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Grantler

Von Johannes Morschl Seid gegrüßt, ihr abgründigen Menschen diversen Geschlechts, die ihr euch heute hierher zur offenen Lesebühne im Dodo verirrt habt. Manche wollen sich ja hier so wie ich mit ihren literarischen Ergüssen zeigen. Meistens kommt sowieso nicht viel dabei heraus und das Publikum wird gegen das Einschlafen ankämpfen müssen, um nicht als unhöflich…Mehr

sie wildert aus

Von Jutta v. Ochsenstein sie wildert aus den Gerüchen folgt sieden Fragenund Wortwechselnzwischen AufklärungEndzeit unddem Lichtdas hier erwachtan jeder Kreuzungwechselt sie ihre Hautlachtunerkannt © 2021 Jutta v. OchsensteinAlle Rechte vorbehalten Veröffentlicht Lyrik auf Lesungen, in Literatur-Zeitschriften und Anthologien, französische Übersetzung von Texten G. Trakls, Verlag Voix d‘encre 2018 + 2020 https://juttav-ochsenstein.jimdo.comMehr

ELTERNGESCHICHTE (Autobiographisches im Zeitraffer)

Von Anna B. Der Tod rast mir wie ein Zug mit 280 km/h entgegen. Im Zug sitzt meine Mutter, sie will mich zu sich holen. Ich will aber noch nicht. Meine Mutter wurde vor 110 Jahren geboren, vor 70 Jahren hat sie mich zur Welt gebracht, vor 30 Jahren ist sie gestorben. Warum denke ich…Mehr

zwei gedichte aus tz

Von Peter Lexa di, 31.8.11, ~ 08:30, tz DERSTRUDLISNUREINGEBÄCK mich ziehts wo hinim augenblick hinuntertrink meinen kaffeschlucke das morgengrauunom dvjpm, imzrt(Übersetzung: schon bin i munter) * sa, 6.2.16, 07:08, tz MENSCHENKINDER rosarosarotweit besser als totbraun am saumna, ihr wißt schon! alles früchte vomselben baum gewachsenaus lichtund lehm manches fauldas meisteschön? * © 2021 Peter LexaAlle…Mehr

GERECHTFERTIGT

Von Eva Radon Das ist so eine Sache..Was ist Recht, gerecht, gerechtfertigt ???Recht haben ist fertig. Ohne Widerrede Wer hat das Recht, zu sagen, zu tun, zu verordnen, bestimmen, was von Rechtenist. Es gibt Regeln, Normen, allgemeine und subjektive. Prinzipien, Linien, Haltungen, Erfahrungen sind gesetzliche oder vereinbarte oder pädagogische oder subjektive oder einfach persönliche… Pädagogische…Mehr

Zwanzig Quadratmeter Freiheit

Von Niklas Goetz Es wurde fast fürs Klopapier geschossen,Die Bars und Kneipen sind schon längst geschlossen,Die wilden Partys dort sind jetzt vergessen,Und selbst auf Leichenschmäusen fehlt das Essen.Die Flurfunkkaffeepausen gibt’s nicht mehr,Die Stühle im Büro sind alle leer,Am Wochenende gibt’s statt SonntagsbrunchIn meinem Bett ab jetzt nur Sololunch! Die Freunde sah ich kaum, in ihren…Mehr

Es lebe die Aufklärung!

Von Rolf Jungklaus So lange ich zurückblicken kann, war ich immer ein glühender Verfechter der Aufklärung. So hatte ich einmal ein Gespräch mit einer Arbeitskollegin, die ich als moderne Frau, der Welt gegenüber aufgeschlossen und überaus intelligent charakterisieren möchte. Immerhin arbeiteten wir damals gemeinsam in einem weltweit agierenden Konzern, der sowohl von der Belegschaft als…Mehr

Alchemie der Leidenschaft

Von Sandra Engelbrecht Ene mene meck,und Du bist weg: Leonora. Ich hasse meine Tochter Leonora. Sie, die nie ihre Achselhöhlen rasiert. Nach abgestandenem Rauch und Essiggurken riecht. Ihren dicken Hintern nicht hochbekommt und tagelang im abgedunkelten Zimmer sitzt, um bunte Törtchen in sich hinein zu stopfen. Ihre klebrigen Fingerspuren hinterlässt sie überall im Haus. Könnte…Mehr

Katzenschreibtag deluxe

Von Madame Pavot Der Text muss gelingen. Die Frist endet morgen, sie ist meine Nemesis seit magischen sieben Tagen, ich stehe auf, koche hochmotiviert Kaffee, lege eine Schallplatte mit ruhiger instrumentaler Musik auf, alles könnte heute so gut sein, leichter Sommermoment mit lauem Wind und Inspiration, ein Wimpernschlag, eine gute Idee, fliegende Wörter, verrinnende Zeit.Stattdessen…Mehr

@dAdA.da – ein Gespräch mit dem Psychiater und Kulturforscher Prof. Dr. Heribert Stenzl

Von Zartelli Herr Professor Doktor Stenzl, der Anthropologe Professor Lukas Bilzing behauptet in seinem neuen Buch „Europa in der Flasche“, dass nur eine, Zitat: „Wiederbelebung eines surrealistisch veredelten Dadaismus den mächtigen Geist Europas aus seiner Lähmung befreien und den entscheidenden Impuls liefern kann, der die Weltrevolution doch noch zu ihrer für uns und unseren Planeten…Mehr

Triumph

Von Michael Wiedorn Der Läufer kämpft gegen die Müdigkeit an. Das Fleisch ist schwach. Seine Muskeln stellen sich dem Sportler – seinem Willen – entgegen. Was ist wollen? Wer will hier was? Ruhig gestelltes Fleisch, ruhendes Gewebe wird schlaff, wird schwach. Gelblich weißes Fett schwabbelt und zittert und wackelt und droht den Helden zu verschlingen.…Mehr

Wir nehmen Abschied

Von Michael Wiedorn Niemand traut sich in die Nähe meines Körpers. Sie meiden die Gegenwart meiner Gestalt. Der Körper zieht uns in den Tod. Alle fürchten mich. „Bitte halten Sie Abstand! Es graut mir vor Ihrem Schweiß, vor Ihrem Speichel. Sie sind dreckiges Vieh und Ihr Kadaver verfällt in einen wimmelnden Fladen winziger Ungeheuer. Unsichtbare…Mehr

