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Der Vermisste

Von Johannes Morschl An einem Dienstagmorgen im August hatte der dreißigjährige Berliner Schriftsteller Peter Zack unmittelbar nach dem Aufwachen das unheimliche Gefühl, sich selbst entlaufen zu sein, so als wäre ihm der Hund oder die Katze entlaufen. Es handelte sich aber nicht um einen Gedächtnisverlust. Er wusste noch seinen Namen, sein Alter, seine Adresse, und…Mehr

Der alte Mann und der Schwanz

Von Johannes Morschl Ein Dienstagabend Anfang November 2017. Eine offene Lesebühne in Berlin-Kreuzberg. Ein alter Mann wird zum Lesen aufgerufen. Die Geschichte, die ich heute lese, hat den Titel Der alte Mann und der Schwanz. Sie hat aber nichts mit Hemingways Roman Der alte Mann und das Meer zu tun. Auch wenn einige von euch, die mich von…Mehr

Vollendete Tatsachen

Von Monika Jarju Hinter dem Leerraum des Traums nehme ich ein Wesen wahr –nähernd oder entfernend, nicht weiß nicht schwarz oderauf allen Vieren – noch bin ich nicht soweit,das vertraute Bild einer Katze, pechschwarz,wohin soll das führen – ins Unvermeidlicheder Begegnung, muss weitersehen wovon ich nichts weiß,stoße eine Schüssel Sand ihr ins Gesicht – Staubbis…Mehr

Alle Zeit der Welt

Von Monika Jarju In einem Traum finde ich mich wieder in einem Spielwarenladen auf der Suche nach einem originellen Geschenk. Meine Freundin Anita durchstreift das Geschäft und verschwindet hinter einem Regal mit Puppenkleidern. Plötzlich höre ich sie aufjauchzen. „Ich hab’s!“, ruft sie und hält mir eine zigarettenschachtelgroße Registrierkasse vor die Nase. Sie dreht an der…Mehr

Regen mit Wasser

Von Monika Jarju Ich lief und lief vorbei an gläsernen Kuben in einem Meer aus Stein und São Paulo lief mit. Licht zersplitterte an Fassaden, Häuserfronten aus gefrorenen Wellen umgaben mich, ich irrte in einer wilden Geometrie. Von Ferne umschlangen Favelas wie Boas das Labyrinth der Stadt. Irgendwann auf der Avenida Paulista blieb ich stehen,…Mehr

Traumfänger

Von Regine Wendt Nur ein paar goldene Blätter dümpeln noch an den Bäumen dieser Straße. Die anderen auf dem Gehsteig zu Dreck verkommen. Nebenstraße in dieser riesigen Stadt, nicht das beste Viertel, aber lebendig. Fensterfronten, empfunden grau. Auf dem Gehsteig ein einzelner Damenschuh, rot leuchtend, der enorm hohe Hacken in Gold, hascht er nach Aufmerksamkeit.…Mehr

Marie

Von Regine Wendt Allein am Strand von Denia. Südspanien, zu dieser etwas kühlen Jahreszeit der Strand menschenleer. Das weite Meer, bis zum Horizont glatt. Oben ohne jetzt möglich. Genussvoll die Brustspitzen in der Sonne, Musik irgendwo. Ein Pärchen, sie tanzt, er spielt Gitarre und singt ganz weich. Eine warme anschmiegsame Stimme. Lasziv ihre Bewegungen, atemberaubend…Mehr

Mondlicht. Auf dem Rücken der Frau liegt Schnee

Von Regine Wendt Mondlicht. Auf dem Rücken der Frau liegt Schnee . Ihre Arme wie Flügel ausgebreitet . Schwarzes Haar, ein leicht beflockter seidiger Fächer, verbirgt ihr Gesicht. Das weiße Kleid fast unsichtbar gepaart mit dem Schnee. Ihre Hände, leicht rosa, ein roter Rubin, fängt das Mondlicht, scheint leuchtend, scheinen zu streicheln. Die Füße, kleine,…Mehr

Das war der Moment

Von Marcus Nickel Ich stand am Ufer und sah auf mich hinaus. Ich atmete die bräsige Luft mit geschlossenen Augen. Dann blickte ich nach oben zu den Punkten am Himmel, die sich für Sterne hielten, weil ich sie zu solchen ernannte. Nun war es Nacht. Sie hellte meinen Blick auf, aber sie blendete mich nicht.…Mehr

Acht Stück‘ Bienenstich

Von Lena Kelm Am noch kühlen Morgen eines angekündigten heißen Tages kehre ich, nach dem Blumengießen am Grab meiner lieben Mutter, in eine Bäckerei in der Neuköllner Karl-Marx-Straße ein. Ein Steh-Café, nicht das beste und auch kein EINSTEIN. Mein Kreislauf signalisiert: Kaffee, Kaffee, Kaffee! Um ihn in Schwung zu bringen, reicht es allemal. Die Verkäuferinnen…Mehr

Am Abgrund

Von Franziska Rohrmoser Lange war ich wie gelähmt. Gelähmt durch den bohrenden Schmerz in meiner Brust. Die klaffende Wunde, die du hinterlassen hast, als du gegangen bist. So plötzlich. Von Heute auf Morgen. Hatten wir doch alles geplant, jeden einzelnen Schritt zusammen. Ab wann war meine Liebe nicht mehr genug? Wo haben wir uns verloren?…Mehr

Ich hätte gern …

Von Michael Kothe Neulich früh in meiner Lieblingsbäckerei.»Guten Morgen, ich hätte gern …«»Oh je, Sie tragen ja gar keinen Mund-Nasen-Schutz!«Der Spiegel über der Arbeitsfläche hinter der Backwarenfachverkäuferin gibt ihr Recht. Aus ihm heraus strahlt mich ein Mann in den besten Jahren an. Mit frisch rasiertem Kinn, rosigen Wangen und einer Nase, der die Kälte draußen…Mehr

