliabt u fern der (wahl)-heimat

Von Peter Lexa 01.10.05 22:41:20 sobota, 1 paź dziernika 2004, 16:00 friseur in lot-gegend himmel wie bleiueber Warszawa die runde friseuseein russischer panzer beata scheint nicht zu kommen farbe u luftverdichten sichzu nebel * 18:00 renesansowa ich kratze wie eine katzeam gittervon wojteks (auf meinem) balkon das rosarote babyauf der strasse untenlaeuft schon davon jetzt…Mehr

Wertes Vergissmeinnicht

Von Pawel Markiewicz Wenn das mondesklare Nachtdunkel vorüber ist,und die Dämmerung beim Kometenfall bald entflieht, blüht doch pittoreskes Vergissmeinnicht zuhauf auf.Das ist eines Sternschlafenganges grazilste Zeit. Der Tau so wie eine charmant-gesinnte Perle,die Schönste auf der famos-zarten Blütenwiese. Das Vergissmeinnicht trägt echt urschöne Maienpracht,führend all Feenscharen wieder in das Märchenland. Sich in die Vergissmeinnichte vollauf…Mehr

Der Sonettenkranz

1. Sonett: abba abba cdc dcd Verzaubertes Grün, das das Ewige grüßt.Pollen und Blüten tanzen traumvoll im Wind.Die Schwärmereien sind eines Zaubers Ding.Die Lenzfee beobachtet Bienen im Flug. Ich schenke mondwärts die Gedichte im Nu.Ich spüre Zartbesaitetes, das es gibt.Auf Erden wünsch‘ ich die Beseligung mir.Die Ewigkeit ist wegen des Frühlings süß. Der Frühling sei…Mehr

Elegie nach Tyrtaios

Von Pawel Markiewicz Wenn die griechische Heimat ist bedrohtvon wilden Truppen aus kaltem Iran.Wiesen und Auen in geiler Maipracht.Die Heimat voll Teufelskrallen ist fein. Man kämpft fürs muckelige Mutterland.Die Philosophen tanzen in Athen.Das Mädel aus Sparta pflückt manches Kraut,sowie eine Handvoll Teufelskrallen. Olympische Spiele finden doch statt,trotz einer Gefahr von dunklen Persern.Es ist für die…Mehr

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