Es gibt nichts zu sagen

Von Michael Wiedorn Meine Mutter war stumm. Sie redete und redete. Es gab nichts zu reden. Über das Wetter, Schlagerstars haben geheiratet oder sich scheiden lassen. Ich hörte nicht zu. Ich habe gelernt, mit offenen Ohren Wörter als leeres Rauschen an meinen Ohren vorbei rauschen zu lassen. Das dichte Grün der Sümpfe um unser Haus.…Mehr

Eintauchen nach unten

Von Michael Wiedorn Das Zimmer ist von schweren Vorhängen abgedunkelt. Im matten Nachmittagslicht erkennt man die schweren Gründerzeitmöbel und das Bett mit dem reglos in den Kissen liegenden Körper. Ein alter, zur Leblosigkeit erstarrter Männerkörper. Ein gespenstisch bleiches, ausdrucksloses Gesicht mit offen gebliebenem Mund. Ein schweres Schnaufen durchdröhnt die Stille des Raumes. Ein Fisch am…Mehr

Der Rattenkönig

Von Michael Wiedorn Eine Steintreppe führt abwärts in den Untergrund. Die tiefsten Stufen sind in schwarze Wasser getaucht. Grüne Kacheln. Eine flaschengrüne Stahltüre. Die Gewölbe sind von Moospelzen überwuchert. Fern aus dem Hintergrund strahlt klammes Licht. Das Wasser glitzert. Das tote Gewässer fault wie alte Eier. Eine nasse, haarige Ratte putzt sich mit roten Pfötchen…Mehr

Profil Ellen Marion Maybell

Von Ellen Marion Maybell Ellen Marion Maybell Die satirisch tierische Voll-Maul-Heldin,die nicht kleckert, sondern klotzt,wird im Gemüse wenig gelten,wenn die Sülzigkeit schon kotzt.  Und solltt’s kein Scherz am ERSTEN sein,dann scherze und zieh Schmerz dir rein. Und geht dir Schmerz-Scherz auf den Keks,dann schick die zwei NACH UNTERWEGS.  © 2021 Ellen Marion MaybellAlle Rechte vorbehalten Ellen Marion MaybellSängerin, Cartoonistin…Mehr

Schorsch der Dorsch

Von Ellen Marion Maybell Schorsch, der Dorschfuhr viel zu forschnen alten Porsch,schon ziemlich dorschzu forsch in eine Ackerforsch. So riss es ihm nicht nur den Porsch,es riss ihm auch sein Herze dorsch. Drum fahre niemals nienen Porsch,der schon mittendrin und dorsch,zu forsch in eine Ackerforsch. © 2021 Ellen Marion MaybellAlle Rechte vorbehaltenMehr

Antialkoholiker

Von Ellen Marion Maybell Wie beneide ich euch Säufer.Schlürf, vom Rein-Zisch-Spaß befreit.Ich bin ich nur noch Trocken-Träufer.Sprudel-Voll-Suff – oh wie schreit. Mir die Seele nach dem Schmodder,nach dem Unflat, der mir brüllt,raus die Angst auch vor dem Stodder,schon wenn‘s Gurgel runterspült. Ihr könnt sauen, rülpsen, brechen,auf die Prall-Ärsch klatschen drauf.Ihr könnt reißen, rotzen, stechenauf die…Mehr

Bedeutungsschwanger

Von Ellen Marion Maybell Bedeutungsschwanger,toll, gutes Bild.Wär ich gern mit vollgefüllt.Gerne auch bedeutungsvoll.Weiß nur nicht,wie das gehen soll.Einfach so von Flötenin der Nacht,die mich zum Vollgefüllt gebracht.Die ran mich pfiffen, ganz bestimmt.Ach wie schön, ich wär berühmt.Weil schließlich da ne Lücke klafftfür Bedeutungsschwangerschaft. Nun gut.Ich geb schon Acht,das mir ne Pfeife das so macht.Dass eine…Mehr

Bretter, die die Welt bedeuten

Von Ellen Marion Maybell Bretter, die die Welt bedeuten.Hört man ach so ofte läuten.Ja, die sind‘s, die viel bedeuten.Und das bedeutet,wenn es läutetund der Vorhang, der geht UFF,stehste immerhin mal DRUFF.Musst aber brettern, ziemlich schwer.Sonst biste nicht mal IRGENDWER.Kein Klettern in die obern Ränge.Gewürgsgewelsch hat zu viel Länge. Und ists ne Betterbude,klein,gehört man nicht dazu.ehr…Mehr

»Siebenreich – Die letzten Scherben«,Kapitel 2. Julia

Von Michael Kothe 1. Auf der anderen Seite der Morgenberge schleppte sich Julia vorwärts. Das Gebirge und den Wald hatte sie vor zwei Tagen verlassen. Sie fühlte sich schmutzig, war hungrig, ausgelaugt. Einfach fertig. Dazu kam, was sie von dieser Welt mitbekommen hatte, war der reinste Horror. Surreal, chaotisch. Zuletzt an diesem Vormittag. Auch jetzt,…Mehr

»Wir haben Ihre Tochter.«

Von Michael Kothe »Berger. Guten Abend.«»Reden Sie nicht, hören Sie einfach zu! Wir haben Ihre Tochter. Kein Wort zu irgendjemandem! Es geht Ihrer Tochter gut. Noch. Wir melden uns wieder.«Berger hatte gerade aufgelegt, als das Telefon nochmals läutete.»War ich deutlich genug? Keine Polizei! Wir beobachten Ihr Haus, und wir haben Ihr Telefon angezapft.«Unwillkürlich trat Berger…Mehr

Zwei Worte

Von Valérie Baum Ich sagte Ja und meinte NeinDas wird der Grund für Wirrsal seinEs war ein Unsinn im GemüteUnd die Verwirrung ging in Blüte Ich sagte Ja und meinte JaDie Morgenröte schien so nahDie Sonne wollte das bescheinenIch wollte diesmal nichts verneinen Ich sagte Nein und meinte JaEin großes schwarzes Loch war daDarin Gefühle…Mehr

Verseschmied

Von Valérie Baum Wer ist der Verseschmied, was tut er?Kann es eine Frau sein, eine Schmiedin?Er nimmt die Worte und dichtet sie,durch Weglassen und Dazufinden Er wirft sie in die Glut undarbeitet mit dem Hammervon allen Seiten werden siegedroschen gequetscht und abgeklopft Die Glut nahm er aus seinem Herzenum dort den Druck zu linderner trug…Mehr