Ladies‘ Night

Von Michael Kothe Meine Frau Liz ist Schottin, ich bin Schotte. Wir leben bei München.»Darling, wir haben einen Mädelsabend. Holst du mich ab?«Klar, machte ich. Sie und ihre Freundinnen. Auf dem Heimweg dann zwei Uniformierte. Im Dunkel der Nacht kaum zu sehen, nur die Kelle leuchtet rot.Meine Frau kurbelt das Fenster runter. »J… ja, bitte?«»Verkehrskontrolle.…Mehr

Das Stadion im Schlaf

Von Michael Wiedorn Es ist tiefste Nacht. Ich drehe mich im Bett hin und her. Die Fluten von Traum und Schlaf ziehen mich immer wieder in die Tiefe. Ich muss um 5.30 Uhr – Punkt 5.30 vor dem Olympiastadion erscheinen. Die Pflicht ruft. Der Alltag ruft. Die azurblauen, smaragdgrünen Wogen der Nacht. 4 Uhr 47…Mehr

Das Stadion im Schlaf (Fortsetzung)

Von Michael Wiedorn Ein riesiger Frosch. Turnschuhe in zitronengelb und grasgrün lassen ihre Quanten weit über Schuhgröße 50 anwachsen. Die Seele dieser Gestalt liegt nicht in Herz oder Kopf, sondern in den Füßen.„Stand by!“ Alle stellen sich hin, wie angewiesen. Verschiedene Fielmannbrillen verschwinden im Verborgenen. Gespräche werden abgebrochen. Es ist jetzt alles mucksmäuschenstill. Es geschieht…Mehr

Er ist da

Von Michael Wiedorn Ich betrete spät abends meine Wohnung und erschrecke. Die Glasscheibe des Porträtfotos über der Kommode ist eingeschlagen. Mein Gesicht, das auf der eingerahmten Photographie abgebildet ist, ist in spinnenähnlich angeordnete Fragmente zertrümmert. Mir bleibt das Herz stehen. Wer war in meiner Abwesenheit in meiner zugesperrten Wohnung. Ich habe einen Feind. Vielleicht ist…Mehr

Nachbarn mit Hund

Von Anna B. Seit fast schon 40 Jahren habe ich die gleichen Nachbarn im dritten Stock eines Wiener Altbaus. Ein homosexuelles Pärchen aus Ungarn. Beide heißen Sabor. Sie sind ungefähr so alt wie ich. Ich habe mit ihnen in den 40 Jahren keine 20 Sätze ausgetauscht, aber doch einiges von ihrem Leben mitbekommen. Als wir…Mehr

Verbindungen

Von Eva Radon An manchen Tagen bin ichmehr verbunden als an anderen. Mit Menschen, die ich liebe, liebte. Heute bin ich mit DIR, heute an deinem Geburtstag, denDU nicht mehr feiern kannst.Mit mir, mit deinen Liebsten: Familie, engen Freunden. Aber Erinnerungen, Gefühle, Liebe und Verbundenheit werden immer bleiben.In mirund in unseren Herzenmit Freude und Wehmut.…Mehr

Es liegt was in der Luft

Von Hans Peter Flückiger «Guten Tag. Ich bin Sofie. Ein kleines Hundemädchen, das sein beschauliches Hundeleben geniesst. Ein nettes Frauchen und ein ebensolches Herrchen schauen zu mir. Im Napf hat es immer genug Fresschen und an Streicheleinheiten fehlt es auch nicht. Aber Hand aufs Herz, unter uns gesagt, manchmal frage ich mich: Ist dies wirklich…Mehr

gehdichte

Von Alexander Reisenbichler jedes wort das ueber seine funktional-semantische unmoeblierte welt nicht hinausblickt ist ein totes wort selbsterlebensreisebeschreibung verliebt in gesichtslose wolkengedankenkroch ein kunterbunter kaeferder lgbt community in einem vishnu tempelin assamauf mich zu obwohl ich offen warleider biss mich dieser alltagsgraue mistkaeferin meinem ihm dargebotenen finger aus buechern in gehdichte traeumendverlor ich vokalisierende nebengeraeuschein…Mehr

Ich hatte viele Männer

Von Ellen Marion Maybell Ich hatte viele Männer.Unter meinen VorfahrenSind alle bei mir vorgefahren.Alle auf mich abgefahren.Alles abgefahrene Typen..Haben mich alle eingefahren.Oder besser eingeführt.Die Ahnen ahnten nix,gab ja keine, war keiner gerührt.Bei Mandarinen und Mondschein.Müssen wohl eher Bananen gewesen sein..Bisschen geruckelt, bisschen vibriert.Mann, waren die witzigund so schwitzig geschmiert.Bis tropfnass auf die Brüste.Wenn ich’s nur…Mehr

Der Goldesel

Von Ellen Marion Maybell Jetz kuck nich.Kack.Kack Dukaten.Wie lange soll ich denn noch waten………… Kack, so wie es dir gegeben,Golddukaten in mein Leben. Nicht Kaken oder sonstwie Laken.Kacklaratschas, keine Schnaken. Tut mir leid, so kack ich nicht.Kack nur wie’n Esel, grün und schlicht. Ich reiß mir doch den Arsch nicht auffür Golddukaten: Scheiß ich drauf.…Mehr

Gedicht (ohne Titel)

Von Aaron Böhler auf der Kommandobrücke, im Licht zweier Lampen, die den Raum so erhellen,dass sich anstelle der Nacht die nutzlos gewordenen Armaturen,die Andenken an Vergessene,die verschlossene Tür,die alten Kinderzeichnungen,der Stapel mit den ungelesenen Büchern,ein paar aussortierte Batterienund die Reste einer letzten Mahlzeit im Fenster zeigen, zwangsläufig den Verwandlungen nachspürend,zu müde zum Senden,leicht wiegend um…Mehr

Zwischenklang

Von Nicole Schrepfer Was ist, das war und wird nie wieder,ist bloss noch ein Schatten auf Papier.Ich schlage meine Augen niederund fühle verblassen mein „Jetzt“ und „Hier“. Bereits fallen Blätter von den Bäumen,erinnern mich, der Herbst ist nah.Und doch beginne ich zu träumen,vergessen ist, was unlängst geschah. Wunder, die noch gestern sichtbar,verlieren langsam ihren Glanz.Lautlos…Mehr

ANGST

Von Paula Leutner Ich habe Angst vor dir,davor dass du mir die Liebsten nimmst,oder ist es nur ein Hirngespinst?Ich habe Angst vor dem Tod,vor Schmerz, Qual und Leid,ich bin dafür einfach nicht bereit.Ich habe Angst dass die Menschen sich entfremden,sich spalten und hetzen,einander zerfetzen.Ich habe Angst um unsere Freiheit,Solidarität, Empathie und Vernunft,dass gesunder Menschenverstand schrumpft.Ich…Mehr

Späte Reife

Von Markus Katzenmeier Den Weg zur Liebe hatte ich sorgsam verbaut –ein schrecklich hoher Bretterzaun, verziert gar mit hässlichen Fratzen Dahinter nahm ich lustvoll meine Schaumbäder,doch das Wasser wurde kälter, Jahr für Jahr Verzweifelt schlotternd schlug ich schließlich Löcher in das Holz,doch von Dir nicht mal mehr ein Schatten Seitdem tropfen Tränen auf die rostigen…Mehr

Zulenkung

Von Niklas Götz Aus der grellen Bilderapp da winkt ein Beitrag frech heraus.Er erinnert mich mit stolzer Weisheit pflichtbewusst daranDass ja “nur wer immer alles gibt sein Ziel erreichen kann”Und geheime Toilettendaddler arm und einsam sterbenOder gar zu Kunden dieser ominösen Seiten werden.Solch Gedanken sind mir, wenn auch wohl bekannt, ein bitterer Graus! Wer will…Mehr

geburtstag

Von Franz Niemand geburtstag wie üblich traumeinwärts geklapptund den schwermutbrockenin der galle draußen ein lasziver regenhastig entkleidet sich die nacht nicht mehr fern das lichtdem niemand entrinnen kann * © 2022 Franz NiemandAlle Rechte vorbehaltenMehr

auf kahlem ast

Von Franz Niemand auf kahlem astein dichtersteil nachtgläubigins mondhorn stummend ein weltschmerzechojault unhörbar auf die schatten tanzenden nimmermehr-walzer * © 2022 Franz NiemandAlle Rechte vorbehaltenMehr

schwimmen erdbeerlippen

Von Franz Niemand schwimmen erdbeerlippenund silberblickedurch neuronale blitzlichtgewitterin umnachteter scheinbarweltmit einsturzgefährdetemanwesenheitszwang über abgenagtensehnsuchtsknochen darbendträumt sich ein altes winterherznoch einmal zum kranichflug empor * © 2022 Franz NiemandAlle Rechte vorbehaltenMehr

verfrühter nachruf

Von Peter Lexa er hatnicht viel gelebt und istnicht viel gestorben umsomehr weint * © 2022 Peter LexaAlle Rechte vorbehaltenMehr

26.11.99/15:00

Von Peter Lexa über dem lackaboden im dunklen forstda wohnt der horst die resl auchso ist der brauch die hiasln kommen folgerichtigalles sonst: nicht wirklich wichtig (hias = Matthias) * © 2022 Peter LexaAlle Rechte vorbehaltenMehr

Sa, 22.02.02/14:41, färber

Von Peter Lexa frühling in berlindie lieb hab ich in wienbegraben der schmerz läßt nachdie wunden heilenlangsam fahr jetzt wiederz’rückhoffe auf neues glück 16:26, ebendort du warst unglaublich schönund ich war das monster dazu * © 2022 Peter LexaAlle Rechte vorbehaltenMehr

Schwarz. Grau.

Von Walther Stonet Der Krähen Schwarz malt sich ins Wolkengrau:Die Flügelschläge zeichnen die Bewegung,So ruhig sind sie, ohne die ErregungDes Frühlings. Quietschen, Krachen im Verhau Des Dachensembles: Industriegebiet.Hier findet Arbeit statt. Die LeichtigkeitenDes Vogelflugs sind Dichtereitelkeiten.Sie sind Geflüster, das die Kreise zieht, Die die Gedanken gehen, wenn sie fliegen.Durch Fensterrahmen eckig eingeteiltZerschneidet sich der Blick…Mehr

Lange weile bild

Von Walther Stonet Der graue pinsel ist aus versehn über blaugerutscht: gespenstisch weit draußenüberm dach schmiegt sich der himmelan die solar paneele Die an züge wollen rangiert werdendie jackos geplustert & die hosengefaltet – ich kaue den blei stift obenspitze ihn unten an als Ich die lange weile aufs papier bannedann spitze ich das an…Mehr

Dieb stahl

Von Walther Stonet Der an lass war ein perückendieb stahl das er gebnis ein blankerschädel auf hoch glanz poliert Der schillerte & Goethe blendete:weil die ohren ab standen & deradams apfel unter die schlangen Fiel – lächeln immer nur lächelndie an sprache das toi toi toi samtspucken links & spucken rechts Half nichts als sich…Mehr

Schrunden. Knospen.