SCHAUMSTOFF

Von Monika Jarju Ein luftiges Blasenformat gefüllt mit Sauerstoff nebstergiebigem Gesprächsstoff zwischen den Zeilen lädt einzum Verweilen; grundsätzlich kann jede Zeile ohne Eileinhaltlich beginnen, im Wesentlichen aber füllen Zeileneinen Absatz, erfassen die Fülle an Marktanteilen samtallfälligen Anleihen; piekfeine Silben sitzen perfekt wiesteile Stützen meist etwas schroff in halben Nebensätzen– wie gesagt: Schaumstoff kann man abspülen oder…Mehr

ANFRAGE

Von Monika Jarju Die Fragen gibt es – und die Folgen.Antworten gibt es, die Fragen aufwerfen.Fraglos fragwürdige Fragmente – frag nur zu. So befragt das Fragile frappierend frischdie Fragebögen mit den Fragezeichenaus dem Fragenkomplex der Fragesteller. Und dann erst dieses Fragewort am Anfang!Auf die Fragestellung kommt es anbeim fraglichen Hinterfragen. © 2021 Monika JarjuAlle Rechte…Mehr

NACHTBLAU

Von Monika Jarju funkelnde sterne angestecktauf blassblauem grundim lichtschein der birke baumeltein körper, den kopf im laubbleichgesichtig starrt er mich anden kenne ich schoner hängt sonst auf dem balkongegenüber im grünen vorhanger hat die seite gewechseltund sich hier aufgeknüpftsanft schaukelt ermein tag- und nachtgefährte © 2021 Monika JarjuAlle Rechte vorbehaltenMehr

Beziehungsweise

Von Claudia Wittke Hallo Du,wir haben mittlerweile schon viele Jahre miteinander verbracht. Wir kennen uns gut. In und auswendig. Und dennoch lernen wir uns immer wieder neu kennen und entdecken neue Facetten. Manchmal macht uns das Angst, wird sind überrascht, was wir in der Lage sind zu tun. Welche Dinge erreicht werden können, die zu…Mehr

FrühlingsFroherTrieb

Von Monika Schotsch Der Trieb, er ist mit aller Machtdurchs Bodenreich hindurch gekracht!Jetzt steht er da: Was er wohl macht,wenn Sonne seinen Keim entfacht? Es sprießt und blüht in einer Pracht:mal weiß, mal gelb – so hell, so sacht.Auch rot und blau, zärtlich, bedacht.Und dann das Grün … Sehnsucht erwacht! Die Sonne wärmt.Der Himmel lacht.Der…Mehr

Auf der anderen Seite

Von Anna Gawlitta Es ist Anfang Sommer, die Sonne steht am Himmel, über dem Bruchberg Niedersachsens. Das Haus der Schäfers liegt oben, am Hang, nicht weit des Stadtzentrums. Wolken schwimmen am Horizont. Im Winter hat es in Braunlage stark geschneit, die Stadt war eingewickelt in einen Schneemantel. Wünsche wurden geweckt, die Menschen konzentrierten sich auf…Mehr

Aufs Meer zu

Von Marion Kannen Er liegt auf einem der hundert weißen Schwäne im Fluss.Er schaut in den Himmel und sieht:Ein totes Pferd auf dem Rücken mit weit aufgerissenem Maul.Er sieht Hamlet, der seinen Kopf in die Hand stütztund mit der anderen einen Totenschädel hält.Er sieht wie alles verschwindet.Seine Haut spannt sich dünn über dem Gesichtund macht…Mehr

Rosenzart

Von Burkhard Bartsch Im großen runden Gartenzauber weit hinaus,Da träumen Rosen schön und schöner nur für uns.Vom engen Zimmer karg und öde endlich raus,Der freien unbeschwerten Wollust ihren Lauf. Verführt sogleich im hellen Mondenschein das Sein,Lässt alle Kunst, gibt weiten Schall die Feuersbrunst.Lässt hoffen auf den einen Kuss von dir nur mein,Lässt öffnen mir das…Mehr

Die Erscheinung

Von Walther Stonet Ralf ist eigentlich ein ganz netter Typ – wenn da nicht ein paar Seiteneffekte wären, die ihm das Leben schwermachen. Besser: Mit denen er sich selbst und der Umwelt das Leben mit ihm schwerer macht als nötig. Erstens: Er ist vorlaut, weiß alles besser (was meistens richtig ist, aber darauf kommts nunmal…Mehr

Aus der fiktionalen Sammlung Libidon’t and Other Bedtime Stories (Moi Non Plus, 2021)

Von Moira Walsh Vögelgrippe Siefiebert vor sich hin Erist immun * Unerwartet Mit der ZeitmutierenViren * Sinniger Wunsch Einen Schaltmonat, bittenoch vier Wochen Strenge Jeder Schritt vor die Türüberlegt, gepanzert Mindestens der GedankeGleich wird’s kalt Der Fuß, die Nasebewusst gesetzt — Der Durchschnittsbürger sehnt sich nach Frühlingich aber lobe den Winter * Titel ohne Gedicht…Mehr

Wird sich das ausgehen?

Von Sofie Morin Früher waren wir einander nah. Dann trugen wir alle Mundschutz. Nicht hier, nicht in diesem Raumschiff, wo wir uns endlich nicht mehr bedeckt halten müssen.Wir Geheilten wissen wenig über diesen neuen Heimatplaneten, dem wir zugeteilt wurden. Die Entfernung ist eine grob geschätzte. Tage flimmern vorbei, in denen wir uns kaum noch zurechtfinden.…Mehr

Alles zu spät

Von Johannes Morschl Ein Samstagabend im Oktober 2018 in Berlin. Der alte Franz Augustin, ein Emigrant aus Wien, der weder Frau, noch Mitbewohner oder Haustier hat, wandert in seinem Wohnzimmer herum und redet mit sich selbst. Was bleibt ihm auch anderes übrig. „Alles zu spät. Habe alle Talente vernachlässigt. Wollte eigentlich Maler und Dichter werden,…Mehr

Zwei Gedichte

Von Peter Lexa sucht die kraftdesdynamos die stilledes toten punkts und nichtspasstzueinander * DU Auch wenn ich nicht mehr hinseh‘ DU bist noch immer da Berg und Tal und Tal und Berg zwischen uns und trotzdem: nah * © 2021 Peter LexaAlle Rechte vorbehaltenMehr