Von Walther Stonet Die Rose zeigt mir ihre vielen Schrunden,Die ihr der Hagelsommer kürzlich schlug.Es sind nicht ihre scharfen Dornenwunden,Die Schmerzen machen und sehr selten klug. Es sind die Hagelkörner. Gottgesandte,So sagte mir die alte Bauersfrau,Die auf dem Markt sich an mich wandte,Und ihre weisen Worte bissen rau. Sie sprach von dummer Gier in Menschenhirnen.Die…Mehr

Gekommen um zu bleiben

Von Walther Stonet Gestriges sei das neue heuteskandieren vermummte mit kerzenin der hand & alu hüten auf denleer geschrienen köpfen Telegram stil nennt man dascringe ruft der teenie in sein smartphone & die oma kratzt sich amdutt der moderne die verging Auf hängen wir die die uns ausdem hals hängen am hals auf inNürnberg der…Mehr

Teil haben

Von Walther Stonet Die rand er scheinung eines weihnachts manns hinter ließ spuren amdach trauf: ein einsamer weißer barthatte sich an den schorn stein geklebt Das wind spiel hieß stille: nicht nachtnein morgen die brandung ruhte sichvom jahr aus & die vögel schliefensich den punsch rausch aus Ein mann geht die dünen linie entlangeine möwe…Mehr

An. Vertrauen.

Von Walther Stonet Was uns bewegt? Ist es die Weihnacht? Feiern?Was wissen wir von diesem Christus, der,Geboren, dass wir Weihnachtslieder leiern,Uns schnell verlässt, als ob er gar nicht wär! Kaum ist der Baum geschmückt, verliert er Nadeln,Sind die Geschenke ausgepackt, kommt Leere,Dabei soll dieses Fest die Jahre adeln.Doch dann kommt’s Leben in die Quere! Schatz,…Mehr

An alle Herbsthymnenver(s)brecher

Von Walther Stonet Es ist ein Kreuz! Die Spinnen weben Netze!Ich bin am Morgen durch eins durchgelaufen.Zu früh war’s, und ich musste kräftig schnaufen.Hey, Herbst, was soll die ganze Erntehetze, Das Gartenwühlen? Ja, ich krieg die Krätze,Und, ja, es ist zum kräftig Haare RaufenUnd sich den ersten Mostrausch anzusaufen,Wenn ich am Daumen mich dabei verletze.…Mehr

Dulcineas Tod

Von Johannes Morschl Am 13. November ist meine Sonne Dulcinea gestorben. Sie ist neben mir im Bett sanft entschlafen, wobei in ihrem Gesicht ein Lächeln lag, so als sei sie mitten in einem süßen Traum gegangen. Ohne sie halte ich diese Welt nicht mehr aus, mir kommt alles nur noch sinnlos vor, ich möchte ihr…Mehr

Viva Zapata!

Von Johannes Morschl Als Hotte in der Berliner Zeitung las, eine Umfrage in Deutschland habe ergeben, dass die Roma und Sinti die am meisten abgelehnte Minderheit seien, noch mehr abgelehnt als die Asylbewerber und die Juden, die an zweiter und dritter Stelle kamen, war er empört. Er dachte: „Wieder haben sie mich ignoriert! Eigentlich müsste…Mehr

Heiligabend

Von Sofie Morin Die Zeit ist eine Futterraufedie uns verlässlich nährtDie meine Sorgen wie meine Nachgiebigkeitvom Boden aufliestund gründlich belächelt Jeder Angstbruch umsonst undder Austrittswinkel der Nadel aus meiner Aderbezeugt nichts als algensatt das:Alle Strömungen fließen weiter um mich Der Widerhall einer Atemwogemag mich taumelnd dem Schlaf entrissen haben:Wie Perlen die Monate prasselnd hinabgefallenzurück auf den Meeresgrund…Mehr

Re: Heiligabend

Von Dorina Marlen Heller Nachtsicht aus dem FensterAuf die Monate des davonschleichenden JahresDie Sorgen liegen am Boden zwischen den Tannennadeln Zeit sammelt sie auf mit sanften FingernSteckt sie sich in die Rocktaschen, beizeiten Angst ist in den Türkranz gewundenZwischen Ilix und Zieräpfeln Ich weiß doch:der Fluss hört nicht auf zu fließen Ich taumle in den Schlaf Ich streue…Mehr

Mein Weihnachtswunder

Von Sabine Reifenstahl Das erste Weihnachtsfest ohne meinen Mann. Es vergeht kein Augenblick, ohne mir zu wünschen, er wäre noch da – oder ich bei ihm. Alles, nur nicht dieses Leben allein.Tränen rinnen mir übers Gesicht. Ich kann nicht in unserem Haus bleiben, wo wir so viele gemeinsame Weihnachtsfeste gefeiert haben, sondern fliehe vor dem…Mehr

Es reicht nicht

Von Thomas Franke Sie reden vom Kulturkampf. Sie reden vom Überlebenskampf. Sie greifen Menschen an. Sie bringen Menschen um. Sie lügen. Sie verdrehen. Sie übertreiben. Sie reden von Altparteien und Systemmedien, von Mainstreammeinungen und Ungerechtigkeit und wirken, als hätten sie manchmal sogar Recht. Doch du weißt, was sie sagen, ist falsch. Du weißt, Frieden herrscht…Mehr

Inseln

Von Claudia Dvoracek-Iby Zweimal bin ich mit dem Zug nach Berlin gefahren. Das erste Mal für mehrere Tage im Sommer. Du hast mich eingeladen, einige Wochen, nachdem du mit Sonja in diese Stadt gezogen bist, zeigst mir bei tropischen Temperaturen all deine Lieblingsplätze, führst mich in Museen und Galerien, durch Parkanlagen und in Geschäfte. Einmal…Mehr

Die Suche

Von Claudia Dvoracek-Iby Spätabends, unerwartet ein Anruf. Die Stimme an deinem Ohr ist undeutlich, stockend, schleppend. Deine Tante. Offensichtlich betrunken. Du sollst zu ihr kommen, jetzt gleich, es sei dringend. Du machst dich sofort auf den Weg zu ihr. Deine Gründe: Pflichtbewusstsein. Sorge um sie. Vage Schuldgefühle.Im Vorzimmer ihrer Wohnung stolperst du über eine leere…Mehr

Eine neue Woche beginnt

Von Michael Wiedorn Heute bin ich tief in der Nacht erwacht. Es ist noch dunkel und ich hoffe und glaube auch gleich wieder einzuschlafen. Ich schaue nicht mehr nach der Uhrzeit und vermute, daß das Dunkel gleich von der hereinbrechenden Morgendämmerung aufgehellt wird, aber es wird nicht heller. Vielleicht wache ich um 3 Uhr auf.…Mehr

So viele Tage

Von Michael Wiedorn So viele Tage scheinen sich restlos in die Leere aufgelöst zu haben – nicht nur die Zeit der frühen Kindheit. Ich weiß nichts über die Jahre vor meiner Gedächtnisbildung. Meine Lebensgeschichte habe ich als mir von Anderen erzählten Text auswendig gelernt. Die Vergangenheit ist überwiegend eine Müllhalde von Vergessenem. Alles ist verschwunden.…Mehr

Pluton

Von Michael Wiedorn Unter dem Zeichen des Skorpions bin ich geboren. Eine heimtückisch kriechende Spinne, die sich bedeckt hält, die unsichtbar für das Opfer ist und schlagartig mit ihrem Stachel zusticht. Der Sand im Süden weht sanft und niemand sieht den Tod. Dem Skorpion war der Mars zugeordnet. Der Kriegsgott. Kämpferisch, zornig, diszipliniert. Der Krieg…Mehr

Flugträume

Von Michael Wiedorn Ich habe also das Gefühl, ich könne fliegen. Tief unten liegen die Felder in ihrem satten Grün. Tief unten liegt ein lebloser Männerkörper mit dem Gesicht zum Boden. Das, was mein Körper zu sein scheint, ist federleicht. Vielleicht gibt es ihn schon garnicht mehr? Ist es der selbstlose Blick einer Kamera? Der…Mehr

Unüberbrückbar?

Von Lena Kelm Als plötzlich Schneeregen einsetzt, suche ich Schutz bei einem überdachten Marktstand und tue so, als ob ich mich für die angebotenen Geldbörsen interessiere. Der türkische Händler lächelt breit und einladend wie auf einem orientalischen Basar, scheinbar ist er mit diesem Basar-Lächeln geboren. „Bitteschön, bitteschön, alle Farben, billig!“, schreit er, als wäre ich…Mehr

Russisch parken

Von Lena Kelm Mein Visum für den Aufenthalt bei meinen Verwandten in der DDR endete in wenigen Tagen. Meine Großnichte Marion nahm mich mit im Auto in die dreißig Kilometer entfernte Kreisstadt Neustrelitz. Während sie ihre Angelegenheiten erledigte, nutzte ich die Zeit für letzte Einkäufe in den kleinen, aber feinen Geschäften, sah mich nach Kunstgewerbe…Mehr

Edelbitter

Von Lena Kelm Ich mag keine aalglatten Redenweder hohle Phrasen nochergo verliebte Monologeauch keine triefenden TiradenIllusionen, süßen Worte, dieauf der Zunge zergehen wieVollmilchschokolade. Ich mag klare Worte, fundierte Faktenbevorzugt bodenständige Ideenkritische Diskussionen und Konkreteswie ein reinigendes Gewitteransonsten Schokoladebesonders edel-bitter. * © 2021 Lena KelmAlle Rechte vorbehaltenMehr

Schnee von gestern

Von Monika Jarju Allmählich wird es dunkel, neblig ist es auch. Da steht ein stattlicher Mann im Zwielicht. Er stapft durch den Schnee auf mich zu. Ein spannender, ein schöner Moment. Flocken tanzen in der Luft, in seinem Gesicht schmelzender Schnee. Nun steht er im fallenden Schnee vor mir. Er rührt sich nicht. Ob wir…Mehr

SCHWIMMHALLE

Von Monika Jarju Kabinengespräch A: Wie alt ist sie jetzt? B: Einunddreißig, manchmal ist sie wie ‘ne Neunjährige, aber das ist vielleicht das Russische, die Russen haben da was anderes. A: Aber das sie jetzt aufgehört hat, mit der künstlichen Befruchtung, ist doch gut. B: Ja, klar, was sie an Geld dafür ausgegeben haben, dafür…Mehr

! Mach mal halblang

Von Monika Jarju Neuerdings wirbt der Bio-Markt an der Ecke für frische Weidemilch von gesunden umhertollenden Kühen aus Südafrika. Entgeistert betrachte ich die Milchkartons im Kühlregal. Der Marktleiter mustert mich seit einer Weile, schließlich sagt er: „Die Milch wird dreimal täglich frisch eingeflogen aus Südafrika.“ – „Und was ist mit der Milchproduktion in Brandenburg?“, frage…Mehr

Geraldine/der lange Weg nach Hause

Von Renate Schiansky Die Straßen sind menschenleer, kein Wunder bei dem Wetter. Heftiger Nordostwind treibt eisigen Schneeregen vor sich her, Geraldine ins Gesicht. Ihre Wangen brennen, ihre Augen tränen. Spöttisch strahlt die Weihnachtsbeleuchtung auf sie herab, lacht sie aus, in ihrem viel zu dünnen Mantel und den abgetragenen Halbschuhen, die weder der Nässe noch der…Mehr

Zusammen sind wir stark

Von Regine Wendt Hoch zu Ross, arrogant der Reiter, spricht er mit mir. Schaut herab. Auf mich. Maßregelt. Will nicht verstehen, will sich nicht beugen. Kurz und knapp die Botschaft. Meine schlappt dahin, piepst nur noch unsicher. Später ein verirrtes Pferd grast einsam ohne Reiter. Abgeworfen, sicher haben sich die Rösser nicht verstanden. Denn dafür…Mehr