Himmel voller Wolken

Von Niklas Götz Der Nazarener spannte zwölf Mal Netze, Menschen wollt’ er fischenWie einst ein Prinz die Weisen sandte, Staub aus Augen sanft zu wischenEin Händler schrieb, was ihm die Engel nachts in einer Höhle lehrtenSodass, Konfuzius gleich, die Menschen auf den rechten Pfad zurückkehrtenEs stehen Wolken über jedem Himmel, nie sind sie einander gleichWo…Mehr

An der Mauer

Von Michael Wiedorn Eine graue Mauer. Am unteren Rand der Wand verfärbt die Feuchtigkeit den Stein in schmutziges Dunkel. An der öden Verhärtung der nicht enden wollenden und immer wieder gleichförmigen Tage zerschlägt sich der Schädel des Inhaftierten blutig. Ein nackter, junger Körper kauert in sich zusammengekrümmt im Stein. Das Blut in den Venen ist…Mehr

Stein umhegt mich

Von Michael Wiedorn Nein! Nein! Mich gibt es nicht. Wo bin ich? War ich irgendwo? In der Grenzenlosigkeit der Außenwelt würden sich meine Glieder und Organe verlieren. Vielleicht würde ich mit dem Kopf auf der Sonne landen und verbrennen und meine Füße würden sich in den dunkelsten und kältesten Verliesen des Weltalls verlieren und sich…Mehr

Sie trinken gemeinsam

Von Michael Wiedorn Aus einer langen Schnittwunde an meinem Unterarm fließt Blut. Ein dicker, roter Saft voll Kraft und Leben. Ich blicke bewundernd auf den nicht enden wollenden Strom, der aus dem von der Haut abgeschlossenen Inneren meines Körpers quillt. Eine mir verborgene Stärke tritt aus mir ans Tageslicht. Sie spaltet sich von mir ab…Mehr

Auslöschen

Von Michael Wiedorn Es ist erstickend heiss. Sechsunddreissig Grad im Schatten. Die feuchte Hitze lässt alles klebrig werden. Die Luft erstarrt in der toten Windstille und lässt sich nicht mehr atmen. Die Kleidung klebt und der Körper scheidet ranzigen Schweiss aus. Das nasse Fleisch verfault. Im Zeitraffer vergammelt das Fruchtfleisch des unachtsam auf das Straßenpflaster…Mehr

Ach, komm……

Von Ellen Marion Maybell Ach, komm.Et kütt wie et kütt.Es kommt wie es kommt.Bei mir kommt nix.Was soll da noch kommen.Zu mir kommt ja keiner.Deshalb kommt bei mir auch keiner.Ich bin ja auch nie gekommen.So weit ist es nie gekommen.So weit bin ich gar nicht gekommen.Ich bin überhaupt nie zu was gekommen.Da kommt nix.Ich komm…Mehr

Prinzessin Turandot

Von Ellen Marion Maybell Es war einmal,so dachte sich Lessing,den Kopf voller Dressingdes suffigen Schnapsund dachte an Straps.Na ja, vielleicht klapps….Ich ließ die Galottinicht nur mit Pluder-Sarottiin seinem Lustschloss allein,sondern puffte se gleichmit Marinelliund anderen Bübchenin deren Burgen und Stübchenzum Lustspielen ein.Oder als GRÄCE von Kellyim Kalender Pirellimit der Mätresse Orsina,nah Protofina,direkte nach China….Ganz großes…Mehr

Das Band

Von Valérie Baum Ein Band verbindet MenschenherzenDie nicht durch Irrsinn leiden wollenUnd der Vernunft viel Achtung zollenSie brennen wie die längsten Kerzen Die Zeit der Rettung ist vorbeiDer Acker dürr der Wald zerbrichtUnd durch die Wipfel dringt das LichtViel Wut und Trauer sind dabei Die Blätter Stämme Wurzeln sindNatürlich selbstverständlich hier?Der Mensch – ein unsensibles…Mehr

Mozart I

Von Valérie Baum Zeit, sich nicht zu gewöhnen und nicht zu wartenBis alles vorbei ist Beim „Runterfahren“ wiederentdeckt: Die Platte Ich denke an MozartEr setzte der Lieblosigkeit Sinn und Liebe entgegen Verschimpfet als „Unnütze Leut“ vonEiner unnützen Kaiserin Maria Theresia Brach die Leidenschaft und seinen Himmel aufAlle Intrigen sind in sich zusammengefallen Was alles hat…Mehr

Mozart II

Von Valérie Baum Sch… ins Bett, dass`s krachtEr scherzte Tag und NachtEr hatte Herz fürs SchwesterleinSchrieb ihr lange Briefe fein Wolfgang A.- ein lustiger Komponistdem jede Fuge gelungen istEs fällt mich ein feiges Fluchen anDass ich sein Lied nicht singen kann War klein und zart, der GeniusVon Neid bewegt sein Zeitgenoss`Er packte alles in ein…Mehr

Der Frauenheld – Moritat

Von Walther Stonet Frühmorgens fiel ich aus dem Bette,Das lag nicht nur am letzten „e“,Die Decke hing wie eine Klette,Mein Großer Zeh war nicht OK. Es muss am Wein gelegen haben:Denn ich ging ihm bis auf den Grund,Jedoch fiel ich nicht in den Graben,Es war das Bett zu später Stund. Jetzt leide ich an großen…Mehr

Das Käsebrot und andere existentialistische Fragen

Von Walther Stonet Zutage scheint die Sonne heller,Des Nachts scheint nichts, denn es ist schwarz.Die Zeit geht ebenfalls viel schneller,Die Sonne liebt selbst Uhrwerkquarz. Komm nicht mit Mond, du olle Luna,Du hängst da zwar als Lampion,Doch heute ist die Welt mal Bluna,Bist eh ein schlechter Erdenklon, Ein Lichtdieb und ein Schattenschieber.Reg dich nicht auf, die…Mehr

Baum mit Liebeskummer – Moritat

Von Walther Stonet Ich stand im Wald und steh dazu.Dort draußen hatt ich meine Ruh,Die Ruhe selbst war ich und mehr.Der Wald blieb da. Mich zogs hierher: In diesem Garten ganz alleinMuss ich statt drauß im Walde sein.Um meinen Hals ein Vogelhaus,Da fliegen Vögel rein und raus. Zu meinem Fuß ein Katzentier,In seinen Augen Vogelgier,Ich…Mehr

Echter Lockdown-Opitz

Von Madame Pavot Ach, Liebste, wozu eilen?Es steht für uns die Zeit.Wir hängen in den SeilenDer Kühlschrank ist nicht weit Des Virus‘ miese KrallenSie lauern vor der TürWir malen hier nach ZahlenIch frage mich: WOFÜR? Der Weihnachtsglanz- verblichenIn Matsch und altem SchneeDie Küche neu gestrichenDas Herz tut trotzdem weh. Drum lass uns jetzt versinkenDie Couch,…Mehr

»Siebenreich – Die letzten Scherben« Kapitel 1.: Der Sohn des Drachen

Von Michael Kothe 1. Nekromantie und Beherrschung der Elemente seine Mittel,Unterwerfung und Vernichtung seine Ziele,Rache und Macht sein Antrieb. »Wie soll ich einer Bedrohung begegnen, wenn ich nicht erkenne, wogegen sie sich richtet?« Dürre Finger umklammerten die Tischkante. So, als suchten sie Halt, damit seine lange, hagere Gestalt nicht in sich zusammensinke. Solche Bedenken war…Mehr

Ich war noch niemals in New York

Von Michael Kothe Regen durchdringt meine Jacke. Wäre nicht Licht in der Küche im Erdgeschoss, könnte ich kaum die Müllcontainer unterscheiden, vor denen ich stehe. Bio- und Restmüll habe ich schon in die entsprechenden Tonnen gekippt, nun pendle ich zwischen Plastik und Altpapier. Durchs Fenster sehe ich den Nachbarn in der Küche auf mich zukommen.»´n…Mehr

Zwei Gedichte

Von Blume jungle heart delay du durchforstest ein labyrinth aus erloschenen inseratenstillgelegten adressen sackgassen verschollenen & immerwieder taucht ein mattes bild aus dem diffusen rauschenauf des unbenennbaren naemlich jene uralte verheiszungder zu folgen & gehorchen du dein leben gewidmet hastein noch junger guru umringt von einem kreis lachenderadept:inn:en die pupillen geweitet & ihre becher geleertstechapfelsud…Mehr

Xanadusel

Von Zartelli Es erfüllt mich mit Stolz, dass der große Tom Paradiesel, dieser begnadete Künstler, Cojo, Sandra und mich, die Melonautencombo, zu seiner Vernissage in die Sternbald-Galerie eingeladen hat, als „meene musikalische Wundertüte: Kohle is keen Problem; und für reichlich Schampus is jesorgt, meene Süßen!“ Ich bin ein wenig geblendet von dem weißgoldglänzenden Hemd, das…Mehr

Auszug aus der Theaterfassung „Neustart“ nach dem gleichnamigen Roman von Herbert Glaser

Von Herbert Glaser Szene 1 Krankenzimmer / Nacht Ein Mann (Pascal Weber) liegt mit Beatmungsschlauch im Bett. In Distanz zum Bett steht eine Frau und blickt lange auf den Patienten. Laura (ohne sich umzudrehen): „Er wird also durchkommen.“ Dr. Fiedler: „Ja. Durch die Notoperation konnten wir ihn stabilisieren. Ihr Mann sollte in den nächsten Stunden…Mehr

Bester Freund

Von Herbert Glaser Ich habe einen Freund.Einen guten Freund.Einen wahren Freund, um genau zu sein.Jemand, der immer für mich da ist.Wer kann das schon von sich behaupten.Wahre Freunde sind selten.Wir lernen in unserem Leben viele Menschen kennen.Pflegen freundschaftliche Beziehungen mit ihnen.Und halten sie für wahre Freunde.Bis etwas passiert, bei dem wir einen solchen Freund bräuchten.Dann…Mehr

Höher, schneller, besser?

Von Monika Schotsch Alles nur höherund schneller und besser.Laufen wir nichtins offene Messer? Jeder der will nurund fragt nicht woher.Denkt immer an sich nurund liebt sich so sehr! Doch ist das allesbald nur noch ein Traum?Denn durch unsre Gierhat fast nichts mehr Raum. Ich frag dich gleich jetzt:Ist das so gewollt?Wir haben der Erdewas Bessres…Mehr

Regentag

Von Steffen M. Diebold Ein Türspalt gähnt, ein Auge lugt ins Zimmer,die Katze humpelt aus dem dunklen Flur,der Kuckuck pöbelt aus der Kuckucksuhr:das Dasein ist so krank und hohl wie immer. Man wünscht sich fort an helle warme Orte,und tief im Schädel hämmert er und bellt,der Fluchtgedanke, wie ein Wild umstellt:für Nässe hat man weder…Mehr

Kehlenwort.:.

Von Sofie Morin Meine Zeichen finden Eingang in Holz und Steine. Vielstimmig vom Wald vertont.:.Erregung öffentlichen Wohlgefallens zwischen Nabelflechten.:. Kein Wort von mir reichtbis an deine Kehle.:.Sinnengeflüster auf Rinde gemalt.:.Gibt dem Unterholz allesfrei.:.Das All und das Es.:. Die feinen Haare am Saumdeiner Ohrläppchen noch.:.Wo wir uns treffen ist heutemeine Begierde mit Sorgfalt im Moos vertäut.:.…Mehr

Auf Biegen und Brechen

Von Stephan Tikatsch Ich habe wieder Fotos gemacht.Nicht mit dem Handy. Mit der Kamera.In der Küche hab ich begonnen,Im hintersten Zimmer aufgehört.Alles war auf Automatik eingestellt.Die Räume sind dunkel.Ich hab auch den Datumsstempel eingestellt.Vielleicht muss ich ja beweisen, wann ich diese Bilder knipste.Das Motiv: Schimmel.Schimmel an Wänden, Ecken und Fensternischen. Ich habe mir wieder Bilder…Mehr

Bipolar

Von Renate Schiansky Das rote Cabrio jagt mit röhrendem Motor über die Landstraße, schnell und immer schneller geht es dahin, die Landschaft rast an uns vorbei; Bäume, Sträucher und Blumenwiesen verschwimmen wie Farben auf nasser Seide. Im Fahrtwind fliegt das Haar, wie ein Banner weht mein bunter Seidenschal. Die Reifen quietschen in der Kurve, kurz…Mehr