Der Luft-Schnapper

Von Ellen Marion Maybell Der Luft-Schnapperschnappt nicht nur nach Luft.ER schnappt nach Launen-Lust,der Schuft. Der schnappt sich alles wie im Fluge,was aufzubieten hat ne Fuge. Auch wenn er dabei überschnappt,hat’s freilüftig bislang geklappt. Schnappt manchmal auch die Atmung über,doch über‘n Keuch, da steht er drüber. Da flattert er durch Luft und Raumund schnappt nach Blasen-Pluder-Schaum.…Mehr

Der Barbar

Von Ellen Marion Maybell Der Barbar,barbarisch,normalerweisegrad deswegenfür’n Barbarenexemplarisch. Doch dieser hierist wie ein Derwischvernarrt wie’n Tierin Barbra – närrisch. Die schickt ihn erst mal zum Barbier.Sonst sei sie da nicht und nicht hier.Nicht für ihn mit dem Gestrüpp.In dem Gesichts-Gefelds-Gesüpp. Und so macht er’s, lässt barbieren,Gewächs, Gewuchs und auch skalpieren.Jedes Häärchen wird gerupft,auf dass Barbra…Mehr

Marion wieder besser v***** können!

Von Michael Kothe Gerade habe ich meine Mailbox geöffnet, und da steht sie ganz oben, diese Nachricht. »Marion wieder besser …« Woher wissen die? Unwillkürlich fährt mein Blick an mir hinab, bis er … Nein, ich sehe nichts Ungewöhnliches, denn die Platte meines Computertisches verhindert, dass ich tiefer blicken kann als bis zum Hosenbund meines…Mehr

Promillefahrt

Von Michael Kothe Sheryl war Schottin, ihr Mann auch. Beide arbeiteten seit eineinhalb Jahren bei einer Firma in München Bogenhausen mit international gemischter Belegschaft. Sie hatten sich gut eingelebt im nördlichen Münchner Umland, genauer gesagt in Mintraching Grüneck. Dem kleinen Mintraching, das sich fast nahtlos im Osten an Eching anschloss, nicht dem größeren weiter östlich…Mehr

2 bunte vögel

Von Marion Kannen 2 bunte vögel sind weg+ immer das machtdingbeginnt irgendwarum+ kegelt raus was bleibt :leere stühle 1, 2……. 3. * © 2021 Maron KannenAlle Rechte vorbehaltenMehr

Deutschland und die Frauen

Von Lydia Kraft Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt. Zumindest Global betrachtet. Im Inneren Deutschlands macht sich in weiten Teilen der Bevölkerung die Armut breit die dann vor allem bzw. am härtesten Kinder und Frauen trifft. Wie komisch, dass es immer die Gleichen am härtesten trifft. Alleinerziehende und Singelfrauen, scheinen der Hauptfeind für…Mehr

Erkennen

Von Helmut Blepp Auf abschüssiger Straßeeinem Licht entgegenzufahrenplötzlich anzuhaltenund die Augen zu schließenmit der Fragewarum Lichtdann einfach weiterzufahrenwährend es langsam dämmert * © 2021 Helmut BleppAlle Rechte vorbehaltenMehr

Chlorophylitisch

Von Helmut Blepp Euer Himmelblau ist voller Schwärenvermischt mit dem Dotter aus Legebatterienmalt ihr Landschaften aus rotzigem Sud Euer Lind ist ein sterbendessich nährend aus giftigem Morast In euren Wäldern bricht trocken die Erde aufund der Humus aus dem letzten Laublegt sich ätzend über die Wunden Die Kindheit eurer blassen Kinderist nicht meine Kindheitals Grün…Mehr

traumflaute

Von Franz Niemand traumflautenicht einmal einschwaches lüftchenweht vom paradies her schwermuttrübe alte schwesterin deinen augenschwarze tinte bodenlos * © 2021 Franz NiemandAlle Rechte vorbehaltenMehr

das graue fell

Von Franz Niemand das graue fellgesträubtabstürzend in diewürgende umarmungder urwodkanacht der lebermondschwillt * © 2021 Franz NiemandAlle Rechte vorbehaltenMehr

nacht

Von Franz Niemand als du nackt dalagstnachtauf meinem hungersofada zeigtest du mir deine milchstraßeund es war ein glitzerndes vergessenim aufwallenden blut deiner sternedie ihre stöhnenden gesängeanhoben oh nie wiedernie wieder zurückin den grellen tagder masken und fassaden * © 2021 Franz NiemandAlle Rechte vorbehaltenMehr

einsames steinherz

Von Franz Niemand einsames steinherznarbenübersätestrudelst dudurch den sturzbachder nachtund die totenspielen auf dazuspielen rhythmenvergessener völkerund singen dir zu: wirf ab das kreuzkein blut mehr trinkund rette dichdu einsames steinherzin den unberührbartanzenden traum * © 2021 Franz NiemandAlle Rechte vorbehaltenMehr

mi., 19.12.01/08:30, köpenick

Von Peter Lexa hüter des feuersaußerhalb des gemäuers wahrer der lieberundherum nur diebe die stadt ist verfluchtder landmann versucht ichwarte * Da ich es liebe, mir den Kopf wund zu schlagenwar’s notwendig Folgendes ins Tagebuch zu schreiben: eingesperrt in unsere möglichkeitennähren wir die illusion der unabhängigkeitum umso mehr an die grenzen zu stossen blutige köpfe…Mehr

BERLINER ODYSSEE

Von Peter Lexa 18.12.01 Will einen Meldezettel, Trafiken gibt’s hier nicht, also wandere ich zum kombinierten Zeitungs-Tabak-Lebensmittelladen.„Ich möchte bitte einen Meldezettel.“„???“„Einen Meldezettel bitte, zum Ummelden von einer Wohnung in die andere.“ Im Wissen, dass meine Aussprache durch Bart und Herkunft zu undeutlich ist, bemühe ich mich, die Zähne zu zeigen und ein unfreundlicheres Gesicht aufzusetzen.…Mehr

Selbst. Täuschung.

Von Walther Stonet Der Winterwind schenkt heute eine Träne:Sie stiehlt sich leis ins linke Auge, rollt,Als eine alte Eiche ächzt und grollt.Doch er zeigt ihr die großen kalten Zähne Und wischt die letzten Blätter fort. Sie schmollt,Greift Grau vom Himmel, als ich an sie lehne.Die Wärme geht jetzt lang in Quarantäne:Der Macht aus Nord wird…Mehr

Eis. Prinzessin. („Ice Ice Baby“, Song von Vanilla Ice)

Von Walther Stonet Jetzt lieg ich da, im Traum, in deinen Armen.Es ist so kalt, ich fühle nichts als Eis.Ich weiß nicht, wer ich bin und wie ich heiß:Das Traumland kennt da kein Erbarmen. Ich flöhe gern. Doch müsste ich dich lassenIm kalten Tod und ohne Wiederkehr.Ganz mutlos bin ich. Und mein Herz ist schwer.Weshalb…Mehr

Canzone di Novembre

Von Walther Stonet Eines feinen Sanges QuelleKlang mir zart im InnenohrWar es nur so auf die Schnelle?Hatte dieser Ton was vor? Ich rieb mir die müden AugenUnd vergaß die lahmen Glieder.Um den Sang in mich zu saugen,Gab ich ihn ganz leise wieder. Um mich war nur Totenstille;Vor mir war ein wüstes Nichts.Aus dem Klang sprach…Mehr

Straßen. Leben. – Moritat

Von Walther Stonet Greift der Alte nach der Flasche?Sucht er nach nem alten Joint?Er hat alles in der Tasche.Nur kein Cash. Und that’s the point. Auch der alte EinkaufwagenHat so manches Jahr gesehn.Was man fährt, muss man nicht tragen.Und man muss doch weitergehn! Schlecht gesucht ist nicht gefunden.Er fasst sich an seinen Hut.Alles an ihm…Mehr

Advent (Ein Kindergedicht)

Von Walther Stonet Heut Morgen kam der WeihnachtswichtUnd brachte uns ein kleines Licht.Mit etwas SpekulatiusUnd für den Weihnachtsmann nen Gruß Nahm ich es dankend an und trugsGeschützt in unsre Küche flugs:Es strahlte schnell aus vollstem Herzen:Da waren vier Adventskranzkerzen! Das Lichtlein war nicht mehr allein.Ein Licht will niemals einsam sein:Ich zündete vier weitre an,Damit die…Mehr

In Einsicht gedenken

Von Markus Katzenmeier Liebe auf den ersten BlickWelch ein traurig NarrenwortWahre Liebe wachsen mussGedeihet wo man tiefer siehtWas sich nur langsam lässt ergründenWie alles Große still erblühtIm Gleichmaß ineinander gehenHin zum unsichtbarsten Ort Als ich die Liebe ließ gewährenErlosch Dein letzter matter FunkeWelch Feuerwerk war abgebranntWie viele warn der sinnig ZeichenDie Du an die Wand…Mehr

Referenzkultur 2

Von Alexander Reisenbichler referenzkultur war das thema im letzten beitrag und dieses mal folgt die kuenstlerische ausgestaltung in form von maluebungen. man liest den text und die unterstrichenen woerter bzw wortteile verbinden den text auf einer metaebene. 1 – ueben wir mal mal uebungen streunende beziehungen zu zufaelligaufgefundenen menschensteinen ueber die man stolperndauf wege findetdie…Mehr

Welt im Wandel

Von Michael Metzger Welt im Wandel – immergleich.Höllenschlund und Himmelreich.Mehr gehofft als dann erreicht. Die Mühlen mahlen immerwährendWildes Treiben, in sich kehrend. Wort und Tat, Gedankenstrom.Gott, Maschine, Menschensohn. Wer weiß schon, was die Zukunft hält.Gewiss ist, dass sie sich dreht – die Welt. * © 2021 Michael Metzger.Alle Rechte vorbehalten.Mehr

Der Wandel.

Von Olga Kovalenko (In Anlehnung an F. Hölderlin „Mnemosyne“, „Pathos“, “Der Einzige“) „ Zur Erde neiget der Beste, eigen wird dannLebendiges, und es findet eine HeimathDer Geist“ (F. Hölderlin, Mnemosyne / Entwurf) I. Wenn das Wort über die Flüsse geht,seid geheilt, in der Dunklen StundeWenn der Nebel über die Bergen zieht,schreiend Ole vom Baum fliegtseiet…Mehr

Meine Winterreise. Die Seelenberührung

Von Pawel Markiewicz Ein superbes Dörfchen meines Freundes ist immer bildschön im Sommer. Das wissen alle Landleute. Eines Tages im Winter kam ich ins pittoreske Dorf an, um zu sehen, ob dies Dorf auch im Winter holdselig-liebevoll aussieht. Alle Häuser waren damals mit viel Schnee bedeckt. Eine Kälte herrschte überall. Dorfstraßen waren fast gesperrt, sodass…Mehr

Stierkopf und Elfi

Von Johannes Morschl Berlin, ein Montagmorgen im August. Der 61-jährige Sonderling Anton Zwirn wurde vom Lärm der Müllabfuhr aus dem Tiefschlaf gerissen. Die Sonne schien in sein Schlafzimmer. Er rieb sich seine verquollenen Augen, schüttelte seinen zotteligen Stierkopf und grummelte: „Na, die Woche fängt ja gut an, wenn die Sonne gleich beim Aufwachen so unbarmherzig…Mehr