Normalzustand

von Michail Oblomow Worte füllen den Raum Viel geredet, nichts gesagt Dein Leben: ein Albtraum Politikerentschluss vertagt Unser Leid ist ewig Auf die Fresse bekommen wir redlich Desinteresse und Ignoranz Der Normalzustand im Land Ich hab geträumt, das Licht sei aus Endlich Pause von der Hektik Mal verschnaufen, mal eine RauchenVerzicht auf digitale Technik Reizüberflutete…Mehr

Schlotterer

Von Johannes Morschl „Mir macht das Schreiben Angst, es läuft mir immer aus dem Ruder, es kommen da Sachen heraus, die ich nie und nimmer schreiben wollte“, sagte sich der in die Jahre gekommene Schriftsteller Max Schlotterer, während er auf den Bildschirm seines Laptops starrte und las, was ihm da wieder aus dem Ruder gelaufen…Mehr

Wände hoch

Von Ellen Marion Maybell Halt!Wände hoch.Warum.Kuck nich so dumm.Sieh nur.Überall Wände.Wenn desauggenapftdich hochgezapft,biste deckungsgleich,statt segensreich,schon wieder am Ende. Direkt erschreckt,was alles so unter ner Decke steckt.Nämlich:die, die dich hülst,auch wenn deWANDLANGeinfach nurmal sounter ne warme Decke willst.Zu dämlich.Das ist nämlichder Haken an der Ecke.Die Decke. Knallst uffen Bodender Tatsachen.Bleib lieber unten.Pantoffeln roden.Da gibt’s zwar auch…Mehr

Himmelsbogen

Von Ellen Marion Maybell Da spann doch einerden Himmelsbogenüber’s Regenzelt.Und spinnte,wie ungezogen,weiter seinen Schleudertraumvon nem Batzen-PackMatratzen-Geld.Was raus kam,war nur’n Fetzen Wolle.Nun sah ermit Entsetzennicht nur blöde – aus –der Wäsche.Denn so was kommt,es ist so öde,bei Riesen-Giernach KOLLE – raus.Wie bei den DAMEN –Frösche. Wie kann man so versponnen sein.Das ZEUCH flutscht raus.Rutscht selten rein.Aus…Mehr

Eine Möglichkeit, den Wert eines Menschen zu bestimmen

Von Stefan Walter Leg als Basis seine Bildung zugrunde.Addiere Kraft und Ausdauer, multipliziert mit 1,5.Zähle weiter die geistige Leistungsfähigkeit im Quadrat hinzu.Subtrahiere seine Krankheiten; bewerte chronische Krankheiten doppelt, unheilbare dreifach.Ziehe dann ab seine Armut, geringe Herkunft, Religion und abweichende Meinungen.Vergib Sympathiepunkte bis zur Höhe des Zwischenergebnisses.Verwirf die Berechnung.Setze den Wert auf unendlich. © 2021 Stefan…Mehr

Tote Fische

Von Anna Schöne „Fass das nicht an!“ haben sie gesagt, als ich mich gebückt hatte. Unsere Augen – meine neugierig, seine panisch – waren beinahe auf einer Höhe gewesen, mein Kopf hatte das Straßenpflaster berührt. „Vielleicht ist es ansteckend!“, haben sie gesagt. Und dann habe ich es tatsächlich liegen lassen.Das arme kleine Vogelküken. Die kleinen…Mehr

Die Menschheit schreitet voran

Von Michael Wiedorn Worauf warten wir denn? Unser Leben ist ein ewiger, sonniger Sommernachmittag – seit immer für immer. Die anderen Jahreszeiten sind abgeschafft. Ich war eines Tages einfach da – hier auf der Welt. Bei meinem Erscheinen auf der Erde – es war keine Geburt – hatte ich die selbe Größe und das selbe…Mehr

Eine verregnete Nacht

Von Michael Wiedorn Ich blicke die Fassade hinauf und weiß, von welchem Fenster er zu mir herabblickt. Er ist zu feige, bei Gewitter runter zu kommen. Es regnet, als sollte in den nächsten Stunden die ganze Welt absaufen. Im Regencape warte ich auf der Straße. Jetzt in der Nacht ist es hier so ruhig und…Mehr

Die Sonne hat die Erde entzündet

Von Michael Wiedorn Er tritt aus dem Personalausgang der Bank, in der er arbeitet. Er blickt in einen Spiegel. Den ganzen Tag schon fühlte er sich matt und eingesperrt in die Totenstarre des Bankalltags. Seine Augenlider sind entzündet. Seine Gesichtshaut scheint ihm blass und schlaff. Er wird auch nicht jünger. Ihn ekelt es vor sich…Mehr

Karo-Neuner

Von Konstantin Kaiser Im halben Traum erscheint mir eine Spielkarte, fragen Sie mich nicht mehr, welche. Eine mit viel Rot, der Karo-Neuner möglicherweise. Die Spielkarte redet und redet, schneidet auf, was sie alles kann, sich unerkannt im „Packerl“ verstecken, wie sie die anderen Karten blockiert und aussticht. Und hört nicht auf, sich wichtig zu machen.…Mehr

Loslassen 4

Von Sofie Morin Das Eisfeld liegt brach wie ungebrochen. Ich habe die Blütenblätter längst aufgesammelt. Denn nichts, was uns angehört, soll hier eingefroren sein. Meine Wehmut findet kein Makel.So kämpfe ich gegen die Wellenkämme des Versagten an. So stemme ich mich gegen eine haltlose Bestimmung.Zuweilen stelle ich mir meine nackten Sohlen auf dieser einzigen Scholle…Mehr

Es tröpfelt

Von Walther Stonet Es tröpfelt der Regen vorm Fenster.Man sieht sich darin nicht genau.Im Spiegel stehn Schattengespenster,Das Innen wie Außen sind – grau. Der Mann fährt sich durch seine Haare.Er kühlt sich am Fenster die Stirn.Das Auge sieht Jahre um JahreUnd wie sich die Stränge verwirrn. Der Glaube verkommt so zur Ware,Mit der man die…Mehr

Bah! Rock!