Die Statue

Von Johannes Morschl Ich wusste nicht mehr, wer ich bin, aber wer weiß das schon von sich? Ich befand mich unter einem Torbogen am Rande eines großen Platzes, in dessen Mitte eine Statue auf einem Sockel stand und einen langen schwarzen Schatten warf, der bis zu meinen Zehenspitzen fiel. Im Hintergrund fuhr eine Dampflokomotive mit…Mehr

Schneetauchen

Von Sofie Morin Des Nachts bist du ein Schneetaucher geworden. Ich konnte dich nicht davon abhalten. Und wollte es auch gar nicht. Überzählige Empfindungen werden von uns makellos aussortiert. Neben dir, in der Schlange zum Schilift, ein Mann mit Flossen an den Füßen, der dir seine Träume anbietet. Sie glitzern kalt und kristallin wie Firn.…Mehr

Traumatisch

Von Anna B. Vor einigen Nächten hatte ich seit langem wieder einen Traum, der mich noch heute beschäftigt. Demnächst werde ich zu einer dreiwöchigen Kur zur Behandlung meines frisch eingebauten Hüftgelenks fahren. Diverse Vorbereitungen dazu waren notwendig und ich sehe den Wochen mit gemischten Gefühlen entgegen. Ängstlich wegen der vielen, vermutlich uninteressanten bis unsympathischen Menschen,…Mehr

Gedanken eines älteren Amateur-Fotomodells

Von Friedrich Unterweger Nun, ich bin Mitte 50, der regelmäßige Besuch des Kosmetikstudios, des Friseurs und des Fitnessstudios verzögern das Altern zumindest optisch. Das Bad ist voll mit allerlei Tiegeln, Tuben und Cremen, die Wunder versprechen, aber wie die meisten Versprechen eben nur solche sind. Mit meinem Leben bin ich soweit zufrieden, es verlief wie…Mehr

VERSCHLOSSENE TÜRE

Von Eva Radon Sie bewohnte ein großes haus.Das haus hatte viele zimmer.Jedes zimmer hatte einen anderen themenbezogenen, zeit adäquaten, einrichtungsmäßigen anderen stil. Je nach lust und laune, offenheit und verschlossenheit betrat sie einzelen zimmer. Die türen waren unterschiedlich geformt, alle relativ leicht zu öffnen. Da war das zimmer der kindheit, der raum der jugendlichen freiheit,…Mehr

toter oktober

Von Thomas Franke über dem grauen himmeloktober in moskauversinkt ein sterner war mal rot nicht, dass jemand diesen stern aufrichtig gemocht hateine form der hassliebe breitet sich der graue schleier über das landdie anderen länder und du läufst durch diese länder und sammelst die geschichten der millionenverhungertenerfrorenenerschossenenbepissten und gebrochenenderer, die nicht zu ende leben durftenderer,…Mehr

Vorm Haus

Von Helmut Blepp Du willst zu diesen Leuten, Fremder? Tu´s nicht! Ich flehe dich an, tu´s nicht! Du kommst aus der Ferne, aus einer Welt, die hier längst untergegangen ist. Kehr um! Du kennst sie nicht, diese schreckliche Familie, die hier lebt. Diese Leute sind anders, sind immer anders gewesen. Sie bringen dir kein Glück!…Mehr

Der Schmetterling – Nein, dafür nicht

Von Ellen Marion Maybell Bin ich geboren,um in Bäuchen zu sitzen.Das ist nicht mein Ding.Wettert verbettert der Schmetterling.Womit hab ich das verdient,in solchen Po-akenin stunkenen KAKENwie’n Affe zu schwitzen. I’m so poor.And I’m so link.I want to feellike very better,when I thinkI had – perhaps –a little SCHNURto findmy LINGfor only SCHMETTER. Und dann dieser…Mehr

Der Wurm-Fortsatz

Von Ellen Marion Maybell Mit sich selbst im Liebesschmatzlutscht sich lieb der Wurm-Fortsatz. Und er lutscht und lutscht und lutscht,bis dass der Zipfel ihm entflutscht. Und so kommt’s bei dem Gesündelt,dass schwer er selbst sich hoch entzündelt. Glühend rot schon in seim‘ Treibenplatzt die Schwarte ihm in Scheiben. Doch da er blind ist, find‘ er’s…Mehr

Schnösel-Schnobs

Von Ellen Marion Maybell Der Esel,ein Schnösel.Und das Wiesel,ein Stiesel,schnöselten sich so durch,dass mies-fiese auffieldie Schnösheit ohn‘ Furch. Was für ne Schnobs.Beide hoch drei.Mit Salbader-Gewäschund sauer im Dropsblasiern sich die zwei,die immer dabei,mit heiligem SchauerjedwedessaudummeIdioten-GESPRECH. Die Nase auf Rümpf,nasale genöselt,hätt‘ man zu gernderen Strümpfaufgeknüpft und zerbröselt. * © 2021 Ellen Marion MaybellAlle Rechte vorbehaltenMehr

Der gelbe Schädel

Von Michael Wiedorn Ein Schuljunge war verträumt eine brandenburgische Landstraße entlang geschlendert. Die Kastanienbäume hatten in voller Blüte gestanden. Weit hinter dem Jungen hatte sich auf der Landstraße ein cremefarbener Trabant genähert. Er hatte es eilig gehabt – furchtbar eilig. Vor überstürzter Eile hatte der Wagen auseinander zu fallen gedroht. Das lärmende Rauschen hatte sich…Mehr

Kolben rammen das Loch

Von Michael Wiedorn Die Möbel, die Computer, der Fußboden sind mit Schnee und Eis zur Verwahrung eines Toten überzogen. Draußen vor den Fenstern brennt die heiße Sonne auf sommerlich grün belaubte Bäume.Sven meldet sich mit nüchtern geschäftiger Stimme korrekt mit Angabe seines Namens und seines Anliegens am Smartphone. Die Stimme eines jungen Mannes mit klar…Mehr

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