Von Walther Stonet Gibt es den Gryphius tatsächlich auf Tiktok?Ja, muss der alte Kerl denn wirklich ewig leben?Ich wünschte mir so sehr ein klitzekleines Beben,Denn sonst krieg ich die Krise, geh am Stock Und buche eine Kreuzfahrt, nackt, mit Metal Rock.Ich seh mich über Meere saufend schweben,Denn die Banausen ruinieren mir mein Leben,Um das ich…Mehr

Nähe aus geschlossen ein

Von Walther Stonet Der ab riss zettel nimmt abich nicht – der pandemiker frisstsich einen bauch an: abstands wahrung ein geschlossen Nähe aus geschlossen:man um armt sich selbstfrau auch – oder nicht auchdas ist hier die frage Alle un paare ver einzelntanzen zu vergeblichen liebesträumen rufen den notstand der unteren körper Regionen aus & laufen15…Mehr

Der Anruf

Von Fernand Muller-Hornick Der Versuch eines Beamten des öffentlichen Dienstes, bei einem Anruf die Verbindung entgegen zu nehmen, lief insofern schief, weil der Beamte, durch den plötzlichen Anruf erschreckt, den Hörer zu hastig aufhob, wobei sich das an Hörer und Telefonapparat befestigte, spiralförmige Kabel derart verwickelte, worauf der Beamte sich genötigt sah, zuerst das Kabel,…Mehr

Winter

Von Jutta v. Ochsenstein das Nachtweiß deiner Augen eine Handvoll Schneeflocken die ich stahl aus deinem Zeitbeutel jeder Schritt leuchtet und tönt weit in deiner Zustimmung verwerfe ich die Schwere des Kristalls leicht verweht der frühe Schnee sinken Flocken auf Wimpern die Stille flimmert in deinem Wort © 2021 Jutta v. OchsensteinAlle Rechte vorbehaltenMehr

auf den spuren lautreamonts – eine knapp bemessene fiktion und hommage

Von blume schweren schrittes – & die waelder schrie’n lautarm, dass ihm das blut im schaedel kochte, wie der erste, verwegene gedanke eines unheilverkündenden tages, zu seiner ekelsten essenz destilliert, wie der brachgelegene blick eines sterbenden mannes, dessen dasein eine wueste bar jeglicher oase ist, wie das beaengstigende schaben an einer naechtlichen tuer, wenn nicht…Mehr

Stahlspritzer

Von Niklas Götz Ich zog meinen Kopf tief ein, als ich die Türschwelle des unterirdischen Bunkers durchschritt. Ich musste gebückt bleiben, denn die aschgraue Stahlbetondecke war so niedrig wie meine Schultern. Mir war, als könnte ich Gewehrsalven, Bombenexplosionen und Todesschreie hören, ganz leise nur, wie aus weiter Ferne. Bis auf den fahlen Sonnenschein, der durch…Mehr

Bei ihr

Von Lydia Kraft Immer wollen alle was von mir. Die einen Gehorsam, die anderen Geld, manche auch Liebe. Irgendwann ist dann genug. Da ist nichts mehr, aus und vorbei. Auch wenn es Kulturen gibt, die die Zahl Null nicht kennen. Da muß ich hin. Es wird immer etwas da sein. Aber gut… Was soll ich…Mehr

Begleitung

Von Michael Kothe »Wäre ich doch bloß nicht über den Friedhof gegangen!«Unwillkürlich hatte er lauter gesprochen, als er gewollt hatte. In der abendlichen Stille musste es trotz der Luftfeuchtigkeit, die sogar das Geräusch eiliger Schritte aufsaugte, in der ganzen Straße zu hören gewesen sein. Erschrocken drehte er sich um. Scheinbar jeder Passant hatte sich nach…Mehr

Wiedersehen in Coronazeiten

Von Michael Kothe »Hallo, Heiner!« Er winkt.Hä?»Mensch, Heiner, wir haben uns ja eine Ewigkeit nicht gesehen. Wie geht´s dir?« Jetzt steht er vor mir, hat im Laufschritt die leere vierspurige Straße überquert.»Naja, es muss.«»Und ´nen Hund hast du auch?«»Deswegen steh´ ich ja hier draußen. Sonst wär´ ich mit meiner Frau im Supermarkt.«»Mensch, da ham wir ja…Mehr

rückblick

Von Hans-Joachim Kuhn da war dieses weben … gestalt & klangam wimpernrand – im eisernen brustkorb ein schattenaus rotem gefieder dem rankten sich töneums singende haupt … aus trockenen kehlen vom straßenstaubdas elend der worte nur ein erinnernwie fernes leuchten – kindheitsgerüche enthäutete sommerzusammengewürfelt zerstückelte echos – einmalhört ich sie singen ins licht eine hymne…Mehr

ent wortet

Von Hans-Joachim Kuhn lippenstäubend kreiselnde irresenkt sich stummrauschende todesstilleauf dein verglänztes schneegesicht …im augenweiß dein uralter blick kennt das wort nocham rande der sprache unter geröllentatmetes nichts … flügelbeschwingtesblaugefieder – undurchlässiggekneteter lehm … innig erstarrt eines jeglichen spurvergeblich hauchst duden wörterflächen atem ein auf der jagdnach dir selbst © 2021 Hans-Joachim KuhnAlle Rechte vorbehaltenMehr

Pantoffel statt Pandemie / Home sweet home – neue häuslichkeit

Von Eva Radon Ja, die füße in pantoffeln aus pelz, die sie als geburtstagsgeschenk bekam.Die sind warmSie hatte nie welche, ging lieber in socken oder bloßfüßig. Die kartoffeln (eigentlich erdäpfel) waren heurige aber, über die zeit, übers jahr trieben sie aus wie wilder wein. Sie liebte kartoffelspeisen:ob im ofen, gratin, püree, suppe mit kümmel und…Mehr

Aranea Somatica D 20

Von Zartelli Ich bitte das Volk um Entschuldigung: für alles, was ich an ihm verbrochen habe. Das war von mir so nicht gewollt. Die haben mich hypnotisiert. Es muss während eines der Kriegsspiele über mich gekommen sein, eines der Kriegsspiele, die sie als unabdingbar für die Bewältigung der kommenden Ereignisse deklariert hatten. Vermutlich war es…Mehr

Ewigkeit

Von Valérie Baum Sie ruft und schluckt unsere NamenEin Sandkorn sind wir – bleich und kaltWir sterben still so wie der WaldUnd gehen nach dort woher wir kamen Die schwarze Nacht umgibt die TräneDie noch vergossen werden wirdIm Universum Kälte klirrtDa klappern auch die falschen Zähne Es scheint Erfolg ein heilend´ MittelDoch eines Tages bricht…Mehr

Rote Sterne

Von Valérie Baum Der Tag der einsam und im Grau verrinntSchlägt in dem wunden Herzen eine WundeSo wie ein schlurfender Wurm vergeht die StundeWenn Freundes Freunde nicht beisammen sind Das Jahr ist neu, der Tag schon alt mit BartIn allem webt der Sinn der TraurigkeitIn einem Wipfel eine Dohle schreitDie Schneefrau ist von selten edler…Mehr

Heimkehr – Zwei Gedichte

Von Suzana Garic Den Arunachala hinauf die Höhe,wie die Knospenreifer Blütenfällt mein Ich ab.Es ist an der Zeit,nach Hause zu gehen. Die Angst des Nichtfindensbin ich nicht, die Erschöpfung des Suchensbin ich nicht, die Freude des Findensbin ich nicht. Das Ich verliert an Bedeutung,die Geräusche hörendstill ist der Wald. * Nach dem Moment,wenn ich Dich…Mehr

Corona-Zeit

Von Monika Schotsch Schonungslos!So ist dieses Jetzt.Was ist das Bild,wie ist es gesetzt? Gnadenlos!So ist diese Zeit.Was ist der Sinn,was hält sie bereit? Rücksichtslos!So ist diese Tat.Was ist der Grund,woher kommt die Saat? Herzenslos!So ist diese Welt.Was ist der Kitt,der zusammenhält? Liebevoll:So sollen Menschen,ab jetzt leben,mit Konsequenzen! Freudevoll:So soll die Erde,für dich und mich,für alle…Mehr

WinterWeißePracht

Von Monika Schotsch Die Welt erwachtin weißer Pracht,Zeigt sich in ihrer Schönheit. Ein Mäntelein:So rein, so fein,ist ihre Garderobe. Ein Hauch von Weiß,ein Klang von Leis‘ –so will sie uns betören. Sie glänzt und gleißt!Frieden verheißtdie Schönheit und die Wonne. Sie macht uns Mut,bedeckt das Blut,das andre hinterließen! Gebt auf sie Acht,bewahrt die Pracht:’ne andre…Mehr

Zwei Gedichte

Von Peter Lexa di., 6.4.10, 19:45, berlin-wedding via reinickendorf zu ende!versunken im orangedes abendhimmelsüber’n wedding die wändeum dichsind zu dick in mei’m bauch:ein sorgfältiggeknüpfterstrick * ich bin so blau und pleiteein blatt fällt in den seeein kohlenschlepper fährt vorbei komm nicht in meine näh‘ich blute © 2021 Peter LexaAlle Rechte vorbehaltenMehr

Das Wunder des Lebens

Von Rolf Jungklaus Das ist doch irre: Da rast unsere Galaxie, die Milchstraße, mit etwa 550 km pro Sekunde (im Verhältnis zur Mikrowellenhintergrundstrahlung) durch das Universum, wobei sich unser Sonnensystem mit einer Geschwindigkeit von 220 km pro Sekunde um deren Zentrum rotiert. Und, als würde das nicht schon reichen, fliegen wir auf der Erde mit…Mehr

Am Arsch

Von Burkhard Bartsch Am Arsch sind die Raketen blauUnd abends wieder heiter.Er denkt so laut stillschweigtUnd vollends wieder weiter. Rennt und rennt zum HorizontUnd kommt doch nirgends an.Und schimpft und tobt gen HimmelVerflucht sei dies Gewimmel. Er weiß so viel und doch so wenig.Er nimmt sein Buch, die Lupe her.Dazu sein Fernrohr, Laptop und dergleichenDa…Mehr

Fleisch

Von Michael Wiedorn Im Schaufenster liegt Fleisch aufgebahrt. Aufgeschnittene Würste, deren offene Schnittflächen rotes Rindfleisch mit weissen Fettkügelchen durchsetzt zeigen, von weisser oder rot-brauner Haut überzogen. Das Rot geht an einigen Stellen ins Violett über. Ein grosses, formloses Stück Rinderkadaver. Scharlach wie ein Gesicht nach einem Faustschlag – durchzogen von Kanälen und Flüssen mit Fett…Mehr

Ein Totgeborener kommt zur Welt.

Von Michael Wiedorn Er geht auf dem weißen Streifen in der Mitte der Straße aufwärts und abwärts und aufwärts. Seit Stunden scheint er so auf und ab zu laufen. Er trägt leicht schwingend eine Plus-Plastiktüte in der Hand. Der Aufdruck ist verwittert. Der Junge ist mit einer ärmellosen, wattierten Jacke und darunter einem karierten Hemd…Mehr

Man sieht durch Luft hindurch

Von Michael Wiedorn Niemand glaubt an meine Existenz. Niemand nimmt meine Gestalt wahr. Ich selbst weiß nichts von mir. Wo sollte man hinblicken um mich zu sehen? Richtet sich ein Blick auf meine Nichterscheinung, sieht der Betrachter auf den Gegenstand hinter mir. Ich bin so durchsichtig wie Wasser oder Glas.Seine bloße Gegenwart ist für andere…Mehr

Spinnennetz

Von Eva Radon SpinnennetzSoziales NetzNetzwerkStromnetzU-BahnnetzHaarnetzEinkaufsnetzFangnetzNetzhautablösungNetzstrumpfhoseVernetztVerbundenVerstricktJeder braucht NetzeJede braucht Verbindungen    Netzverbindungen Meine Netzverbindung ist in Zeiten wie diesen das Radio.Das ist berauschend, informativ, lehrreich, wissenserweiternd, beruhigend, entspannend, melodisch in Musik und Sprache.Ich liebe diese Verbindung. Meist klar, manchmal rauschend. Diese Verbindung führt in Welten verschiedener, mir unbekannten Gebiete.Schöne Biographien, tragische, vom Leben geschriebene,Musik von mir unbekannten Komponisten.…Mehr

Doktorvater

Von Ellen Marion Maybell Na klar hat der Doktorvatereine Doktormutter.Die, die ihn gebar,auch wenn er damals längst noch nichteiner werden würde oder war.Sonst wär er da nicht und nicht wahr.Und auch nicht ohne Herrnbesuchso nebenbei – was da geschah.Und wenn da nichts geschehen wär,wär er bei Fuß nicht und GEWEHR,nicht im Gemetzel des Gebär.Einst wohnte…Mehr

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